Mini Countryman Plug-in-Hybrid - Fahrbericht

Mit dem Cooper S E Countryman ALL4 bringt Mini erstmals ein Plug-in-Hybrid-Fahrzeug auf den Markt. Wir sind ihn schon gefahren.

Der neue Mini Countryman ist jetzt auch in einer Plug-in-Hybrid-Version erhältlich. Er soll dabei den typischen Mini-Fahrspaß mit hoher Effizienz verbinden. Angetrieben wird der Plug-in-Hybrid aus der Kombination von 1,5 Liter 3-Zylinder Benzinmotor mit 136 PS (100 kW) und einem 88 PS (63 kW) starken Elektromotor. Während der Benzinmotor die Vorderräder antreibt, sorgt der E-Motor bei der Hinterachse für den Vorwärtstrieb.

Dadurch ergibt sich ein Allradantrieb, bei dem die Kraft immer perfekt verteilt werden soll. Die Systemleistung liegt bei 224 PS (165 kW). Der Verbrauch soll bei nur 2,1 Litern pro 100 Kilometer liegen. Bis zu 42 Kilometer können rein elektrisch zurückgelegt werden, die Höchstgeschwindigkeit liegt dabei bei 125 km/h. Die 7,6 kWh große Batterie kann in 2,5 bis 3,25 Stunden an einer Steckdose aufgeladen werden.

Eine weitere Möglichkeit, die Batterien zu laden, besteht während der Fahrt, wenn man in den "Save Battery"-Modus geht. Die Batterie wird in diesem Modus vom Benzinmotor und durch Bremsenergie-rückgewinnung wieder aufgeladen. Beim Start ist man automatisch im Auto eDrive-Modus, der rein elektrisches Fahren bis zu 80 km/h ermöglicht und automatisch zwischen Benzin- und E-Antrieb wechselt, ganz nach Bedarf. Im dritten Modus, dem Max eDrive-Modus, ist man rein elektrisch unterwegs, bis zu 125 km/h. Fährt man schneller oder betätigt den Kickdown, schaltet sich erst der Benzinmotor hinzu.

Bei einer ersten Ausfahrt haben wir schon die Vorzüge dieser Antriebsart genießen können. Betätigt man den gelben Startknopf, merkt man nur durch die Anzeige, dass der Mini startklar ist. Jetzt muss man nur noch den Automatikwählhebel in die Drive-Position bringen, und schon geht es geräuschlos dahin. Vor allem in der Stadt ist der Mini auch im reinen E-Modus überaus agil und dynamisch, bewegt sich dabei aber völlig geräuschlos. Der E-Motor liefert zwischen 0 und 3.000 U/Min ein maximales Drehmoment von 165 Nm.

Selbst auf der Stadtautobahn ist man noch im E-Modus unterwegs, und sobald man den Fuß vom Gaspedal nimmt, werden die Batterien durch die Rekuperation schon wieder mit neuer Energie versorgt. So kommt man tatsächlich auf die rund 42 Kilometer rein elektrische Reichweite, die das Werk verspricht. Wer zum Beispiel täglich 20 Kilometer in die Arbeit fährt, kann so beide Touren rein elektrisch zurück legen und am Abend den Mini wieder an der Steckdose aufladen.

Dass der Mini nicht sparsam sein kann, sondern auch richtig Spaß macht, merkt man wenn man beherzt aufs Gaspedal steigt und E- sowie Verbrennungs-Motor gemeinsam arbeiten. Dann sprintet der Mini in nur 6,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ist bis zu 198 km/h schnell. Durch den niedrigen Schwerpunkt ist auch das typische Go-Kart-Feeling noch ausgeprägter als beim normalen Countryman. Das automatische 6-Gang-Getriebe erledigt seine Arbeit zur vollsten Zufriedenheit. Für viel Komfort sorgt die gute Geräuschdämmung, den Übergang von E- auf Benzin-Motor merkt man fast gar nicht.

Man fühlt sich im Innenraum auch sehr wohl, der Mix aus hochwertigen Materialien, modernem Infotainmentsystem und Retro-Look steht dem Countryman ausgezeichnet. Auch das Platzangebot geht in Ordnung, selbst in der zweiten Reihe haben groß Gewachsene noch ausreichend Raum. Das Kofferraumvolumen ist mit 405 Litern Fassungsvermögen nur geringfügig kleiner als bei den anderen Countryman-Modellen und kann durch Umklappen der Rückbank noch auf 1.275 Liter erweitert werden. Wer einen Mini Cooper S E Countryman sein Eigen nennen möchte, der muss mit mindestens 36.950 Euro kalkulieren.