Mercedes-Benz E-Klasse und Mercedes-AMG GLA – Fahrbericht

Wenn neue Sterne funkeln, lacht nicht nur das Autofahrerherz, sondern wie bei der Präsentation vor dem traditionsträchtigen Wiener Lusthaus im Prater auch die Sonne.

Zu einem Stelldichein geladen hat die gesamte Mercedes E-Klasse-Familie beginnend beim E 300de 4Matic T-Modell, über die E 350 Limousine, den E 400d bis hin zu den E 450 4Matic-Modellen als Limousine und als Cabrio.

Als quasi “Partycrasher” in dem seriös gediegenen Familientreffen fuhr die PS-Abteilung AMG mit den neuen AMG GLA 35 und 45 vor. Zwei Highlights, die auch einen Rallyestaatsmeister zu überzeugen wissen.

Die E-Klasse ist bei Mercedes das Zugpferd schlechthin. Seit 1946 ist sie ein fixer Bestandteil der Produktpalette und weiß seither ein breitgefächertes Publikum zu begeistern. Bis dato wurden etwa 14 Millionen Fahrzeuge von der Limousine über das Coupé, T-Modell bis hin zum Cabriolet an den Mann/die Frau gebracht.

Bei so einem Verkaufserfolg muss man mit jeder Generation Weiterentwicklung und Innovation behutsam umsetzen, man will ja niemand verschrecken. Und so besitzt auch die 10. Generation der E-Klasse eine Vielzahl an Neuerungen, ohne auf die Wurzeln zu vergessen oder durch einen technischen Overload ein Technikstudium vorauszusetzen.

Beim äußeren Auftritt sticht die modifizierte Frontpartie ins Auge, die bereits ab dem Basismodell über den Zentralstern in der Kühlergrillmitte verfügt, außerdem wird die Exklusivität durch ein Mehr an Chrom und Klavierlack je nach Ausstattungslinie unterstrichen.

Die Line Exclusive – der Name ist Programm – ziert die Vorderansicht der Limousine nicht nur durch den stehenden Stern sondern auch durch einen speziellen Kühlergrill mit Chromelementen. Chrom blitzt auch darunter aus dem Stoßfänger hervor.

Neue Details bei der Optik

Die neue AMG Line, Avantgarde und All-Terrain erkennt man außerdem an den Powerdomes auf der Motorhaube. Off-Road angelehnte Details wie den Unterfahrschutz oder die Einrahmung der Radkästen sind das Merkmal des All-Terrain.

Überhaupt haben sich die Designer auf einen noch dynamischeren Auftritt konzentriert, so erkennt man das Facelift auch von hinten, denn das Heck verfügt nun über neu gestaltete zweigeteilte Hecklichter, deren LED-Design ein wenig an Eiswürfelchen erinnert.

Das Familienlifting bringt natürlich auch farblich frischen Wind ins Sortiment, so kann man sich über drei neue Lackfarben – nämlich Hightech Silber, Graphitgrau Metallic und Mojave Silber – freuen. Neu sind auch Aeroräder beim Felgensortiment, die einen noch besseren Verbrauch unterstützen.

Motorisch legt Mercedes noch ein Schäufelchen in Sachen Effizienz drauf. Elektrifizierung des Antriebs heißt hier das Motto. Neben sieben verfügbaren Plug-In-Hybridmodellen kommt nun auch bei den Diesel- und Benzinmotoren ein integrierter Startergenerator zum Einsatz, der mit seinen 15 kW 180 Nm mehr Drehmoment und 14 PS EQ-Boost dazuschießen kann. Beim Dreiliter-Sechszylinderbenziner sind es so sogar 22 PS und 250 Nm EQ Boost extra.

Die Familie der Selbstzünder beschränkt sich derzeit auf zwei Aggregate, der E 220d kommt mit seinen vier Zylindern bei zwei Litern Hubraum auf 194 PS, der Sechszylinder E 400d verfügt über drei Liter Hubraum und leistet dafür 330 PS.

