Der neue KIA Sorento - Modell 2006

Die Ansprüche wachsen

Der koreanische Automobilhersteller Kia stellte beim Automobilsalon in Madrid das Facelift seines Sports Utility Vehicles (SUV) Sorento vor. Der bisherige Sorento hatte für die Koreaner, die zum Hyundai-Konzern gehören, in Europa bereits die Wende eingeleitet. Europäisches, gefälliges Design und jüngst auch der Dieselmotor brachten für die vorher häufig belächelte Marke die Wende. Für den Sorento konnte man sich schon bisher auch wegen seiner Eigenschaften und nicht nur wegen seines Preises entscheiden. Auf diesem Weg bewegt sich das Facelift des Sorento konsequent weiter. Die neuen Fahrzeuge sollen ab Anfang Juli zu haben sein.

"Wir haben jetzt schon die M-Klasse erreicht", meinte ein Kia-Manager aus einem Nachbarland und erntete dafür ein verzeihendes Lächeln der Journalisten. Es reicht eben nicht, das Design so zu variieren, dass der neue Sorento aussieht wie ein kleiner Bruder des Stuttgarter SUV. Dazu gehört immer noch ein bisschen mehr. Allerdings ist es Kia gelungen, den Sorento edler aussehen und klassenloser wirken zu lassen, so dass das Ziel nicht unerreichbar scheint, in den kommenden Jahren in Europa jeweils mehr als 200.000 Kia zu verkaufen.

Beide Motoren haben an Leistung zugelegt und ihr Verbrauchsverhalten verbessert. Der Sechs-Zylinder-Benziner leistet nun 177 kW (241 PS), also 49 PS mehr, und bietet ein maximales Drehmoment von 307 Newtonmeter (Nm). Sein Durchschnittsverbrauch soll bei 8,6 Liter liegen, was für einen 2,5-Tonner nicht viel wäre. Der Vier-Zylinder-Diesel hat bei der Leistung um 22 kW (30 PS) auf 125 kW (170 PS) und beim Drehmoment um 78 Nm auf 392 Nm zugelegt. Sein Durchschnittsverbrauch soll bei 7,6 Liter liegen. Der Diesel beschleunigt jetzt in 12,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h, der Benziner in 9,2 Sekunden. Der Diesel erreicht 182 km/h Höchstgeschwindigkeit, der Benziner 190 km/h.

Speziell in der gehobenen Version mit Volllederausstattung wirkt der Innenraum des Sorento edel, und tatsächlich verbreiten die Materialien der Armaturentafel samt der Chromumrandungen für Instrumente und Bedienelemente einen Hauch von Premium. Störend nur, dass man bei den Instrumenten im Blickfeld des Fahrers statt des Chroms billig wirkenden mattsilbernen Kunststoff für die Umrahmung gewählt hat.

Für Passagiere und Ladung bietet der Sorento die klassenüblichen Maße. Trotz des gleich gebliebenen Radstands von 2,71 Metern bleibt wegen anders ausgeformter Lehnen der Vordersitze nun mehr Raum. Die geteilt umlegbare Rückbank führt zu einer ebenen Ladefläche, unter der weiterer Stauraum verborgen ist. Stauraum, Ablageflächen und Cupholder tragen zur Eignung des Sorento als Reisewagen ebenso bei wie seine umfangreiche Ausstattung.

Aber auch seine Geländegängigkeit kann sich sehen lassen. Der Antrieb wird automatisch zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt, ein Sperrdifferenzial kann zusätzlich geordert werden.

Beim europäischen Crashtest EuroNCAP hat es der Sorento auf vier von fünf möglichen Sternen gebracht. Dabei wird allerdings nur die passive Sicherheit geprüft. Da bietet der Sorento außer einer stabilen Fahrgastzelle auch Airbags bis hin zu Curtain-Airbags, die die seitliche Fensterfront komplett abdecken. Die optimale aktive Sicherheit - das Elektronische Stabilitätsprogramm - kostet in der Basisversion aber leider Aufpreis.

In Österreich wird der Sorento 2006 in den Top-Ausstattungs-Varianten Active Black & Active Brown starten. Diese bieten neben Parkpilot und Tempomat eine Innenausstattung in Premium-Leder, die in Schwarz bzw. cognac-braun gehalten ist. Unterstützt wird dieses Innenraumdesign durch schwarz gefärbte Holzapplikationen. Serienmäßig werden Zweizonen-Klimaautomatik, elektrisch verstellbarer Fahrersitz, Sitzheizung vorne sowie elektrisch verstell- und beheizbare sowie einklappbare Außenspiegel angeboten. Diese sind wie die Türgriffe in Chrom gehalten. Der Sorento Active black & Active brown rollt serienmäßig auf 17"-Leichtmetallfelgen mit Bereifung in der Dimension 245/65 R 17 vom Band. Die serienmäßig abgedunkelten Scheiben ab der B-Säule bieten einerseits Sonnenschutz und sorgen zusammen mit der in die fernbediente Zentralverriegelung integrierten Diebstahlwarnanlage für gesteigerten Einbruchsschutz.

Zur Markteinführung Anfang Juli steht zunächst das überarbeitete 2,5-Liter-Dieseltriebwerk mit 170 PS zur Verfügung. Es ist serienmäßig mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe kombiniert, kann optional aber auch mit einer Fünfstufen-Automatik (mit Tiptronic-Funktion) geordert werden. Preislich ist der Sorento 2.5 CRDi Active Black bzw. Active Brown um 37.790 Euro (Schaltgetriebe) bzw. 40.190 Euro (Automatik) zu haben. Die günstigeren Versionen Motion und Hot sowie die Variante Active beige werden im Laufe des Herbstes folgen. Bis dahin ist der gegenwärtige Sorento mit Ausnahme der Sonderausführung Active Pro weiter verfügbar. Ab Dezember wird der SUV dann außerdem mit dem neuen 3,3-Liter-V6-Benziner (241 PS) angeboten.

Kia soll im Konzern zukünftig in Richtung Premium marschieren, Hyundai den Massenmarkt bedienen. Schon beim Pariser Salon im Herbst dieses Jahres soll das bei den neuen Fahrzeugen beider Marken deutlich werden. Auf der Suche nach einem passenden Vergleich aus dem deutschen Automobilmarkt formulierte ein Kia-Manager: Hyundai werde wie Volkswagen und Kia wie Audi in Europa antreten. Auch dieser Vergleich hinkt noch. Aber immerhin hat man schon ein europäisches Designzentrum in Frankfurt und eine europäische Fabrik in Tschechien.

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