Mini Countryman - Kurze Testfahrt

Mit dem Countryman bringt Mini sein viertes Familienmitglied auf den Markt. Auto-Motor.at hat schon erste Eindrücke vom großen Mini sammeln können.

Erstmal gibt es mit dem Countryman einen Mini mit vier Türen, einer Länge von über vier Metern und mit Vierradantrieb. Mini möchte damit neue Kundenkreise erschließen und ein Auto für jene anbieten, die zwar den Lifestyle des Minis schätzen, jedoch mehr Platz benötigen. Dass es sich beim Countryman um einen Mini handelt, sieht man auf den ersten Blick. Die Designer haben hier einen gewaltigen Spagat gemeistert. Zwar sollte das Design eigenständig sein, jedoch die Verwandtschaft zu den anderen Mini-Modellen nicht abhanden kommen. Und die Umsetzung ist sehr gut gelungen. Wie bei seinen Geschwistern sind auch beim Countryman die Überhänge vorne und hinten sehr kurz, was zum einen im Innenraum viel Platz bringt und zum anderen das typische Mini-Design vermittelt. Hinzu kommen die 16 bis 19 Zoll großen Felgen, die den Offroad-Mini sehr stämmig wirken lassen und die Radkästen gut ausfüllen.

Auch im Innenraum erkennt man trotz vieler neuer Highlights sofort, dass es sich um einen Mini handelt. Der große Tacho sitzt wieder prominent in der Mitte der Armaturen- landschaft, der Drehzahlmesser inkl. Bordcomputer und Schaltpunktanzeige hinter dem Lenkrad. Komplett neu ist dafür die sogenannte "Center Rail", eine Mittelkonsole die sich vom Schalthebel bis zwischen die Rücksitze erstreckt. Zumindest wenn der Mini mit vier Einzelsitzen geordert wurde, wenn man sich für den fünfsitzigen entscheidet, endet die Center Rail früher. Die Center Rail bietet ein völlig neues Ablagenkonzept mit vielen Individualisierungsmöglichkeiten. Es kann zum Beispiel eine i-Pod Halterung, ein Brillenetui, ein Becherhalter oder auch eine Handybefestigung montiert werden. Alle diese Objekte können entlang der Center Rail platziert und verschoben werden. In der Nacht kann dann auch die Ambiente-Beleuchtung stufenlos zwischen Orange und Blau verstellt werden.

Genau solche netten Gimmicks machen aus einem normalen Kompakt-Offroader einen Lifestyle-Offroader wie es der Countryman ist. Die Kunden, die einen Mini möchten, wollen das Besondere, und das bietet der neueste Mini bei vielen Details. Doch ebenso wichtig wird für viele die Frage sein, wie sich der Countryman fährt. Gleich vorweg: Nicht nur die Optik ist eindeutig Mini, auch das von den Mini-Fahrern geschätzte Go-Kart-Feeling ist dem Countryman erhalten geblieben. Auch mit der etwas erhöhten Sitzposition bleibt der Mini seinen alten Tugenden treu. Das Kupplungspedal ist leicht zu betätigen, und der Kupplungsweg ist ebenso kurz wie die Schaltwege vom serienmäßigen 6-Gang-Getriebe. Hinzu kommen die sehr direkte Lenkung, die sofort jede kleinste Lenkbewegung am sehr griffigen und gut dimensionierten Lenkrad umsetzt und die perfekte Straßenlage.

Bei der Motorisierung kann der Kunde zwischen drei Benzin- und zwei Dieselmotoren wählen. Die Leistung der Benzinmotoren beträgt 98 PS (72 kW), 122 PS (90 kW) oder 184 PS (135 kW), bei den Dieseltriebwerken stehen 90 PS (66 kW) und 112 PS (82 kW) zur Verfügung. Die jeweils stärksten Motoren lassen sich auch mit dem neuen ALL4 Allradantrieb kombinieren. Der vollelektronische Allradantrieb verteilt je nach Anforderung und Fahrbahnuntergrund die Kraft auf alle vier Räder, kann bei Bedarf aber auch 100 % der Energie auf ein einzelnes Rad lenken.

Wir haben zum einen den Cooper mit 122 PS und den Cooper S ALL4 mit 184 PS für einen ersten Fahreindruck getestet. Preislich bewegt man sich dabei zwischen 23.490 und 29.590 Euro - ohne Extras. Diese können den Fahrzeugpreis natürlich noch nach oben schnellen lassen, so dass man durchaus schon noch über die 40.000 Euro-Schwelle kommen kann. Der Einstieg in die Welt des Countryman beginnt aber bei 20.990 Euro für den One mit 98 PS, der One D kommt auf 22.590 Euro.

Optisch unterscheidet sich der Cooper S von den anderen Modellen durch einen geänderten Kühlergrill und einen anderen Heckstoßfänger. Motorisch sind die zwei gefahrenen Modelle aber wie Tag und Nacht. Während der 122 PS-Motor vor allem in der Stadt sein Wohlfühlgebiet gefunden hat, spürt man im Cooper S mit seinen 184 PS, wie er sich nach kurvigen Landstraßen sehnt. Den Sprint von 0 auf 100 km/h erledigt der Cooper S in 7,6 Sekunden, der Cooper benötigt für die gleiche Aufgabe 10,5 Sekunden. Nicht, dass der Cooper untermotorisiert wäre, aber bei kurvigen Bergstraßen und bei Überholmanövern würde man sich doch mehr Leistung wünschen. Gerade, weil das Fahrwerk und das Handling so perfekt sind, wäre man gerne auch motorisch sportlicher unterwegs. Mit dem Cooper S passen dann alle Attribute wieder zusammen, und man hat den Fahrspaß, den man sich optisch schon erwartet hat. Die erste Wahl für jene, die auch gerne abseits der Stadt viel Fahrfreude erleben möchten, sollte also der Cooper S sein. Im Innenraum herrscht dann wieder Gleichstand. Das Platzangebot ist das Gegenteil von "Mini". Auf den vier äußerst bequemen Sitzen finden selbst groß gewachsene Personen bequem Platz, sowohl die Bein- als auch Kopffreiheit sind top. Selbst auf langen Strecken fühlt man sich im Mini wohl. Lediglich das Geräuschniveau könnte bei Autobahntempo niedriger sein, hier stören laute Wind- und Abrollgeräusche den ansonsten sehr guten Komfort. Der Kofferraum ist mit 350 Liter Volumen für einen kurzen Wochenendtrip groß genug, wer mehr Platz benötigt kann bei umgeklappten Sitzen auf ein Volumen von 1.170 Liter kommen.

Mit dem Countryman haben somit alle, denen die bisherigen Modelle nicht groß genug waren, einen idealen Partner gefunden. Und auch für Patrioten ist der Mini das ideale Auto, gebaut wird er nämlich bei Magna in Graz. Wer den Diesel bestellt, bekommt sogar noch einen Motor aus österreichischer Produktion. Perfekt passt es dann natürlich auch, dass unter den 11 Außen- und 2 Dachfarben auch Rot und Weiß mit dabei sind und einem wirklich rot-weiß-roten Auto nichts mehr im Wege steht. Erhältlich ist der Mini Countryman ab 17. September 2010.

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