Der neue Range Rover - Fahrbericht

Die neueste Generation des Range Rover startet jetzt auch in Österreich. Wir konnten den Offroader schon unter extrem winterlichen Bedingungen testen.

Der Range Rover ist nicht nur ein SUV, sondern eine Ikone und hat vor über 40 Jahren das Luxus-SUV-Segment begründet. Mit der neuesten Generation ist den Briten wieder ein Meisterstück gelungen. Die vierte Range Rover-Generation hat die Gene der Vorgänger gekonnt in die Neuzeit gebracht und präsentiert sich zudem viel leichter, schneller und sparsamer, aber dafür noch viel geländegängiger als je zuvor.

Das Design des neuen Range Rover wirkt noch dynamischer als beim Vorgänger, trotzdem kann er wieder sofort als Range Rover erkannt werden. Der noble britische Stil ist auch der neuesten Generation erhalten geblieben.

Auch der Innenraum zeigt sich sehr modern, jedoch noch immer äußerst geschmackvoll und elegant. Feinste Materialien verwöhnen die Passagiere, und der neue Range Rover bietet Luxus und Platz in Hülle und Fülle.

Angefangen vom Meridian Surround Sound-System, über die hochwertigen Zierelemente bis hin zu den feinen Ledersitzen mit Massagefunktion - jedes Detail im Range Rover wirkt extrem hochwertig ausgeführt und bis ins Kleinste perfekt geplant.

Das 8" DualView Touchscreen-Display bietet zum Beispiel die Möglichkeit, dass der Fahrer über die Navigation informiert wird, der Beifahrer aber einen Videofilm ansehen kann - und zwar gleichzeitig. Zudem können über das Display noch viele weitere Funktionen gesteuert werden, wie etwa das Surround View-Kamerasystem, oder es können Informationen zum Offroad-Modus abgerufen werden.

Auch bei den Assistenzsystemen hat Range Rover so gut wie alles verbaut, was derzeit verfügbar ist, über einen adaptiven Tempomat, einen intelligenten Bremsassistenten, der automatischen Einparkhilfe, bis zum Toter-Winkel-Warner reicht die Palette der Möglichkeiten.

Ein Highlight des Range Rovers ist aber auch das neue "Terrain Response 2 Auto"-System, welches nun automatisch erkennt, welcher Untergrund gerade befahren wird und die Systeme daraufhin optimiert.

Trotz allem Luxus, den der Range Rover bietet, kommt man dank des ausgeklügelten Terrain Response 2 Auto-System und der neuen Luftfederung auch Offroad weiter, als mit jedem anderen Auto dieser Klasse.

Mit einer Watttiefe von 900 mm stellen sogar tiefere Flussquerungen kein Problem für den Range Rover dar. Zudem bietet der vielseitige Engländer bis zu 3,5 Tonnen Anhängelast und erleichtert das Ankoppeln eines Anhängers auch noch mit einer Rückfahrkamera und einer automatisch ausfahrbaren Anhängekupplung.

Bei der Motorisierung können die Kunden zwischen dem 3,0 Liter TDV6 mit 258 PS (190 kW), dem 4,4 Liter SDV8 mit 339 PS (249 kW) und dem 5,0 Liter V8 Benzinmotor mit 510 PS (375 kW) wählen.

Durch seine Alukarosserie und weitere Optimierungen ist der neue Range Rover bis zu 420 Kilogramm leichter geworden als sein Vorgänger.

Daher bietet schon der Basis-Diesel so viel Fahrspaß und Elan wie beim Vorgänger der 8-Zylinder Diesel. Das maximale Drehmoment des TDV6 liegt bei 600 Nm und lässt den Range Rover in 7,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h sprinten. Der SDV8 schafft die gleiche Aufgabe in 6,5 Sekunden, der Benziner in 5,4 Sekunden und ist damit trotz seiner Größe auf Sportwagenniveau angesiedelt.

Bei unserer ersten Ausfahrt konnten wir uns von der Leistungsfähigkeit der beiden Diesel überzeugen. Schon in der Basismotorisierung bietet der Range Rover viel Fahrspaß und einen absolut ruhigen Motorlauf.

Die Geräuschdämmung des eleganten Engländers ist perfekt ausgefallen, und selbst bei Autobahntempo bleibt es im Innenraum flüsterleise. Seine Kraft stellt der TDV6 souverän zur Verfügung.

Das Leistungsplus des SDV8 ist natürlich trotzdem spürbar, und der SDV8 bietet dann auch noch mehr Fahrspaß. Bei beiden Modellen gleich sensationell ist der Fahrkomfort, der selbst im Gelände noch besser ist, als bei manchem Auto auf asphaltierter Straße.

Selbst gröbste Unebenheiten werden perfekt weggefiltert, und man fühlt sich wie in einer Sänfte - nur viel schneller und noch komfortabler. Dabei fallen auch die extrem sanften und schnellen Schaltvorgänge der ZF 8-Gang-Automatik positiv auf.

Überwältigend sind nach wie vor die Offroad-Fähigkeiten des Range Rovers. Das neue Terrain Response 2 Auto-System prüft mehrmals pro Sekunde den Fahrbahnuntergrund und passt alle Systeme danach an.

Zwar kann der Fahrer auch manuell zwischen den verschiedenen Modi wählen, im Normalfall wird aber die Automatik immer die richtige Entscheidung treffen, so dass ein manueller Eingriff kaum nötig ist.

Auch die Luftfederung bietet jetzt einen noch größeren Verstellbereich an. So lässt sich der Range Rover um bis zu 75 mm höher stellen, sitzt man dann dennoch auf, wird die Bodenfreiheit automatisch nochmals um bis zu 35 mm erhöht, damit man wieder weiter kommt.

Auf tief verschneiten und stellenweise stark vereisten Straßen in Tschechien hat uns der Range Rover äußerst souverän an unser Ziel gebracht. Man hatte dabei nicht eine Sekunde das Gefühl, dass der Wagen wegrutschen oder gar einmal wo stecken bleiben würde.

Die Mischung aus Luxus und Kraft in Kombination mit der Geländegängigkeit machen den Range Rover zu einem einmaligen Auto. Das Ganze hat aber natürlich auch seinen Preis. Der TDV6 kommt als günstigster Range Rover auf 102.000 Euro, der SDV8 schlägt sich mit 126.900 Euro zu Buche, und der V8 Benziner kommt auf 145.900 Euro. Durch die vielen Individualisierungsmöglichkeiten lässt sich aber jeder Preis problemlos nochmals um den Wert eines Kompakt-SUV erhöhen.

Dafür bekommt man mit dem Range Rover auch einen Offroader, eine Luxuslimousine und einen Sportwagen in einem Auto geliefert - wenn man es sich leisten kann.

Kommentare

Markenwelt