Mitsubishi i-MiEV - Fahrbericht

Mitsubishi startet in Österreich mit dem ersten Großserien-Elektroauto, dem i-MiEV. Ein 67 PS starker Viersitzer mit bis zu 150 Kilometern Reichweite.

Mitsubishi ist der erste Groß- serienhersteller, der ein rein elektrisches Auto auf die Räder stellt - auch wenn es in Österreich bereits den zweitürigen Th!nk gibt und auch wenn die Produktionspartner Citroen C-Zero und Peugeot iOn bereits in den Startlöchern scharren. i-MiEV klingt in deutschsprachigen Ohren vielleicht nicht unbedingt wohlriechend. Aber es ist immerhin ein grüner Geruch - wenn nicht Duft -, den dieses Auto verströmt. Und: Der 49 kW (67 PS) starke Elektro-Mitsubishi i-MiEV bietet abseits seines Antriebs - das konnten wir im Rahmen einer Probefahrt feststellen - ein ausgeklügeltes Raumkonzept: Platz für vier durchaus groß gewachsene Personen. Dabei geriet er mit seiner Länge von 3,48 Metern (Höhe: beachtliche 1,61 Meter) dennoch sehr kompakt.

Der Antrieb erfolgt auf die Hinterräder, der Motor liegt genau darüber. Dies ist aufgrund des extremen Drehmoments des Elektromotors (180 Newtonmeter von der ersten Umdrehung weg) und der besseren Traktion von angetriebenen Hinterrädern, die noch dazu vom Motor beschwert werden, das Layout, auf das sich die E-Autoindustrie zu einigen scheint. Dementsprechend spritzig geht der Kleine ans Werk, leise surrend nach Elektro-Art sowieso. Die Lithium-Ionen-Batterie sorgt bei braver Fahrweise für eine Reichweite von 150 Kilometern. Weniger Brave fahren bis zu 130 km/h schnell. Probefahren kann man den i-MiEV übrigens (als Rechtslenker) ab sofort. Wirklich in Empfang nehmen kann man ihn (als Linkslenker) ab Dezember.

Mitsubishi i-MiEV(Bildquelle: Werk)

Die Kosten für das Elektroauto schrecken auf den ersten Blick ab: 35.900 Euro. Ein Preis, für den man einen 160 PS starken VW Passat erhält. Oder umgekehrt: drei topausgestattete Toyota Aygo in i-MiEV-Größe. Den Kaufpreis vergisst man jedoch am besten gleich wieder, denn verlockender scheint das Leasingpaket zu sein, das Mitsubishi Österreich mit seinem Partner LeasePlan für kommerzielle Partner geschnürt hat. Die Eckdaten: 499 Euro Leasingrate pro Monat, bei einer Anzahlung von 10.350 Euro und unter Ausnützung der staatlichen Unternehmer-Förderung von klima:aktiv in der Höhe von 5.000 Euro. Das inkludierte "Sorglos-Paket" befreit dabei von sämtlichen Service-Kosten und von der Sorge um den Wiederverkaufswert. Für Privatkäufer gilt dieses Angebot leider nicht, aber - so hart es klingt - sie werden in der ersten Welle auch nicht wirklich angesprochen. Außer, Geld spielt für sie im Vergleich zur erregbaren Aufmerksamkeit keine Rolle. Zunächst einmal muss sich die Elektro-Idee über kommerzielle Nutzer so weit verbreiten, dass die dadurch entstehenden Skaleneffekte zu einer Kaufpreis-Verbilligung führen. Denn erst, wenn die gute Sache in preisliche Nähe von Verbrennungsfahrzeugen kommt, wird sie auch für uns Normalverbraucher attraktiv.

Apropos gute Sache: Umweltschutz wird bei Elektroautos erst dann schlagend, wenn der Strom aus erneuerbaren Quellen kommt. Dies gilt in Ländern wie Österreich, wo Strom zu zwei Dritteln aus erneuerbaren Energien erzeugt wird. Nicht jedoch in China, bei ausschließlicher Stromerzeugung via Braunkohle-Kraftwerken. Hier liegt der CO2-Verbrauch unterm Strich deutlich über sparsamen Autos mit Verbrennungsmotor. Im i-MiEV-Paket inkludiert sind übrigens (Eingang-)Automatik, ESP, sechs Airbags, Klimaanlage, E-Servolenkung, vier Fensterheber, Alufelgen, eine umklappbare Fondbank etc.

Sechs Anlaufstellen innerhalb Österreichs bietet der Mitsubishi-Importeur Denzel vom Start weg an: in Wien, Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck und Schlins (Vbg.). Geplant sind 500 verkaufte Einheiten im Jahr 2011. Es könnten wohl noch mehr - vielleicht auch Privatkunden - sein, würde man seitens der österreichischen Bundespolitik kräftiger fördern. Doch wie sagte die bei der i-MiEV-Präsentation anwesende Infrastrukturministerin Doris Bures (SPÖ) so schön: "Förderungen beim Autokauf, also quasi Subvention durch den Steuerzahler, lehnen wir ab. Wir investieren unser Geld lieber in Forschung und Entwicklung." Na, dann.

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