BMW 6er Cabrio - Fahrbericht

Ab 26. März steht das neue 6er Cabrio bei den Händlern. Wir konnten schon erste Eindrücke sammeln.

Cabrios haben bei BMW schon eine mehr als 70 Jahre lange Tradition. Mit dem neuesten 6er Cabrio möchte BMW wieder die Spitze des Segments einnehmen. Der Vorgänger konnte zwischen 2004 und 2010 rund 55.000 mal verkauft werden, vom neuen Modell erhofft sich BMW eine Fortsetzung der Erfolgsstory.

Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, schon auf den ersten Blick kann man das neue 6er Cabrio als sehr gelungen bezeichnen. Im Vergleich zum Vorgänger wirkt das neue Modell viel dynamischer, aber auch eleganter. Eine Mischung, die in dieser Klasse weltweit sehr gefragt ist. Hier zählen Eleganz, Sportlichkeit und feinste Materialien, der Preis ist nur nebensächlich.

Unter diesen Gesichtspunkten konnte BMW alle nur erdenklichen Fahrhilfen und High-End Ausstattungsdetails im 6er Cabrio verpacken. So wird das schicke Cabrio zu einem der sichersten Luxusliner, der zudem noch mit Fahrwerten eines reinrassigen Sportwagens aufwarten kann.

Zum Start gibt es das 6er Cabrio als 640i mit 6-Zylinder-Motor, oder als 650i mit 8-Zylinder-Aggregat. Beide Triebwerke wurden im Vergleich zu den Vorgänger-Modellen noch stärker, dafür aber sparsamer. Auch in dieser Klasse setzt BMW auf die Efficient Dynamics-Maßnahmen wie Bremsenergie-Rückgewinnung, intelligenten Leichtbau, elektromechanische Lenkung, Reifen mit reduziertem Rollwiderstand und im 640i sogar auf das Start/Stopp-System und die Luftklappensteuerung.

Im Schnitt soll der 320 PS (235 kW) starke BMW 640i auf einen Verbrauch von nur 7,9 Liter kommen, der 650i mit 407 PS (300 kW) genehmigt sich im Schnitt 10,7 Liter pro 100 Kilometer. Beim Sprint von 0 auf 100 km/h hat der 650i mit 5,0 Sekunden die Nase knapp vor dem 640i, der für die gleiche Aufgabe 5,7 Sekunden benötigt. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei beiden Modellen auf 250 km/h limitiert.

Bei einer ersten Ausfahrt konnten wir uns schon von der Qualität beider Triebwerke überzeugen. Vollkommen ausreichend ist man dabei mit dem 640i motorisiert, der in jeder Fahrsituation über genügend Leistung verfügt und beim Fahrspaß dem 650i um nichts nachsteht. Die 8-Gang-Sport-Automatik sorgt bei beiden Modellen für perfekte Schaltvorgänge, und die serienmäßige Fahrdynamik Kontrolle lässt viel Raum für die Steuerung der individuell gewünschten Dämpfung und Sportlichkeit.

Serienmäßig gibt es die drei Modi "Normal", "Sport" und "Sport+", bei denen das Fahrwerk, das Ansprechverhalten des Motors, die Schaltdynamik der Automatik und die Regelung des DSC unterschiedlich eingestellt sind. Wer sich für das "Adaptive Drive" entscheidet, bekommt zudem noch eine "Comfort"-Option dazu, wo sich die Charakteristik noch mehr auf ein komfortables Gleiten trimmen lässt, Wankstabilisierung inklusive.

So lassen sich beide Modelle selbst bei widrigen Bedingungen hervorragend steuern und verwöhnen die Passagiere nicht nur mit viel Komfort, sondern auch mit zahlreichen sicherheitsrelevanten Elementen. Egal ob Spurhalteassistent, Toter-Winkel-Warner oder der adaptive Tempomat - alle Systeme arbeiten hervorragend und entlasten den Fahrer. In der Nacht steht mit dem "Night Vision"-System mit Personenerkennung auch ein Hilfssystem zur Verfügung, mit dem Fußgänger oder auch Tiere frühzeitig erkannt und dem Fahrer gemeldet werden.

