Fahrbericht: Die neuen Ford Transit Modelle

Für das neue Modelljahr hat Ford seine großen Transportermodellreihen optisch aufgefrischt und technisch deutlich verfeinert. Erstmals gibt es einen Plug-in-Hybrid-Antrieb.

Der Ford Transit und der Transit Custom bzw. Transit Tourneo Custom können für das Modelljahr 2020 mit einer Fülle an Neuerungen aufwarten. Optisch hat Ford vor allem den Transit noch frischer gemacht und ihm eine neu gestaltete Frontpartie spendiert sowie den vom Transit Custom bekannten Armaturenträger übernommen. Damit verfügt nun auch der Transit auf Wunsch über das Ford SYNC3 Infotainmentsystem mit 8"-Touchscreen und Navi. Der Pkw-Komfort ist damit nun auch in den großen Transporter-Modellen zu spüren.

Mit den neuen Ford Telematics, Ford Data Services und dem FordPass Pro bietet Ford zudem für Unternehmen mit unterschiedlich großem Ford-Fuhrpark passende Möglichkeiten zur Überwachung der Fahrzeuge an. Via Computer oder App kann man so fällige Services ebenso kontrollieren wie die Häufigkeit der Verwendung des Gurts durch den Fahrer. Noch mehr Änderungen gibt es aber auf technischer Seite. Der neue Transit-Modelljahrgang ist um bis zu 80 Kilogramm leichter geworden, dafür bietet die Topversion nun bis zu 1.418 Kilogramm an Zuladung (Transit 350 L2H2).

Viele Änderungen gibt es bei den Motoren. Die neue Diesel-Generation verfügt erstmals auch über eine Mild-Hybrid-Version mit 48-Volt-Bordelektrik, und als Top-Motorisierung steht ein 185 PS starker EcoBlue-Diesel zur Verfügung. Die Transit-Version mit Heckantrieb kann zudem auch mit einer neuen 10-Gang-Automatik kombiniert werden. Technisch noch weiter geht Ford beim Transit Custom und Transit Tourneo Custom, die auch mit Plug-in-Hybrid-Antrieb erhältlich sind.

Die Plug-in-Hybrid-Modelle werden zwar ausschließlich über einen 126 PS (93 kW) starken Elektromotor angetrieben, jedoch dient der aus dem Ford Fiesta bekannte 1,0 Liter-EcoBoost-Benziner mit 120 PS (88 kW) als Range-Extender. Bis zu 56 Kilometer kann man rein elektrisch absolvieren, danach liefert der 1,0 Liter-EcoBoost die Energie für die Batterie und damit für den Elektromotor. Mit Typ 2-Lademöglichkeit kann man in rund 2,7 Stunden die Batterien aufladen, über eine normale Steckdose benötigt man rund 4,3 Stunden.

Bei einer ersten Ausfahrt konnten wir schon den Transit L2H2 mit 130 PS Diesel und 6-Gang-Automatik, den Transit Custom mit 185 PS und manueller 6-Gang-Schaltung sowie den Transit Tourneo Custom mit Plug-in-Hybrid kennen lernen. Eine überzeugende Leistung hat der 130 PS (96 kW) starke Transit gebracht, der sich mit diesem Motor wirklich sehr agil anfühlt. Die 6-Gang-Automatik harmoniert mit dem Triebwerk sehr gut, und der neu gestaltete Arbeitsplatz gefällt mit seinem Pkw-Feeling, aber den für Nutzfahrzeugen typischen vielen Ablagen.

Zum idealen Partner für schnelle Lieferungen mutiert der 185 PS (136 kW) starke Transit Custom Sport. Der Motor liefert zwischen 1.750 und 2.750 U/Min ein maximales Drehmoment von 415 Nm. Schon von unten heraus hat man viel Kraft zur Verfügung, und man kann mit dem Transporter so einige Pkw-Modelle an der Ampel locker abhängen. Der Fahrspaß ist für ein Fahrzeug dieser Klasse wirklich überragend.

Gemischte Gefühle hatten wir im Transit Tourneo Custom Plug-in-Hybrid, der mit Sicherheit vor allem im Stadtbetrieb eine gute Wahl ist. Außerhalb der Stadt fehlt dem Motor oft die Power, und Überholvorgänge sollten gut geplant sein. Während der 126 PS starke Elektromotor nämlich von unten heraus wirklich flott beschleunigt, bewegt sich die Tachonadel bei Vollgas ab 80 km/h nur noch ausgesprochen langsam voran.

Dafür stehen dem Fahrer vier Fahrmodi zur Verfügung: EV Auto, EV Now, EV Later und EV Charge. Im EV Auto-Modus wird die Energiezufuhr automatisch geregelt, im EV Now Modus ist man rein elektrisch unterwegs, im EV Later-Modus spart man die Batteriekapazität, und der Eco-Boost-Motor liefert die Energie für den Elektromotor, und im EV Charge-Modus kann man während der Fahrt die Batterien mit dem Benzinmotor aufladen. Im Schnitt soll man mit 2,7 Litern pro 100 Kilometer auskommen, der CO2-Ausstoß liegt bei 60 g/km.

Als City-Shuttle oder für Handwerker, die vor allem in der Stadt unterwegs sind, ist der Plug-in-Hybrid sicher eine interessante Wahl, sofern man sich damit eventuelle Fahrverbote oder eine City-Maut spart. Hat man weder noch zu befürchten, ist er für jene eine gute Wahl, die auf die Umwelt achten wollen, nicht aber aufs Budget schauen müssen. Zwar gibt es für Österreich noch keinen offiziellen Verkaufspreis, der Marktstart erfolgt erst Ende 2019. Dennoch sollte man mit einem Aufpreis von rund 10.000 bis 12.000 Euro gegenüber dem vergleichbaren Diesel rechnen.