Der neue Nissan GT-R fährt bei Super-GT Meisterschaft

Zwei Werks- und drei Privatwagen in der japanischen Super-GT

Neues Auto, aber alte Mannschaftsstärke: Mit erneut vier Teams und fünf Rennwagen geht Nissan in die neue Saison der japanischen Super-GT-Meisterschaft . Nach vier Jahren mit dem Modell 350Z wechselt das Unternehmen für 2008 auf die Rennversion des auf der Tokyo Motor Show 2007 vorgestellten GT-R . In einem von zwei schwarz/roten NISMO-Werkswagen nimmt Michael Krumm (37) seine nunmehr zehnte Saison für Nissan in Angriff. Mit dem Japaner Masataka Yanagida erhält er im Auto mit Startnummer 22 einen neuen, "alten" Teamkollegen. Schon 2005 formten beide bereits ein Team, ehe Yanagida für die nächsten beiden Jahre in die Dienste privater Nissan-Teams trat.

Im zweiten NISMO mit Nummer 23 bilden Satoshi Motoyama und Benoit Treluyer ein besonders schnelles und erfahrenes Duo. "Das sind die Fahrer, mit denen wir auf Titeljagd gehen wollen", deutet Teammanager Yoshitaka Iijima einen "Nummer Eins"-Status bereits an.

Unterstützt werden die beiden offiziellen Nennungen durch drei weitere, werksunterstützte GT-R . Im gelben "Yellow Hat"-Auto von Hasemi Motorsport nehmen gleich zwei neue Piloten Platz: Der Italiener Ronnie Quintarelli gewann 2004 die japanische Formel-3-Meisterschaft, trat aber in der Super-GT-Serie - zuletzt 2007 bei drei Rennen für Toyota/Lexus - bislang eher sporadisch auf. Ihm zur Seite steht - nach einem Jahr Abstinenz bei den GT - Naoki Yokomizo. Beide Piloten fuhren einst in der Formel 3 für dasselbe Team, sind sich also nicht unbekannt.

Auch der blaue Calsonic-GT-R des Teams IMPUL wird von einer europäisch/japanischen Paarung bewegt: Der Franzose Sebastien Philippe (2007 noch im Hasemi-Auto) wechselt sich dort mit Ex-Krumm-Partner Tsugio Matsuda ab. Gleich geblieben ist dagegen die Paarung im von Kondo Racing genannten GT-R mit Startnummer 24: Joao Paolo de Oliveira (Brasilien) und Seji Ara (Japan), einer der Sieger der 24 Stunden von Le Mans 2004, gehen in ihr zweites gemeinsames Jahr. Während der Kondo-GT-R auf Yokohama-Reifen rollt, setzen die übrigen vier Nissan durchgehend auf Bridgestone -Gummi.

Die beliebteste Rennserie Japans geht über neun Läufe und beginnt am 15. März in Suzuka. Nach zwei Siegen in der Fahrerwertung 2003 und 2004 sowie dem Gewinn der Teamwertung 2005 will Nissan mit dem neuen GT-R nun mit aller Macht wieder in die Erfolgsspur zurück. Für Kunihiko Kakimoto, dem für alle fünf Teams verantwortlichen Rennleiter, kann es für die neue Saison daher nur eine Devise geben: "Den Titel in der Fahrer- und der Teammeisterschaft . Nach einer vierjährigen Pause mit dem Modell GT-R wollen wir uns mit nichts Geringerem zufrieden geben. Wir halten dies für unsere Verpflichtung, auch gegenüber den zahlreichen Nissan-Fans."

Bei der Entwicklung des mit einem 4,5 Liter großen V8-Saugmotor (Bezeichnung VK45) bestückten GT-R verfolgten die Nissan-Renningenieure vor allem drei Ziele :Neben dem direkten Werkseinsatz in der GT500-Kategorie unterstützen Nissan und NISMO die in der Unterklasse GT300 engagierten Privatteams. Ebenso wie die Nissan treu gebliebenen Teilnehmer an der Super Taikyu-Serie setzen auch sie weiterhin das Modell 350Z ein.

