Automatisiertes Fahren mit BMW - Fahrbericht

BMW forscht schon seit einiger Zeit, um den elektronischen Co-Piloten zur Serienreife zu bringen. Wir konnten jetzt an einer Testfahrt teilnehmen.

Bei Flugzeugen ist der Autopilot seit Jahrzehnten ein selbstverständlicher Begleiter geworden. BMW entwickelt nun einen elektronischen Co-Piloten auch für das Auto.

Das hochautomatisierte Fahren soll dabei vor allem auf Langstrecken dem Fahrer Erholung bieten und wird derzeit auf deutschen Autobahnen getestet. Wir konnten bei einer solchen Testfahrt dabei sein und erleben, wie es ist, wenn ein Fahrzeug von alleine lenkt, beschleunigt, bremst und die Spurwechsel durchführt.

Als Versuchsfahrzeug dient ein BMW der 5er Reihe, der mit jeder Menge Sensoren ausgerüstet ist. So erkennt das Fahrzeug nicht nur alle Verkehrsteilnehmer und Verkehrszeichen, es hält sich auch penibel genau an die Verkehrsvorschriften und ist ein kooperativer Partner im Straßenverkehr.

Neben der auffälligen Beschriftung mit "BMW Connected Drive" erkennt man die Versuchfahrzeuge, die bislang schon über 10.000 Testkilometer abgespult haben, vor allem an den vielen Kameras in der Frontscheibe, sowie den zusätzlichen Sensoren an Front, Heck, Seite und unter der vorderen Stoßstange.

So hat das Fahrzeug einen 360 Grad Rundumblick und kann dank Lidar, Radar, Ultraschall und Kameras alles erfassen, was für die Sicherheit und ein zügiges Vorankommen wichtig ist.

Im Innenraum informiert ein großer Monitor neben der Mittelkonsole über die Verkehrslage und zeigt dem Versuchsfahrer, was als nächstes geplant ist. Auch wenn man natürlich als Passagier noch genau beobachtet, was das Fahrzeug und die Technik machen, so erfüllt das Versuchsfahrzeug schon jetzt alle Voraussetzungen, um als vorbildlicher Verkehrsteilnehmer unterwegs zu sein.

Das System hält sich genau an die Geschwindigkeitsbegrenzung, das Rechtsfahrgebot und gibt auch anderen Verkehrsteilnehmern, die sich einordnen wollen, die Möglichkeit dazu.

Derzeit funktioniert das System auf Autobahnstrecken, wo hochdetailiertes Kartenmaterial zur Verfügung steht. Hier reicht eine normale GPS-Karte nicht aus, die Straßen müssen auf den cm genau erfasst sein. Vom Entwicklungszentrum nahe München bis Nürnberg sind schon Fahrten auf der Autobahn möglich, ebenso können bereits erste Autobahnkreuze durchfahren und die Autobahn gewechselt werden.

Am Autobahnkreuz "München-Nord" fährt der 5er BMW schon heute selbstständig von der A9 auf die A92 in Richtung Flughafen und zurück. Die feine Querregelung in engen Kurven sowie die Eindeutigkeit von Punkten auf der hochgenauen digitalen Karte beim Aufeinandertreffen von mehreren Straßen waren die zentralen Herausforderungen, denen sich die Forscher erfolgreich stellten.

Als nächster Schritt ist das hochautomatisierte Fahren auf europäischen Autobahnen mit all ihren Herausforderungen wie Mautstellen, Baustellen und über Ländergrenzen hinweg geplant. Bis das System in einem Serienfahrzeug zu finden sein wird, werden aber noch einige Jahre vergehen.

Frühestens 2020 soll ein hochautomatisiertes Fahren über die Autobahnen möglich sein, vorausgesetzt, dass auch die rechtlichen Rahmenbedingungen erfüllbar sind. Noch ist das Ganze eine sehr knifflige Angelegenheit, denn im Falle eines Unfalls stellt sich die Frage, wer dafür verantwortlich ist.

Beeindruckend ist es aber allemal, welche Möglichkeiten heute schon gegeben sind und wie gut das System von BMW bereits jetzt auf normalen Straßen funktioniert.

Damit Sie einen Eindruck bekommen, wie das hochautomatisierte Fahren funktioniert, haben wir ein kleines Video gedreht:

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