Der neue Mini Diesel - Fahrbericht

Der neue, aus Steyr stammende Turbodiesel kann im facegelifteten Mini voll überzeugen. Wir waren auf erster Testfahrt.

Seit der Wiederbelebung durch BMW im Jahr 2001 ist Mini eine Erfolgsgeschichte. Über 1,7 Millionen Minis wurden seit damals verkauft, mit der Einführung des viertürigen Countryman im Herbst bekommt die Marke nach dem Clubman abermals Zuwachs. Doch nicht nur der Countryman läuft am 18. September vom Stapel, auch alle anderen Modelle wurden einer Verjüngungskur unterzogen. Sowohl der klassische dreitürige Mini als auch der Clubman und das Cabrio zeichnen sich durch neu gestaltete Stoßfänger vorne und hinten sowie LED-Heckleuchten aus.

Neben dem optisch frischeren Auftritt erfüllt die neue Frontpartie auch die künftig noch strengeren Grenzwerte des Fußgänger-Aufprallschutzes. Die LED-Rücklichter helfen Kraftstoff zu sparen, schließlich sind sie um 70 Prozent sparsamer als herkömmliche Glühbirnen. Neue Farben und Alufelgen runden den äußeren Auftritt ab. Neue Farbkombinationen gibt es auch im Innenraum, Spezialisten fallen die neuen Lüftungsregler auf. Als praktisch erweist sich die Heckrollo beim Clubman, welche die bislang starre Abdeckung ersetzt.

Besonders stolz ist man auf Mini Connected, das bis dato allerdings nur mit einem iPhone funktioniert, weitere Systeme wie Android sind in Vorbereitung. Mit Mini Connected kann man mithilfe einer Web-Radio-Applikation Musiksender aus der ganzen Welt ins Auto holen oder Facebook-Statusmeldungen in den Bordmonitor einblenden lassen. Und natürlich hat man Zugriff auf die gespeicherte MP3-Sammlung.

Die wesentlichste Änderung findet man aber unter der Haube. Die bislang vom PSA-Konzern zugekauften und adaptierten Dieselmotoren haben ausgedient, ab sofort stammen die Selbstzünder allesamt aus dem BMW-Werk in Steyr. Als Basis dient der aus BMW-Modellen bekannte Zweiliter Turbodiesel. Der Hubraum wurde auf 1,6 Liter reduziert, das Triebwerk ist in zwei Leistungsstufen mit 90 bzw. 112 PS zu haben. Wir waren mit dem EU5-tauglichen Motor bereits auf erster Testfahrt. Der Mini Cooper D sprintet äußerst agil, man würde ihm gut und gerne 20 PS mehr zutrauen als er tatsächlich hat. Nach wie vor unschlagbar ist das Gokart-Feeling und die direkte Auslegung. Akustisch bleibt der Motor dank überarbeiteter Kapselung dezent im Hintergrund. Dass der Selbstzünder gut verpackt ist, freut nicht nur die Ohren sondern auch die Geldbörse des Mini-Fahrers.

Wie das? Nun, der Motor speichert Restwärme effektiver als bisher, was sich unter anderem in besseren Abgaswerten und einem niedrigeren Verbrauch niederschlägt. Mit 3,8 Litern auf 100 km finden beide Varianten das Auslangen, mit dieser und anderen "Minimalism" Maßnahmen wie einer Start-/Stopp-Automatik ist es Mini auch gelungen die magische Grenze von 100g CO2 pro Kilometer zu unterbieten und auf 99g zu kommen. Dank eines Drehmomentes von 270 Nm ist Kraft in jeder Lebenslage und in jedem der sechs Gänge vorhanden, Tempo 100 km/h ist bereits nach 9,7 Sekunden erreicht.

Unterm Strich sind die neuen Dieselmotoren die Idealbesetzungen der Mini-Palette. Sparsam aber alles andere als spaßarm und dazu noch günstig im Unterhalt. Die bekannten Benziner bleiben weiterhin im Programm, die Leistungspalette reicht von 75 über 98, 122 bis hin zu 184 PS im Cooper S. Keine Sorge, auch der 211 PS starke John Cooper Works bleibt im Programm. Die Preisliste des überarbeiteten Mini startet bei 15.940 Euro für den One mit 75 PS, die neuen Dieselmodelle sind ab 18.790 bzw. 21.490 Euro zu haben.

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