Abarth 500C und Grande Punto Evo - Fahrbericht

Mit dem offenen Abarth 500 sowie dem überarbeiteten Grande Punto Evo kann man jede Menge Spaß haben. Wir waren auf erster Ausfahrt.

Carlo Abarth hätte seine Freude gehabt an den jüngsten Modellen die seinen Namen tragen. Mit dem Abarth 500C gibt’s die italienische Rennsemmel nun auch als Cabrio, zudem ist nun auch der Fiat Grande Punto Evo als heiße Abarth-Version zu haben. Als Österreicher schwingt beim Namen Abarth natürlich immer eine Portion Nationalstolz mit, schließlich war Karl Abarth ja gebürtiger Wiener. Und da freut es natürlich doppelt, wenn Italiener beim Markenzeichen, dem Skorpion, leuchtende Augen bekommen. Man muss aber kein Italiener sein um die Rennsportgene in den Autos zu spüren. Seit der Wiederauferstehung der Marke Abarth vor zwei Jahren wurden in insgesamt 16 Ländern 22.000 Autos verkauft. Mit stolz spricht Fiat auch von einer sehr jungen Kundenschicht, die ihresgleichen sucht.

Dem Abarth 500 wurde nun auch die Cabrio-Version Abarth 500C zur Seite gestellt. Die Leistung von nunmehr 140 PS verhilft dem offenen 500er zu einer Beschleunigung von 8,1 Sekunden auf Tempo 100 km/h und einer Spitze von 205 km/h. Und das alles bei einem Verbrauch von nur 6,5 Litern. Theoretisch zumindest. Im Vergleich zum normalen 500er ist das Cabrio zum Start ausschließlich mit einem automatisierten Getriebe zu haben. Bei ersten Testfahrten erwies sich das Abarth Competizione Getriebe - eine Reminiszenz an das erste Produkt von Carlo Abarth, ein Renngetriebe mit Lenkradsteuerung für den Fiat Topoline im Jahr 1949 - als etwas gewöhnungsbedürftig aber durchaus sportlich, nicht zuletzt aufgrund der tollen Akustik. Die Gangwechsel erfolgen entweder vollautomatisch oder mittels Schaltwippen am Lenkrad. In absehbarer Zeit soll auch der Abarth 500C mit herkömmlichem Schaltgetriebe zu haben sein.

Der Abarth Grande Punto Evo unterscheidet sich von seinem Vorgänger hauptsächlich durch ein neu entwickeltes Triebwerk sowie ein neues Getriebe. Der 1,4 Liter Turbomotor verfügt über die neue Multiair-Technik bei der die Einlassnockenwelle durch ein komplexes Hydrauliksystem ersetzt wird. Neben einer besseren Leistungsausbeute wird so auch der Verbrauch gesenkt. 163 PS stehen im Datenblatt des Abarth Grande Punto Evo, bei unseren Testfahrten auf der Fiat-Teststrecke in Balocco nahe Mailand hätte man dem rassigen Italiener rein subjektiv dreißig PS mehr gegeben, so rasant geht’s zur Sache. Ohne Turboloch dreht der Motor bis in den Begrenzer, das Sechsgang-Getriebe lässt sich exakt und butterweich schalten, der Italiener präsentiert sich als feine Spaßmaschine.

250 Nm Drehmoment und eine Beschleunigung von 7,9 Sekunden auf Tempo 100 km/h stehen einem Verbrauch von nur 6,1 Litern auf 100 Kilometern gegenüber. Wieviel sich der größere Abarth in der Praxis genehmigt, wird wohl erst ein ausführlicher Test zeigen, auf der Rennstrecke lagen wir wenig überraschend deutlich darüber. Interessant erwies sich der Vergleich der Rundenzeiten. Der Abarth Grande Punto benötigte 1:38 Minuten, der Abarth 500C lag nur rund drei Sekunden darüber. Besonders in den engen Kurven konnte er seinen Handling-Vorteil ausspielen.

Bei aller Sportlichkeit sind aber beide Modelle absolut alltagstauglich, genügend Restkomfort ist jedenfalls vorhanden. Vorbildlich auch die Sicherheitsausstattung der Abarths, sieben Airbags und ESP zählen zum Serienumfang. Die Markteinführung in Österreich erfolgt am 26./27. Juni 2010, vor allem der Abarth Grande Punto ist preislich sehr attraktiv positioniert. Mit kompletter Ausstattung - u.a. sämtliche Sport-Goodies, Klimaanlage, CD-Radio und zahlreichen weiteren Features ist er ab 19.980 Euro zu haben. Der Abarth 500C kommt vollausgetattet auf 21.300 Euro, gegenüber dem geschlossenen Abarth 500 ist das ein Cabrio-Zuschlag von 2.380 Euro.

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