Das neue BMW M3 Coupe

Die Legende lebt - besser den je

"Er war nie der stärkste in seinem Segment. Aber wir hatten immer das beste Paket", fasste Gerhard Richter, Technischer Geschäftsführer der BMW M GmbH, 20 Jahre BMW M3-Geschichte zusammen. Jetzt steht der neue da, äußerlich dem BMW 3er Coupé verwandt, aber dennoch ein eigenständiges Auto . Vier von fünf Teilen wurden für den Neuen nach Art des Hauses M überarbeitet. Kommentar eines Testfahrers: "Man wundert sich, wie viel besser als sein Vorgänger dieses Auto nach fünf Jahren Entwicklung geworden ist."

Die Legende lebt - besser denn je . Wieder ist es das Paket, das überzeugt. Kraft satt, ein auch auf der Rennstrecke überzeugendes Fahrwerk, eine vorbildliche Lenkung, trotzdem erstaunlich viel Komfort und der Hauch von Luxus , den man in einem BMW erwartet. Das alles vermittelt ein Gefühl der Sicherheit - bei niedrigen Geschwindigkeiten, in schnellen Kurven und bei Höchstgeschwindigkeit. Sorglos rasen , könnte man das nennen, wenn der Begriff "rasen" nicht so negativ belegt wäre.

Soviel erst einmal als Auftrittsapplaus, jetzt zu den Details. Leichtbau hieß die Devise bei der Entwicklung des neuen 3er M. Äußeres Zeichen dafür ist das schwarze Kunststoffdach mit 15 Kilogramm weniger Gewicht als das übliche Stahldach. Das hilft nicht nur dabei, das gegenüber seinem Vorgänger nur 80 Kilogramm höhere Leergewicht von 1.655 Kilogramm zu erreichen, es senkt auch den Schwerpunkt . "Ich bin mal gespannt, wie viele Kunden dennoch ein Stahlschiebedach bestellen, feixte Richter bei der Präsentation.

Denen kann man zum Trost sagen, dass das Schiebedach nicht das einzige Leichtbauteil darstellt. So besteht das Fahrwerk fast komplett aus Aluminium , was wegen der geringen ungefederten Massen an den Rädern auch den Komfort erhöht. Die Motorhaube ist ein solches Leichtbauteil. Der Dom darauf lässt Platz für lange Ansaugkanäle, so dass der Achtzylinder seine Kraft schon bei niedrigen Drehzahlen anbieten kann. Von 3.500 Umdrehungen pro Minute (U/min) bis 6.500 U/min. steht fast das komplette maximale Drehmoment von 400 Newtonmeter zur Verfügung.

Der Dom und die riesigen Lufteinlässe der imposanten Frontpartie prägen das Bild der M3 Coupés von vorn. Kiemen auf der Haube und an der Seite , die ungewöhnlich geformten, von zwei Trägern gehaltenen Rückspiegel und ein prägnantes Heck mit vier Auspuffendrohren samt dem dezenten M-Schriftzug am Heck sind die äußeren Zeichen für diesen M.

Aus dem Innenraum gibt es keine Überraschungen zu berichten: die übliche Armaturentafel mit zwei Höckern, einen in der Mitte für den Bildschirm für Naviagation und die Steuerung vieler Funktionen , einen links für Geschwindigkeit und Drehzahl. Wobei der Drehzahlmesser die Höchstdrehzahl variiert. Ist der Motor noch kalt, wandert die angezeigte Drehzahlgrenze nach unten.

Die Sitze tragen viel zum Fahrkomfort bei. Sie sind bequem und geben dennoch viel Seitenhalt, weil sich die Wangen an Sitzfläche und Rückenlehne verstellen lassen. Für den Rest des guten Gefühls, dieses Fahrzeug zu beherrschen, trägt die knackige Sechs-Gang-Schaltung ebenso bei wie die Lenkung. Es gibt nicht viele Lenkungen auf dem Markt - vielleicht gar keine - die ähnlich spontan ansprechen, so exakt arbeiten und dem Fahrer den Fahrbahnkontakt vermitteln, von dem der Sportliche träumt.

Unterstrichen wird das noch durch die geringe Seitenneigung . Wenn die Querbeschleunigung 1 g ausmacht, neigt sich der M nur um fünf Grad zur Seite. Das Ergebnis dieses Paket ist das Fahren wie auf Schienen.

Ein Höchstmaß an passiver und aktiver Sicherheit darf man bei einem M-BMW voraussetzen. Beim ESP , das bei BMW ja unnötigerweise den anderen Namen DSC trägt, kann man zwischen drei Stufen wählen. Die erste Stufe agiert normal und verhindert jede Schleuderbewegung. Eine zweite Stufe lässt die Andeutung eines Drifts zu. Aber auch bei der dritten Stufe mit der Bezeichnung " DSC off " für die Rennstrecke hält die Elektronik dennoch eine schützende Hand über den Fahrer. Ein kompletter Abflug wird in letzter Sekunde verhindert.

Das Herz des M-Pakets ist der neue Achtzylinder V-Motor , der aus dem Zehnzylinder entstanden ist. Wer von ihm das typische Achter-Blubbern erwartet, wird enttäuscht. Dieser Motor klingt wie die viel gerühmten Reihen-Sechszylinder aus dem Hause BMW.

Wenn's zur Sache geht, lässt sich der Sauger spontan bis auf 8.400 Umdrehungen pro Minute (U/min) hochjubeln. Dann beschleunigt er in 4,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h . Seine Höchstgeschwindigkeit endet bei (abgeregelten) 250 km/h . Der Drehmomentverlauf lässt zu, dass sich der M sogar schaltfaul bewegen lässt. Beim Gleiten mit weniger als 2.000 U/min wird man durch eine kleine Anzeige zwischen Tacho und Drehzahlmesser dazu auf gefordert, hochzuschalten.

Gegenüber dem alten Sechser hat der Achtzylinder 17 Prozent mehr Leistung (309 kW / 420 PS) , ein um sieben Prozent geringeres Gewicht und acht Prozent weniger Verbrauch anzubieten. Der Durchschnittsverbrauch nach der EU-Norm liegt bei 12,4 Liter Super Plus . Soviel braucht das 70 PS schwächere Audi-Coupé S5 in etwa auch.

Einen Kofferraum hat das Coupé auch. Mit 430 Litern entspricht der den Erwartungen an diese Fahrzeugklasse. Das kann man auch von den beiden Sitzen in der zweiten Reihe dieses 2+2-Sitzers sagen. Für größere Kinder reichen sie gut. Sogar Isofix-Halterungen für die Kleinen kann man gegen Aufpreis montieren lassen.

Alles hat seinen Preis - beim M3 Coupé liegt dieser ab 78.900 Euro . Ein Blick in die Aufpreisliste zeigt, dass es wohl in den seltensten Fällen dabei bleiben wird. Aber auch der Preis ändert nichts daran, dass der M-Company mit diesem Coupé ein echtes Gustostück gelungen ist. Markteinführung in Österreich ist am 8. September 2007 .

Auto-Reporter

Weitere BMW Meldungen

Die neuesten Meldungen

Markenwelt