Mercedes F 600 Hygenius mit Brennstoffzellen-Antrieb

Neues Forschungsfahrzeug mit Brennstoffzellen-Antrieb wird auf der Tokyo Motor Show präsentiert

Mit dem neuen F 600 HYGENIUS setzt Mercedes-Benz die Reihe seiner Forschungsfahrzeuge fort. Ausgestattet mit einem 85 kW / 115 PS starken, emissionsfreien Brennstoffzellen-Antrieb verbraucht der familiengerecht konzipierte Kompaktwagen umgerechnet nur 2,9 Liter je 100 Kilometer und fährt mit einer Tankfüllung Wasserstoff über 400 Kilometer weit. "Damit machen wir einen großen Schritt auf dem Weg zur Marktreife des Brennstoffzellen-Antriebs, die wir zwischen 2012 und 2015 erreichen wollen", sagt Dr. Thomas Weber, Vorstandsmitglied der DaimlerChrysler AG für Forschung und Technologie. Darüber hinaus stellt Mercedes-Benz in dem Forschungsfahrzeug ein Bedienkonzept mit virtuellen Displays, neuartige Sitze und andere innovative Technologien für mehr Sicherheit und höheren Komfort vor.

Brennstoffzellen erzeugen aus der chemischen Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff Strom. Dabei entstehen keine Emissionen. "Diese zukunftsweisende Technologie haben wir entscheidend weiterentwickelt", sagt Professor Dr. Herbert Kohler, Leiter der Forschungsdirektion Fahrzeugaufbau und Antrieb bei DaimlerChrysler. "Die Brennstoffzelle des F 600 HYGENIUS ist rund 40 Prozent kleiner als bisher, arbeitet noch effizienter und zeichnet sich durch gutes Kaltstartverhaltend aus. Dafür sorgen Innovationen wie die Neukonzeption der Brennstoffzellen-Stacks, ein elektrischer Turbolader und ein neues Be- und Entfeuchtungssystem." Bei einer Spitzenleistung von 85 kW / 115 PS erreicht der F 600 HYGENIUS ein maximales Drehmoment von 350 Newtonmetern. Die Dauerleistung des Brennstoffzellen-Antriebs beträgt 60 kW / 82 PS bei einem Drehmoment von 250 Newtonmetern.

Da nicht benötigte Energie in einer leistungsstarken Lithium-Ionen-Batterie gespeichert wird, arbeitet das System ähnlich wie ein Hybridantrieb und nutzt in jeder Fahrsituation die jeweils beste Energiequelle . Der Elektromotor wird beispielsweise beim Einparken oder Rangieren nur aus der Batterie mit Strom versorgt, während beim Beschleunigen Brennstoffzelle und Batterie gemeinsam Energie liefern. Beim Bremsen dient der Elektromotor als Generator und lädt die Batterie auf. So wird Antriebsenergie zurückgewonnen.

Die Brennstoffzelle liefert nicht nur saubere Energie für den Antrieb des Forschungsfahrzeugs, sondern dient bei Bedarf auch als mobiles Kraftwerk : Ihre elektrische Leistung von 66 kW reicht aus, um mehrere Einfamilienhäuser mit Strom zu versorgen. Von diesen Vorteilen des Energie-Lieferanten profitieren auch die Passagiere des F 600 HYGENIUS: zum Beispiel durch Cupholder im Innenraum, die Getränke mit dem Strom aus der Brennstoffzelle kühlen oder warm halten. Zudem macht die Brennstoffzelle die Insassen bei Familienausflügen oder Geschäftsreisen unabhängig vom Stromnetz, denn mit ihrer Energie können - nach entsprechender Onboard-Umwandlung - überall elektrische Geräte auf dem normalen Spannungsniveau betrieben werden. Sie lassen sich an einer Steckdose in der Heckklappe anschließen.

Trotz der kompakten, 4348 Millimeter langen Karosserie übertrifft das Platzangebot im Innenraum des viertürigen F 600 HYGENIUS die Dimensionen der Oberklasse. Der Abstand zwischen den Vorder- und Fondsitzen - ein Indikator für Bewegungsfreiheit und Raumkomfort - beträgt 945 Millimeter und lässt sich dank verschiebbarer Fondeinzelsitze nochmals um bis zu 400 Millimeter vergrößern. Damit bietet das Forschungsfahrzeug die Komfortmaße exklusiver Luxus-Limousinen .

Mit zahlreichen durchdachten Detaillösungen ist der F 600 HYGENIUS ein ideales Familienauto. Das zeigen zum Beispiel die kind- und familiengerecht konstruierten Sitze : Dank einer neuen Technik sind die Rückenlehnen des Beifahrersitzes und der Einzelsitze im Fond beidseitig nutzbar; sie lassen sich so nach vorne schwenken, dass auf den Sitzpolstern ISOFIX-Kindersitze entgegen der Fahrtrichtung eingeklinkt werden können. Diese Vis-a-vis-Sitzanordnung ist für die Sicherheit und für die Betreuung von Kindern vorteilhaft. Zudem lassen sich die hinteren Sitze in Längs- und Querrichtung verschieben, sodass die kleinen Mitfahrer während der Reise bequem vom rechten Fondsitz erreichbar sind. Für den Fahrer hat Mercedes-Benz einen neuartigen Sitz entwickelt , dessen zweiteiliges Rückenpolster den Bewegungen des Oberkörpers folgt und in jeder Sitzposition die optimale Entlastung der Bandscheiben gewährleistet. Lehnt sich der Autofahrer beispielsweise im Sitz weiter zurück, schwenkt automatisch der untere Teil des Rückenpolsters nach vorne und stützt das Becken ab.

