Kia Optima 1,7 CRDi - Testbericht

Der frisch geliftete Kia Optima zeigt sich noch dynamischer und exklusiver als bisher. Wie er sich fährt und was er kann, verraten wir in unserem Test.

Mit dem Optima hat Kia eine interessante Mittelklasselimousine im Programm. Durch das Facelift ist der große Koreaner noch markanter geworden und zeigt sich für ein Auto seiner Klasse in einem sehr sportlichen Outfit. Vor allem die Frontpartie wirkt extrem dynamisch, aber auch der knackige Heckabschluss gefällt mit einer eigenständigen Linie.

Bei der Motorisierung lässt einem Kia keine Wahl, der Optima ist ausschließlich mit dem 136 PS (100 kW) starken Dieselmotor erhältlich, man kann lediglich zwischen manuellem oder automatischem 6-Gang-Getriebe wählen.

In der Top-Ausstattungsvariante "Platin" kommt der Optima mit Automatikgetriebe auf 37.790 Euro, lässt aber auch keine Wünsche mehr offen. Lediglich die Metallic-Lackierung um 600 Euro Aufpreis hatten wir noch zusätzlich an Bord, womit der Gesamtpreis bei 38.390 Euro liegt.

Im Preis enthalten sind dann aber schon 18"-Alufelgen, Xenon-Scheinwerfer, Lederausstattung, klimatisierte und elektrisch verstellbare Sitze vorne, LED-Tagfahrlicht und LED-Rückleuchten, ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem, ein Spurhalteassistent, ein Querverkehrassistent, eine 2-Zonen-Klimaautomatik, ein Navigationssystem inkl. 7 Jahre Kartenupdate, eine Rückfahrkamera, ein Infinity Sound System, Regen- und Lichtsensor, Tempomat, eine Lenkradheizung, Sitzheizung hinten, eine Einparkhilfe vorne und hinten und noch vieles mehr.

Der Optima bietet dabei nicht nur eine überkomplette Ausstattung, auch die Verarbeitung und Materialwahl zeigen sich auf Premium-Niveau. Hinzu kommt ein Innenraumdesign, das den Spagat zwischen luxuriösem und sportlichem Outfit perfekt schafft. Gleich bei der ersten Sitzprobe fühlt man sich im großen Kia sehr wohl und findet sich trotz vieler Funktionen auch schnell zurecht.

Wie heute bei vielen Autos ist aber auch beim Optima das Lenkrad mit vielen Funktionen etwas überladen, und man muss sich erst eingewöhnen. Gut gelungen sind die Armaturen mit dem großen Bordcomputer-Display in der Mitte zwischen Tacho und Drehzahlmesser.

Ein Highlight sind die bequemen und auch klimatisierten Sitze. Gerade im Sommer ist die Sitzkühlung ein sehr willkommenes Extra, welches beim Optima schon serienmäßig an Bord ist. Im Winter wird man sich dann an der Sitz- und Lenkradheizung erfreuen, die ebenfalls dabei sind.

Das Platzangebot ist der Klasse entsprechend sehr großzügig, lediglich im Fond wird es für groß gewachsene Passagiere etwas enger. Viele praktische Ablagen und Getränkehalter schaffen zusätzlichen Stauraum, und auch das Kofferraumvolumen kann sich mit 505 Liter Fassungsvermögen sehen lassen.

Im Innenraum kann der Kia Optima auf jeden Fall auf ganzer Länge überzeugen, bleibt die Frage, ob eine so große und luxuriöse Limousine mit einem 1,7 Liter Dieselmotor mit 136 PS (100 kW) auch ausreichend motorisiert ist. Der Motor verfügt über ein maximales Drehmoment von 320 Nm, welches zwischen 2.000 und 2.500 U/Min zur Verfügung steht.

Gleich nach dem Start fällt einem der etwas raue Motorlauf auf, der sich bei starker Beschleunigung und Autobahntempo noch verstärkt. Das passt so gar nicht zum Premium-Charakter, den der Optima sonst so bietet. Und auch die Fahrleistungen können mit der sportlichen Optik der großen Limousine nicht mithalten. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h benötigt der Optima 11,6 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 197 km/h.

Auch im Zwischensprint wirkt der Motor mit dem rund 1,5 Tonnen schweren Fahrzeug etwas überfordert, und Überholvorgänge müssen gut geplant sein. Vor allem, weil auch die 6-Gang-Wandlerautomatik immer eine kleine Gedenksekunde braucht, bis sie auf die Wünsche des Fahrers reagiert. Dafür erfolgen die Schaltvorgänge sehr sanft.

Nicht ganz zu schaffen waren auch die 6,0 Liter Verbrauch pro 100 Kilometer, die vom Werk angegeben werden. Wir sind mit 7,0 Liter auf genau einen Liter mehr gekommen.

Sehr gut gelungen sind Fahrwerk und Federung. Der Optima bietet einen guten Mix aus Sportlichkeit und Komfort. Man fühlt sich auf der Langstrecke beim Dahingleiten ebenso wohl wie wenn man über kurvige Straßen hetzt. Mittels Tastendruck kann der Fahrer auch verschiedene Fahrmodi wählen, bei denen die Lenkung unterschiedlich abgestimmt ist. Im Sportmodus kann man sehr direkt den gewünschten Weg einschlagen, während im Komfortmodus die Lenkung eine Spur weicher und indirekter ist.

Der neue Optima kann aber auch beim Thema Sicherheit überzeugen, vor allem der Querverkehrassistent ist beim rückwärts Ausparken eine große Hilfe und erhöht die Sicherheit deutlich. Vor allem wenn man neben einem Lieferwagen parkt und die Straße hinter einem uneinsehbar wird, lernt man Rückfahrkamera und Querverkehrsassistent wirklich zu schätzen. Auch der Toter-Winkel-Warner arbeitet sehr zuverlässig und warnt vor Autos, die man beim Spurwechsel übersehen könnte.

Der Optima ist auf jeden Fall das ideale Auto für jene, die gemütlich an ihr Ziel kommen möchten, dabei aber auf ein dynamisches Aussehen Wert legen. Die überkomplette Ausstattung und das damit verbundene gute Preis/Leistungsverhältnis machen den Kia Optima auch zur idealen Reiselimousine, die mit viel Komfort und einem hohen Maß an Sicherheit überzeugen kann.

Nicht ganz mit dem sonst so perfekten Auftritt mithalten kann leider der etwas zu schwach dimensionierte Motor, der ganz und gar nicht zum sonst so perfekten Auftritt passen möchte. Hätte der Optima den 184 PS starken Diesel vom Sportage unter der Haube, wäre er wohl der Geheimtipp unter den großen Mittelklasselimousinen.

Was uns gefällt:

die überkomplette Ausstattung, die klimatisierten Sitze, das Platzangebot, das Design

Was uns nicht gefällt:

der lahme Motor, der gar nicht zum sonst so luxuriösen Charakter passt

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3
Fahrleistung: 3
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1-
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

Kommentare

Die neuesten Meldungen

Markenwelt