Härtetest: Der neue BMW 6er GT und MINI Countryman auf Eis und Schnee

BMW und MINI luden wie jedes Jahr zur Schnee-Schlacht ins malerische Sölden. Hier lesen Sie, wie sich 6er GT und MINI Countryman auf Schnee fahren.

Diesmal mit am Start waren der neue BMW 6er GT und der MINI Coutryman in den verschiedensten Ausführungen. Los ging es mit dem 6er GT vom Tal Richtung Berg. Natürlich über eine schön asphaltierte Bergstraße. Hier konnte man sich gleich einen ersten Überblick über das neueste Baby der Deutschen verschaffen. Der 6er GT ist erst seit 4. November bei den Händlern verfügbar, und dementsprechend stolz ist man auf das neue Produkt.

Von vorne hat der 6er gegenüber seinem Vorgänger, dem 5er GT, deutlich mehr an Dynamik gewonnen. Wirkte die Front beim 5er doch sehr stämmig und eher schlicht, haben die Designer beim 6er einigen Schwung in die Vorderfront gebracht. Auch in der Hinteransicht werden die Neuheiten gleich sichtbar. Neue Heckleuchten, ein neuer Stoßfänger und ein weniger hohes Heck (etwa minus 67 mm gegenüber dem 5er GT) lassen den 6er um einiges dynamischer aussehen und zeigen ein paar Parallelen zum Hochbeiner X6, welcher ja auch bis zur Schulter eigentlich eine Coupéform aufweist. Dazu trägt auch das gestreckter wirkende Greenhouse - so nennen die Fahrzeugdesigner die auf den Fahrzeugkörper aufgesetzte Passagierkanzel mit den Säulen (A,B und C), den Scheiben und dem Dach - seinen Teil bei. Durch die veränderte Form mussten die BMW-Designer einen integrierten Heckspoiler installieren, um mehr Anpressdruck bei höheren Geschwindigkeiten an der Hinterachse zu generieren.

Neu ist, dass sich die Heckklappe nun nur mehr auf eine Art öffnen lässt, nämlich samt Scheibe. Damit ist ein angenehmes Beladen durch die große Luke ein Leichtes. Die jetzt 40/27/40 umklappbare Rücksitzlehne tut natürlich ihr Übriges dazu, das Kofferraumvolumen individuell an die Erfordernisse anpassen zu können. Das Volumen beträgt jetzt 610 bis 1800 Liter. Das ist das zweitgrößte Kofferraumvolumen im BMW-Konzern, nur der aktuelle X5 hat ein bisserl mehr. Der 6er GT ist in vier Grundausstattungspaketen erhältlich. Den Anfang macht die "Basis", es gibt auch die "Luxury Line", die "Sport Line", und wem das nicht sportlich genug ist, der kann sich auch ein M-Sportpaket ordern.

GT (Gran Turismo) bedeutet ja "große Reise", was der 6er GT im Innenraum durchaus gut umzusetzen weiß. Das große Raumgefühl wurde vom 5er GT übernommen und trägt zum Wohlfühlcharakter maßgeblich bei. Der 6er GT ist gegenüber seinem Vorgänger um fast neun Zentimeter länger geworden, in der Gesamthöhe jedoch um 2 cm flacher. Der Radstand, die Fahrzeugbreite und die Spurweite sind fast gleich geblieben. Der Radstand ist ident mit dem aktuellen kurzen 7er, was natürlich ebenfalls dem Komfort entgegen kommt. Sogar in der zweiten Sitzreihe lässt es sich angenehm reisen, hier war der 7er die Benchmark. Seine Kniefreiheit ist um etwa 50 Millimeter länger als bei der 5er Limousine. Als Option erhältlich ist eine um bis zu 6 Grad verstellbare Rückenlehne. Eine Schlüsselfernbedienung, die es ermöglicht, verschiedene Daten abzurufen und auch mehrere Funktionen, wie etwa die Bedienung der Standheizung oder das ferngesteuerte Remote Parking, kann ebenfalls bestellt werden.

Schon in der Basisausstattung wurde eine Luftfederung hinten verbaut. Als Option ist eine Luftfederung, kombiniert mit der variablen Dämpferabstimmung, auf beiden Achsen erhältlich. Als zweite Optionsstufe gibt es das sogenannte Executive Drive, welches zusätzlich zur Luftfederung einen elektronischen Wankausgleich bietet, um die möglichen Neigungen des Fahrzeuges auf ein Minimum zu reduzieren.