  • Gewichtsreduktion an wichtigen Teilen, Senkung des Fahrzeugschwerpunkts und ausgeglichene Gewichtsverteilung, um so ein noch besseres Handling zu erhalten.
  • Mit Hilfe der aerodynamischen Vorteile des neuen GT-R, Verringerung des Luftwiderstands und Erhöhung des Anpressdrucks .
  • Noch höhere Leistung des VK45-Motors bei gleichzeitig verringertem Verbrauch.

Wichtigste Standbeine der Nissan-Nachwuchsförderung sind auch 2008 der Micra-Markenpokal und die Formula Challenge Japan. Auch im sechsten Jahr seines Bestehens ist der Marken-Cup mit dem Micra (in Japan March) das ideale Betätigungsfeld für Tourenwagen-Einsteiger. Im Rahmen regionaler Meisterschaften (EAST Japan Series, WEST Japan Series und NISSAN MARCH Champion Cup ) kommen 2008 insgesamt elf Läufe zur Austragung. Während der Rennen sind Datenaufzeichnungsgeräte an Bord, die noch vorhandene Schwachstellen der Piloten aufzeichnen. Ebenfalls mit dem Ziel der Weiterbildung richten die Veranstalter im Vorfeld jedes Rennens vor Ort eine Rennfahrerschule ein. Sie verrät die Eigenheiten der jeweiligen Strecke und gibt Antworten auf alle für einen Renneleven wichtigen Fragen.Die 2006 neu gegründete Formula Challenge Japan (FCJ) gilt als Talentschmiede für künftige Formel-1-Piloten. Zum Einsatz kommen Monoposto mit 200 PS starken 2,0-Liter-Motoren und Dunlop-Einheitsreifen. Startberechtigt sind unter 26 Jahre alte Piloten, die zuvor noch in keiner höheren Klasse als der Formel 3 aktiv waren. Nissan unterstützt zusammen mit Toyota und Honda die Serie von Anfang an, unter anderem in Form eines von NISMO bereitgestellten Wartungsdienstes für die Motoren. Darüber hinaus unterhält das Unternehmen einen Nachwuchsstall, dessen Jahrgangsbester 2009 auf Nissan-Kosten die komplette Saison der englischen Formel Renault bestreiten darf. Ausgewählt wird zwischen vier Youngstern, die in diesem Jahr unter dem Patronat der offiziellen Nachwuchsakademie in der FCJ antreten.Seit 2006 vertritt das Team Dongfeng Ghia Sports mit zwei Tiida erfolgreich die Nissan-Farben in der 1,6-Liter-Klasse der China Circuit Championship (CCC). 2006 reichte es zum Gewinn der Meisterschaft, letztes Jahr sprang der Vize-Titel heraus. Das mit in China gefertigten Autos ausgetragene Tourenwagen-Championat ist die populärste Motorsportdisziplin des Landes.Mit dem Pick-Up Navara ist die südafrikanische Nissan-Dependance erneut bei der nationalen Off-Road-Meisterschaft präsent. Nissan ist Abonnement-Sieger bei den harten Busch-Rallies, gewann die Serie bereits sieben Mal in Folge. Ein zweites Betätigungsfeld am Kap ist für Nissan seit 2005 die mit seriennahen Touren- und GT-Wagen ausgetragene südafrikanische Produktionswagen-Meisterschaft. Hier ist der Meister des Jahres 2006 und Dritte des Vorjahres, Leeroy Poulter, wieder mit seinem 350Z präsent.

Formula Challenge Japan ist Talentbecken für die Formel 1

Nissan Tiida geht auch 2008 wieder in China an den Start

Navara und 350Z gehen in Südafrika auf Titeljagd

Kommentare