Ford S-MAX und Galaxy Facelift - Fahrbericht

Neue Motoren, Doppelkupplungsgetriebe und ein Premium-Innenraum: die Ford-Vans S-MAX und Galaxy können sich nicht nur sehen, sondern vor allem auch fahren lassen.

Auch wenn sich das Segment der Vans rückläufig entwickelt, Ford hat dennoch Grund zur Freude. Mehr als jeder dritte Käufer entschied sich 2009 für einen Galaxy , rechnet man den S-MAX noch dazu, kommt man auf knapp 40 Prozent Segmentanteil. Die Konkurrenz hatte zwar vor einigen Jahren eine Vorreiter-Rolle inne, teilweise sind aber die Modelle wie Renault Espace und Peugeot 807 nicht mehr ganz taufrisch, VW Sharan und Seat Alhambra sogar schon richtig alt. Der VW-Konzern bringt noch 2010 neue Vans ins Spiel. Da kommt das Facelift der beiden Ford-Modelle gerade recht, schließlich will man die Führungsposition weiterhin behaupten. Wir waren bereits auf erster Testfahrt mit dem neuen S-MAX und Galaxy. Auch wenn man schon eine Weile suchen muss, um auf die 1.500 neuen Teile zu stoßen, der Gesamteindruck überzeugt.

Die Frontpartien beider Autos sind nun ausdrucksstärker. Zusätzliche Sicken in der Motorhaube unterstreichen dies ebenso wie ein überarbeiteter Kühlergrill, beim S-MAX in feschem Hochglanz-Schwarz gehalten. LED-Technik hat zum einen beim Tagfahrlicht, zum anderen bei den Heckleuchten Einzug gehalten, die für den Galaxy typische, schräge Anordnung der Heckleuchten wurde beibehalten. Der Innenraum überzeugt auf ganzer Linie, hier herrscht Wohlfühlatmosphäre auf dem Niveau deutscher Premium-Hersteller. Die Geräuschkulisse ist angenehm niedrig, wo früher nicht ganz so hochwertiges Plastik in der Mittelkonsole zu finden war, gibt’s nun - zumindest in den höheren Ausstattungsstufen - Pianolack. Dank eines Premium-Audio-Systems lassen sich S-MAX und Galaxy auf Wunsch auch in einen rollenden Konzertsaal verwandeln. An der Variabilität und den bis zu sieben Sitzplätzen hat sich auch mit dem Facelift nichts geändert. Die Platzverhältnisse sind nach wie vor üppig, die gut konturierten Sportsitze - optional beheizbar und belüftet - eine Empfehlung.

Einiges getan hat sich auf der Antriebsseite. Als neues Topmodell wurde ein 203 PS starker EcoBoost-Turbomotor präsentiert. Auch wenn dieser hierzulande ein Nischendasein fristen wird - Verkaufserwartung rund ein Prozent - so ist das Konzept dieses Triebwerks durchaus interessant. Der Direkteinspritzer wartet mit einem Diesel-ähnlich hohen Drehmoment von 300 Nm auf und soll sich im Schnitt mit 8,1 Liter auf 100 Kilometer begnügen. Den Sprint auf 100 km/h erledigt der S-MAX in 8,5 Sekunden, der Galaxy benötigt drei Zehntel mehr. Einstiegsbenziner bleibt der 2.0 FFV (FlexiFuelVehicle) mit 145 PS, der sich auch mit Bioethanol E85 betreiben lässt. Mit einem Dieselanteil von 97 Prozent beim S-MAX und 99 Prozent beim Galaxy ist aber klar, wo der Schwerpunkt im Motoren-Mix liegt. Drei Selbstzünder mit 115, 140 und 163 PS stehen zur Wahl, allesamt zeichnen sich mit einem niedrigen Verbrauch von 5,7 Litern (152g CO2 / km) sowie der Euro 5-Tauglichkeit aus. Und das ohne Start-/Stopp-Automatik, die Ford in einem Fahrzeug mit hohem Überlandanteil für nicht effizient erachtet.

Die herkömmliche Wandler-Automatik ist übrigens ab sofort Schnee von gestern, mit dem Facelift hält das Powershift Doppelkupplungsgetriebe Einzug in die Ford-Vans. Es zeichnet sich durch schnelle Schaltvorgänge ohne Zugkraftunterbrechung aus und gibt sich zudem sparsamer. Beim 203 PS Benziner ist dieses Getriebe serienmäßig, bei den beiden stärkeren Dieselaggregaten kann es optional anstatt des Sechsgang-Schaltgetriebes geordert werden.

Während sich der S-MAX besonders knackig und agil zeigt und damit ohne Zweifel den Maßstab in seiner Klasse setzt, kann sich auch die Agilität des Galaxy sehen oder vielmehr fahren lassen. Die Mischung aus Komfort und Sportlichkeit ist in jedem Fall gelungen, egal ob auf der Autobahn oder auf kurvigen Landstraßen, der Fahrspaß ist für Autos dieser Größenordnung beachtlich und lässt sich mit dem Powershift Doppelkupplungsgetriebe weiter steigern.

Die Serienausstattung ist komplett, bereits im Trend gibt’s Zweizonen-Klimaautomatik, elektrische Fensterheber und Außenspiegel sowie das Easy-Fuel Tanksystem, das Fehlbetankungen verhindert. Im S-MAX sind zudem Sportsitze ab der Basis enthalten, im Galaxy Nebelscheinwerfer und eine Dachreling. Nach oben werden die Ausstattungsstufen mit den Versionen "Ghia" und "Titanium" beim Galaxy sowie "Titanium" und "Titanium S" beim S-MAX abgerundet, dann bleiben so gut wie keine Wünsche mehr offen.

Die Preisliste des Ford S-MAX startet bei 30.700 Euro - 100 Euro günstiger als das alte Modell - für den 2.0 FFV in Trend-Ausstattung, der Basis-Diesel mit 115 PS ist ab 31.700 Euro zu haben. Oben wird die Preisliste mit dem 2.0 EcoBoost Turbo Titanium S für 41.400 Euro abgerundet. Günstigste Art Galaxy zu fahren ist der 2.0 TDCi mit 115 PS für 34.900 Euro, das Topmodell Titanium 2.0 EcoBoost wechselt für 44.400 Euro den Besitzer. Die Markteinführung erfolgt am 28. Mai 2010, zur Einführung gibt es das Powershift Doppelkupplungsgetriebe zum halben Preis, was einer Ersparnis von bis zu 1.500 Euro entspricht.

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