Auf den ersten Metern fühlt sich der 6er GT eigentlich so leichtfüßig wie ein 3er an. Das ist sicher der neuen Integral Aktivlenkung geschuldet, welche im kleineren Geschwindigkeitsbereich gegenläufig und ab 60 km/h mitläufig mitlenkt und somit das Fahrzeug sehr dynamisch wirken lässt. Genau das Richtige, um schwungvoll die Straße rauf zum Gletscher zu nehmen. Wie schon erwähnt, zirkelt der 6er GT mit einer solchen Leichtigkeit um Kurven, dass man meint, ein viel kleineres Auto zu bewegen. Oben angekommen werden verschiedene Übungen auf Eis und Schnee absolviert. Auch auf rutschigem Geläuf zeigt der BMW, was in ihm steckt. Das Auto lässt sich trotz des hohen Eigengewichtes von bis zu 1900 Kilogramm sehr gut manövrieren und es macht sehr viel Spaß, den 6er GT den Berg auf Eis und Schnee hoch zu fahren.

Kein Wunder, denn die Motorisierungen machen eben so viel Freude. Es stehen insgesamt drei Motorisierungen zur Auswahl. Den Einstieg macht ein zwei Liter großer Vierzylinder mit 258 PS / 190 kW. Der zweite Benziner hat drei Liter Hubraum und leistet maximal 340 PS / 250 kW. Der momentan einzig verfügbare Diesel besitzt ebenso wie der große Benziner sechs Zylinder und 3 Liter Hubraum. Er wuchtet 265 PS / 195 kW an die Antriebsachse. Das X-Drive System ist als Option für den starken Benziner und den Selbstzünder erhältlich. Preislich startet der BMW 6er GT bei knapp 70.000 Euro.

Am zweiten Tag stand MINI am Programm. Dass bei der kultigen Kleinwagenmarke der Fahrspaß an oberster Stelle steht, ist hinlänglich bekannt. Der MINI Countryman ist seit 2010 auf dem heimischen Markt, seit dem heurigen Jahr steht die Neuauflage des quirligen Spaßmachers in den Verkaufshallen. Schon bei der Erstauflage war ein Allradsystem für den Countryman erhältlich, selbstverständlich ist es nun in der Neuauflage als Option bei fast allen Ausstattungsvarianten auch wieder mit an Bord.

Die Verwandtschaft zum X-Drive des großen Bruders ist nicht zu verleugnen. Das System hat man eben im MINI All4 mit ein paar kleinen Veränderungen adaptiert. Die Kraftverteilung ist beim MINI variabel mittels der Elektronik abrufbar, je nachdem wo Vortrieb gebraucht wird. Hier ist das System auf eine Verteilung auf maximal 60% vorne und 40 % hinten ausgelegt.

Dass es den Technikern durchaus gut gelungen ist, den Vorderradantrieb des MINIs zu erhalten, konnten wir bei den ersten Fahreindrücken mit den JCW sammeln. Auf der trockenen Straße kommt das System nur dann zum Einsatz, wenn man sehr zügig fährt und die Räder drohen, den Vortrieb mangels Bodenkontakt zu verlieren. Oben am Gletscher, testeten wir den Vierradantrieb zuerst auf einer schneebedeckten Bergaufpassage. Das DSC hält den kleinen Deutschen prinzipiell verlässlich in der Spur. Natürlich sind der Physik Grenzen gesetzt, aber mit angepasster Fahrweise fährt der MINI genau dorthin, wo man ihn haben möchte.

Die zweite Übung war im Off-Road-Bereich, wo wir mit dem MINI Wege unter die Räder nahmen, wie sie sonst eher selten vorkommen werden. Dabei war es doch sehr erstaunlich, was der kleine Kletterer alles kann. Besonders bei einer Verschränkungspassage konnte man beobachten, wie gut das System arbeitet. Selbst wenn sich ein Rad komplett in der Luft befindet, dauert es nicht lange bis das System die Differenziale sperrt und die anderen Räder weiter vortreibt. Der Allradspaß mit dem MINI Countryman beginnt mit dem oben erwähnten Cooper ALL4 bei einem Grundpreis ab 31.700 Euro.

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