Bei den Benzinern gibt es ebenfalls zwei Motoren mit jeweils zwei und drei Liter Hubraum, jedoch in unterschiedlichen Stärken. Der schwächste, E 200, startet bei 197 PS, wohingegen der E 300 schon 258 PS liefert. Die Topbenziner sind der Sechszylinder E 450 mit 367 PS und der E 53 mit stattlichen 435 Rössern unter der Haube.

Erste Ausfahrt mit dem E-Klasse Cabriolet

Die unserer Ansicht nach schönste Kombination konnten wir im Zuge der Vorstellung auch antesten: Das Cabriolet E 450 4matic: Bereits von außen schön anzusehen mit den flachen Voll-LED-Scheinwerfern und der schnittigen Linie in der dem Cabrio und Coupé vorenthaltenen Farbe Patagonien Rot (designo), begeistert es auch gleich nach dem Einsteigen. Die weiße Lederlandschaft wirkt ebenfalls sehr edel. Ob sie pflegeleicht bleiben wird? Man wird sehen.

Die Sitze sind extrem komfortabel. Man fühlt sich sofort wohl wie in seinem Wohnzimmersofa und hat trotzdem einen sportlichen Halt. Besonders ins Auge springt das für die neue E-Klasse-Familie neu gestaltete Lenkrad, auf welchem man die verschiedensten Steuerungen nicht mehr durch Schalter sondern per Touch vornimmt.

Besonders extravagant sind die in allen Modellen vorhandenen zwei Bildschirme, die mit 10,25 Zoll jeweils bzw. als Extra in 12,3 Zoll Größe wirklich alle Ein- und Verstellmöglichkeiten und Informationen bieten, die man sich nur wünschen kann. Zwar braucht man für die Bedienung kein Technikstudium, wie bereits auch eingangs erwähnt, aber wer sich mit den gesamten Möglichkeiten, die das Fahrzeug bietet, wirklich auseinandersetzen möchte, der kann hier schon einiges an Zeit investieren. Hier freuen wir uns schon auf die Möglichkeit, das Cabrio im Zuge einer ausgiebigeren Testphase ausprobieren zu dürfen.

Fahrwerk und Aerodynamik lassen auch beim Cabrio keine Wünsche offen. Kraftvoll antrittsstark und mit einer hervorragend satten Straßenlage bereut man nicht, die lange Strecke durch das Leithagebirge gewählt zu haben. Mit dem Cabrio macht das Kurvenräubern auch richtig Spaß. Selbst bei hohen Geschwindigkeiten bleibt es im Fahrzeug angenehm ruhig. Sogar die Spracherkennung arbeitet während der offenen Fahrt einwandfrei.

Besonders bei Frauen sind Cabrios so eine Sache, denn der Wind im Haar kann das Styling schon mal zur Sturmfrisur umgestalten. An dieser Stelle dürfen wir beruhigen. Selbst ohne Windschott lediglich mit geschlossenen Fenstern sieht man mit langen Haaren nach einer Autobahnfahrt nicht so aus, als wäre man oben ohne unterwegs gewesen. Einfach traumhaft.

Viel Spaß beim AMG GLA

Derart beflügelt stiegen wir in den Mercedes AMG GLA 35 um. Eine echte Rennmaschine, deren Gesamtpaket mit seinen 306 PS aus dem Vierzylinder Turbo mit dem adaptiven Fahrwerk, das am Lenkrad umgeschaltet werden kann, förmlich nach teuren Fotos der Exekutive schreit. In 5,2 Sekunden auf 100 km/h – noch Fragen?

Aber auch die äußeren Auftritte des „kleinen“ GLA 35 4matic und des GLA 45 4matic+ verbergen ihr wahres Potential. Wo AMG draufsteht, ist AMG auch drin. Natürlich hat der GLA 45 als Basismodell 387 PS und in der S-Variante unsagbare 421 PS. Spaß machen beide, auch wenn man nicht im Motorsport zuhause ist, aber auch dann.