Kameras in den Gehäusen der Außenspiegel beobachten das Verkehrsgeschehen neben und hinter dem F 600 HYGENIUS auch, wenn das Forschungsfahrzeug parkt. Nähert sich ein anderes Auto oder ein Zweiradfahrer von hinten, blockiert das System automatisch für kurze Zeit die Türen, um beim Öffnen eine Kollision zu verhindern. Während der Fahrt überwacht das Videosystem den "toten Winkel" der beiden Außenspiegel und warnt den Fahrer beim Spurwechsel, wenn sich von hinten ein Fahrzeug nähert.

Die Heckklappe des F 600 HYGENIUS ist zweiteilig konstruiert und bietet dadurch ein Maximum an Funktionalität . Bei beengten Platzverhältnissen klappt sie während des Öffnens automatisch das untere Element nach innen, sodass sich der Schwenkbereich der Heckklappe deutlich verkleinert. Gleichzeitig bewegt sich der Heckstoßfänger nach unten und zieht die Bodenplatte des Kofferraums hervor, die dadurch leichter zu beladen ist. Auch die vorderen Türen zeichnen sich durch eine Technik aus, die auf engstem Parkraum hohen Ein- und Aussteigekomfort bietet: Sie schwenken schräg nach oben und nehmen dabei weniger seitlichen Raum in Anspruch als herkömmliche Autotüren.

Um die Vielzahl an Funktionen schnell, intuitiv und vor allem sicher zu steuern, entwickelten die Mercedes-Ingenieure ein Bedienkonzept, das auf dem erprobten Prinzip der neuen Mercedes-Benz S-Klasse basiert . Es trägt dazu bei, die Ablenkung des Autofahrers zu vermindern und die Fahrsicherheit zu steigern. Ähnlich wie in dem Mercedes-Spitzenmodell stehen für besonders häufig genutzte Systeme wie Autoradio, Klimaanlage, Telefon und Navigation Taster in einem mittleren Bedienfeld der Instrumententafel zur Verfügung. Sie sind für Fahrer und Beifahrer gleichermaßen gut erreichbar. Der zentrale Dreh- und Drücksteller des Bedienfelds erkennt automatisch, ob er vom Fahrer oder vom Beifahrer berührt wird und ermöglicht so beiden Passagieren individuelle Klima-Einstellungen. Diese intelligente Benutzer-Erkennung basiert auf hautelektrischer Signalübertragung: Sobald der Beifahrer den zentralen Dreh-/Drückschalter berührt, schließt sich ein Datenkontakt zwischen dem Bedienelement und einer Sensormatte im Sitzpolster und schaltet die Displayanzeige auf die Einstellungen für die Beifahrerseite um. Für erweiterte Bedienaufgaben fährt der für die S-Klasse entwickelte COMANDController aus der Armauflage zwischen den Vordersitzen hervor und ermöglicht einen bequemen Einstieg in die Menüsteuerung des COMAND-Systems.

Die Darstellungen auf den beiden hochauflösenden Farb-Displays in der Instrumententafel werden über zwei Spiegel umgelenkt und so projiziert, dass sie optisch in einer Entfernung von 1,40 Meter vor dem Fahrer erscheinen. Diese neuartige virtuelle Anzeigetechnik verkürzt die Zeit des Blickwechsels vom ferneren Verkehrsgeschehen vor dem Auto auf das nahe Display im Cockpit. Wissenschaftliche Studien bestätigen: Die Augen des Autofahrers müssen bei dieser Technik nicht zwischen Nah- und Fernsicht adaptieren und ermüden deshalb nicht so schnell.

Scheinwerfer mit Hochleistungs-Leuchtdioden (LED) verbessern die Sicht des Autofahrers bei Dunkelheit und helfen, Unfälle zu vermeiden. Die LEDs sind auf drei Projektionsmodule verteilt: Das mittlere Lichtmodul wird je nach Fahrsituation geschaltet und übernimmt zusätzliche Aufgaben wie Fern-, Kurven- oder Abbiegelicht. Die verschiedenen Lichtfunktionen realisieren die Ingenieure allein durch die elektronische Ansteuerung einzelner Leuchtdioden - bewegliche Bauteile wie sie heute für das Kurvenlicht benötigt werden, sind nicht erforderlich.

Das präventive Insassenschutzsystem PRE-SAFE , das 2002 in der Mercedes-Benz S-Klasse Weltpremiere feierte, werden die Ingenieure der Stuttgarter Automarke in Zukunft kontinuierlich erweitern. An Bord des F 600 HYGENIUS zeigen sie zwei weitere vorsorgliche Schutzfunktionen: ein aktiver Knieschutz, der den Beifahrer abstützt, und Kopfstützen mit automatisch ausfahrbaren Seitenwangen, die den Kopf fixieren. Diese und andere PRE-SAFE-Maßnahmen werden vor einem drohenden Unfall aktiviert, um Insassen und Fahrzeug auf die Kollision vorzubereiten.

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