Mazda6 Facelift - Fahrbericht

Der neue "Sechser" ist nicht nur hochwertiger, sportlicher und sparsamer sondern zudem günstiger als der Vorgänger. Wir waren auf erster Testfahrt.

2010 feiert Mazda den 90 Geburtstag, Fahrzeuge werden seit 1931 produziert. Vor genau 50 Jahren wurde der erste PKW, der R360, auf den Markt gebracht, sieben Jahre später folgte mit dem Cosmo Sport 110S das erste Modell mit Wankelmotor. Vor 20 Jahren begann die Karriere des MX-5 in Europa, eine Erfolgsgeschichte die weiter Bestand hat. Mit dem 626 behauptet sich Mazda seit 1979 auf dem Markt der Mittelklasse-Limousinen, der Mazda6 brachte endgültig den Durchbruch im Segment. Der Modellzyklus des Mazda6 ist verhältnismäßig kurz. 2002 kam die erste Generation auf den Markt, 2005 wurde diese dann überarbeitet. Nur zwei Jahre später stand auch schon die 2. Generation auf den Rädern, nun unterzog man auch diese einem Facelift.

Seit 2002 wurden nicht weniger als 1,8 Millionen Einheiten weltweit verkauft, über 600.000 davon alleine in Europa. Auch in Österreich zählt der Mazda6 seit Jahren zu den Besten seines Segmentes. Zumeist in den Top-Drei zu finden, verlor man im Vorjahr den Stockerlplatz an den Opel Insignia. Das nun erfolgte Facelift kommt also gerade recht, Ziel ist natürlich ein Comeback in den Top-Drei. Wobei die Mittelklasse in den letzten Jahren von 16 Prozent auf 12,4 Prozent Marktanteil am Gesamtmarkt geschrumpft ist. Minivans und SUV's setzten den klassischen Limousinen spürbar zu. Ein Pluspunkt beim Mazda6 ist die Vielfalt, neben drei Karosserievarianten - Viertürer, Fünftürer und Sport Combi - warten je drei Benzin- und Dieselmotoren sowie drei Ausstattungsversionen auf die Käufer.

Egal für welches Modell man sich entscheidet, der "Sechser" wurde mit dem Facelift spürbar aufgewertet. Die Frontpartie ist vor allem bei den sportlichen GTA-Modellen aggressiver als bisher, der Japaner strahlt dadurch schon im Stand mehr Elan aus. Dies wird auch durch neue Leichtmetallfelgen in 17 und 18 Zoll unterstrichen. Chromverzierte Heckleuchten kennzeichnen die überarbeiteten Modelle ebenso. Auch der Innenraum wurde auf Vordermann gebracht und vor allem in Details aufgemöbelt. So kommen verstärkt silberfarbene und in Pianolack gehaltene Applikationen zum Einsatz. Einen sehr angenehmen Pluspunkt des neuen Mazda6 muss man im wahrsten Sinn des Wortes erfahren. Die Geräuschkulisse an Bord ist extrem niedrig und unterbietet so manchen Premiumhersteller dieses Segmentes. Egal ob Diesel oder Benziner, selbst bei Autobahntempo steigt der Lärmpegel nur unwesentlich an.

Auf kurvigen Landstraßen kann der Mazda6 einen weiteren Trumpf ausspielen. Das Fahrwerk wurde ebenso wie die Lenkung überarbeitet und spürbar knackiger abgestimmt als bisher. Keine Angst, der Mazda ist keineswegs hart gefedert, aber dennoch agiler als der Vorgänger. Nicht weniger als 400 Teile sind neu, die Modifikationen betreffen auch die Motoren. Sowohl bei den Diesel- als auch den Benzintriebwerken konnten die Verbrauchs- und CO2-Werte bei gleichzeitiger Leistungssteigerung gesenkt werden. Ein Zweiliter-Direktenspritzer Benziner ersetzt den bisherigen Zweiliter-Motor, 155 PS, ein Drehmoment von 193 Nm und ein Verbrauch von durchschnittlich nur 6,9 Litern (159g CO2 / km) klingen vielversprechend.

Bei der ersten Ausfahrt wusste das Aggregat auch in der Praxis zu gefallen. Leise und elastisch harmoniert das Triebwerk gut mit dem Wesen des Mazda6. Auf Wunsch ist für diesen Motor auch ein Fünfstufen-Automatikgetriebe zu haben. Darüber hinaus gibt es einen 2,5 Liter Benziner mit 170 PS sowie einen 1,8er mit 120 PS. Der 2,2 Liter Turbodiesel kommt in drei Leistungsstufen, 129, 163 und 180 PS. Durch einen kleineren Turbolader konnte das Ansprechverhalten verbessert werden, das Topmodell gefiel mit Kraft im Überfluss. Auch bei den Sicherheits-Ausstattungen hat Mazda ein Schäuferl nachgelegt. Ein adaptives Xenon-Kurvenlicht steht ebenso in der Preisliste wie ein Spurwechsel-Assistent. Serienmäßig sind das bei Notbremsungen blinkende Bremslicht sowie ein Berganfahrassistent. Und längst überfällig hat Mazda endlich auch die Komfortblink-Funktion eingeführt, einmal Tippen bedeutet drei Mal blinken.

Trotz der zahlreichen Verbesserungen wurden die Preise des "Sechsers" nicht angehoben, im Gegenteil. 500 Euro ist das neue Modell günstiger als sein Vorgänger, das Basismodell 1,8i CE kommt somit als Viertürer auf 23.990 Euro. Die Ausstattung beinhaltet u.a. elektrische Fensterheber, eine Klimaanlage, ESP, sechs Airbags und ein CD-Radio. Beim Diesel startet die Preisliste bei 25.990 Euro, die Fünftürer kosten 600 Euro mehr als die Viertürer, der Sport Combi hat einen Zuschlag von 1.400 Euro. Das Topmodell der Modellreihe, der Mazda6 Sport Combi CD180 GTA Top - u.a. Leder, DVD-Navi, elektrische Sitze, 18-Zoll-Felgen, Bose Audio etc. - ist für 38.890 Euro zu haben, und steht wie alle Modelle ab sofort beim Händler. 2010 will Mazda Austria noch 3.200 Einheiten verkaufen, davon entfallen 1.000 Stück auf das alte Modell. Der Dieselanteil liegt hierzulande bei 56,1 Prozent, 52 Prozent greifen zum Fünftürer, 42 Prozent zum Sport Combi und lediglich sechs Prozent zur klassischen Limousine. Besonders stolz ist man auf die hohe Wertbeständigkeit des Mazda6. Künftig will man verstärkt Flottenkunden gewinnen, hier gibt es noch großes Potenzial.

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