Das alles spielt in BMW´s Connected Drive hinein, was die Vernetzung aus Infotainment, Komfort und Sicherheit darstellt und das Fahren noch sicherer und angenehmer gestaltet. Ein Highlight ist dabei auch das neue Head-up-Display, welches erstmals mit voll farbiger Darstellung verbaut ist. Die Darstellung ist im Vergleich zu den ersten Systemen wesentlich besser, vor allem beim Navi werden zum Beispiel die Autobahnabfahrten inkl. Schilder in das Blickfeld des Fahrers projiziert.

Auf der einen Seite ist das sehr praktisch, auf der anderen sehr schade, da man somit seinen Blick nicht mehr auf das neue, freistehende 10,2" Navi-Display richten kann. Dieses ist nicht nur das größte seiner Klasse, sondern sicher auch eines der schönsten. Die Chromumrandung wirkt sehr edel, und die Darstellung ist hervorragend. Über die praktische Bedienung mittels i-Drive lassen sich auch alle Fahrzeugparameter am Navi-Display einblenden.

Natürlich ist auch der Rest des Innenraums bis ins kleinste Detail hochwertig ausgeführt. Vom lederüberzogenen Armaturenbrett bis zu den mehrfach elektrisch verstellbaren Komfortsitzen, die man am liebsten zu sich nach Hause nehmen würde, weil sie so bequem sind, gibt es nichts, was das perfekte Bild des Autos stören würde.

Lediglich das Stoffverdeck, das für viele Leute natürlich nach wie vor das einzig wahre Cabrio-Verdeck ist, sorgt bei starkem Regen und Autobahntempo für einen leicht erhöhten Geräuschpegel, was die Windgeräusche betrifft. Die Motoren verrichten ihre Arbeit so leise, dass sie weder beim starken Beschleunigen, noch bei hohem Tempo zu hören sind.

Auch hier ist kaum ein Unterschied zwischen 6- und 8-Zylinder zu merken, der 640i kann hier voll und ganz mithalten was die Laufruhe und Geräuschentwicklung betrifft. Dafür war er im Schnitt um 3 Liter sparsamer als der 650i. Wer auf Prestige und einen 8-Zylinder-Motor Wert legt, wird trotzdem den 650i wählen, wem es rein um Fahrspaß und einen vernünftigen Verbrauch geht, der greift zum 640i.

Gemeinsam ist beiden Versionen das großzügige Platzangebot für Fahrer und Beifahrer. Zwar ist das 6er Cabrio als 2+2 Sitzer im Angebot, die Rücksitze sind jedoch nur für Kinder oder kleine Personen geeignet. Für die Zielgruppe wird das aber kein Problem sein, immerhin ist das Cabrio meist nicht das Erst-Auto für den Familienurlaub oder den großen Samstagseinkauf. Wobei das BMW 6er Cabrio durchaus Lade-Qualitäten vorweisen kann. Das Kofferraumvolumen ist bei geschlossenem Verdeck immerhin 350 Liter groß, öffnet man das Dach, gehen sich noch 300 Liter aus.

Apropos Dach: Dieses öffnet sich in 19 Sekunden und kann innerhalb von 24 Sekunden geschlossen werden, das Ganze ist bis zu einer Geschwindigkeit von 40 km/h möglich. So wird auch einem plötzlich auftretenden Regenguss der Schrecken genommen. Bei geschlossenem Verdeck muss man sich aber mit einer eingeschränkten Sicht nach hinten begnügen, da das Heckfenster sehr klein geraten ist. Zum Glück hat BMW aber auch hier das passende Tool zur Hand, nämlich die Rückfahrkamera, die beim Einlegen des Retourgangs automatisch unter dem hinteren Logo ausfährt und den Bereich hinter dem BMW auf das Navi-Display bringt. Dass die Kamera so gut versteckt ist, hat einen praktischen Nutzen, denn bei Regen- und Matsch-Wetter verschmutzt sie nicht und liefert somit immer ein perfektes Bild.

Das BMW 6er Cabrio überzeugt mit viel Liebe zum Detail, praktischen Dingen, hochwertigen Materialien und hervorragenden Sicherheitssystemen. Bleibt noch die Preisfrage, die für Kunden in diesem Segment jedoch auch nur eine kleine Nebensache ist. Als 640i-Kunde sollte man mindestens über 93.650 Euro verfügen, wer den 650i sein Eigenen nennen möchte, sollte auf 115.700 Euro Zugriff haben. Die Individualisierung mit der trotz guter Serienausstattung noch immer langen Aufpreisliste lässt aber noch Platz nach oben.

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