Mercedes : Müdigkeit-Warnsystem für Autofahrer

Müdigkeits-Erkennung hängt von vielen Faktoren ab

"Übermüdung" gilt laut Statistik als Ursache von rund 0,5 Prozent aller schweren Verkehrsunfälle. Lt. Experten ist die Dunkelziffer aber weitaus größer, da sich Müdigkeit bei der Unfallrekonstruktion oft nicht mehr feststellen und nachweisen lässt. Mercedes-Benz hat deshalb sein neuestes Projekt zur Müdigkeitserkennung fortgesetzt. Hierbei wurde unter anderem ein Verfahren entwickelt, dass den Lidschlag des Fahrers beobachtet . Dabei registriert eine auf den Kopf des Autofahrers gerichtete Infrarotkamera permanent die Lidschlagfrequenz und erkennt sofort, wenn beim Sekundenschlaf die Augen für einige Zeit geschlossen bleiben. Dann ertönt im Auto-Cockpit ein Warnsignal.

Auch andere physiologische Messungen wie das Elektroenzephalogramm (EEG) werden eingesetzt, um objektive Indikatoren für Ermüdung zu erhalten. Eine andere Methode basiert auf der Analyse von Fahrdynamikdaten , wie zum Beispiel dem Lenk- und Bremsverhalten. Eines dieser Systeme löst Alarm aus, wenn der Autofahrer die Lenkung für längere Zeit nicht bewegt hat.

Zur Müdigkeits-Erkennung sind eine Vielzahl von Faktoren zu berücksichtigen, zum Beispiel der individuelle Fahrstil, die Fahrtdauer, die jeweilige Tageszeit und die aktuelle Verkehrssituation. Diese Daten werden vom System kontinuierlich mit gespeicherten Erfahrungswerten verglichen und bilden dann ein individuelles Fahrerprofil . Auf Basis einer Wahrscheinlichkeitsrechnung wird festgestellt, ob Anzeichen für eine beginnende Müdigkeit vorliegen oder nicht.

Verschiedene wissenschaftliche Studien gehen davon aus, dass zwischen zehn und 20 Prozent der schweren Verkehrsunfälle auf Übermüdung zurückzuführen sind . Laut einer Untersuchung der deutschen Versicherungsgesellschaften ist Müdigkeit die Ursache jedes vierten tödlichen Autobahnunfalls. Die Wahrscheinlichkeit, durch Übermüdung tödlich zu verunglücken, ist mehr als 2,5-mal größer als bei allen anderen Unfallursachen.

Zwei Drittel der Müdigkeitsunfälle passieren in der Dunkelheit, jeder zweite bei geringer Verkehrsdichte. Die meisten Unglücksfälle dieser Art ereignen sich in den frühen Morgenstunden zwischen zwei und sechs Uhr, aber auch am Nachmittag.

Ebenso tückisch ist der Sekundenschlaf bei offenen Augen , den Wissenschaftler ebenfalls oft bei ihren Untersuchungen feststellen. In diesem Schlafzustand werden die Wahrnehmungen der Augen gar nicht oder nur sehr langsam vom Gehirn verarbeitet, sodass sich die Reaktionszeiten deutlich verlängern.

auto-reporter

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