Mercedes-Pkw sind allergikerfreundlich

Von der A- bis zur S-Klasse tragen alle Baureihen von Mercedes-Benz das Siegel der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF).

Ein neues, von Mercedes-Benz entwickeltes und zum Patent angemeldetes Prüfverfahren hat ergeben, dass die Aktivkohle-Feinstaubfilter im Fahrzeug auch kleinste allergene Partikel zurückhalten. Bestätigt wurden die Ergebnisse von einer medizinischen Studie der ECARF Institute GmbH, die in einer innovativen, mobilen Pollenkammer auf dem Gelände der Berliner Charité durchgeführt wurde.

Allergien sind in industrialisierten Ländern mittlerweile die häufigste chronische Erkrankung. So sind in Europa rund 30 Prozent der Bevölkerung davon betroffen. Nicht nur der Pollenflug von Frühjahr bis Herbst, sondern auch Ausdünstungen von Materialien und Hautkontakte mit diesen können zu einer verstärkten Abwehrreaktion führen, mit Krankheitssymptomen wie Schwellungen der Nasenschleimhaut und der Bronchien oder geschwollenen, juckenden Augen.

"Seit vielen Jahren überprüfen wir in allen Baureihen den Abscheidegrad der Klimaanlagen-Filter", erklärt Dr. Andreas Wiegers, Design for Environment, Innenraumemissionen bei Mercedes-Benz. "Wir legen diese Filter so aus, dass sie sowohl im Frischluft- wie im Umluftbetrieb so gut wie keinen Feinstaub und keine Pollen in den Innenraum durchlassen. Die antiallergene Wirkung unserer Filter in Bezug auf Pollen ist längst wissenschaftlich belegt. Aber besonders kleine allergene Partikel waren bislang leider nicht messbar." Zu den kleinsten Partikeln zählen fragmentierte Birkenpollen, Katzenhaarallergene und Schimmelpilze. Sie sind bis zu 1 µm klein, also 50- bis 100-mal dünner als das Haar eines Menschen. Der optionale Aktivkohle-Feinstaubfilter (serienmäßig in der S-Klasse) bietet eine optimierte Filterung der Außen- und Innenluft, darüber hinaus werden durch die Aktivkohle Gerüche vom Innenraum ferngehalten.

Die mobile Pollenkammer gilt als ein Meilenstein in der Allergieforschung. Sie besteht aus zwei großen Normcontainern, die miteinander verbunden sind und sich einfach auf- und wieder abladen lassen. In einem der beiden Container sitzen die Wissenschaftler zur Überwachung der Tests. Die zweite Einheit ist die eigentliche Kammer, in der sich Sitzplätze für die Probanden befinden. Über jedem Sitz ist ein Auslass, durch den die Pollen durch einen Luftkegel lasergezählt herausgelassen werden. Innerhalb der Kammer lässt sich für jeden Probanden individuell einstellen, ob der Luftstrom Pollen enthalten soll oder nicht. So ist auch eine Placeboprüfung möglich. Die Probanden notieren alle zehn Minuten auf einem standardisierten Symptombogen ihre etwaigen Beschwerden. Zudem werden in Intervallen die Lungen- und Nasenfunktion getestet sowie die Augenrötung kontrolliert.

Bei der Bauteilmessung werden zahlreiche Komponenten pro Ausstattungsvariante einer Baureihe getestet - Türverkleidungen und Sitze ebenso wie Dachhimmel oder Zierteile. Um einen realistischen Eindruck zu bekommen, werden dabei keine Muster-, sondern Serienteile verwendet, um gasförmige Luftinhaltsstoffe qualitativ und quantitativ zu bestimmen. Noch aufwendiger ist die Untersuchung des Gesamtfahrzeugs. Allein für die entsprechende Vorbereitung des Fahrzeugs, also die Bestückung mit dem Messequipment, benötigt das eingespielte Team eine dreiviertel Stunde, die Messungen selbst dauern eine volle Woche. Die Prüfkammer ist mit Edelstahl ausgekleidet, um Eigenemissionen zu vermeiden. Große Wärmestrahler simulieren die Sonne und heizen den Fahrzeuginnenraum auf. Denn unter Hitzeeinwirkung ist das Emissionsverhalten aus physikalischen Gründen stärker.

Im Fahrzeuginnenraum erfassen bis zu zehn Messfühler die Temperaturen in verschiedenen Bereichen wie beispielsweise der Oberseite des Armaturenbretts. Hinzu kommen Probandentests, die vorab von der Ethik-Kommission der Charité Berlin freigegeben werden. So fanden Fahrversuche mit an starkem Asthma leidenden Personen statt, bei denen Lungenfunktionstests Aufschluss über die Belastung des bronchialen Systems gaben.

dpp-autoreporter/wpr

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