Neuer Jahrgang des Nissan Primastar und Interstar

Nissan Vans zeigen sich in guter Form

Mit gründlich überarbeiteten Versionen der Modellreihen Primastar und Interstar setzt Nissan ab Oktober 2006 seine jüngste Produktoffensive bei den leichten Nutzfahrzeugen und Vans fort. Neben einer angereicherten Komfort- und Sicherheitsausstattung konzentrieren sich die Änderungen auf kräftigere und schadstoffärmere Motoren sowie ein neues manuelles Sechsganggetriebe. Eher kosmetische Modifikationen erfuhr das Exterieur-Design der beiden variabel einsetzbaren Lademeister.

Im Nissan Primastar übernimmt der von Allianz-Partner Renault entwickelte 2,0-Liter-dCi mit Piezo-Common-Rail-Einspritzung und 90 oder 115 PS Leistung die Rolle des bisherigen 1.9 dCi. Darüber angesiedelt ist der 150 PS starke 2,5-Liter-dCi; zusätzlich verbleibt der 2,0-Liter-Benziner (120 PS) im Angebot. Beim größeren Interstar kommt als Ersatz für den 3,0-Liter-Turbodiesel exklusiv der modernere 2,5 dCi zum Einsatz - neben der vom Primastar bekannten 150-PS-Variante zusätzlich noch in Leistungsstufen mit 120 und 100 PS.

Alle Motoren erfüllen die zurzeit strengste Abgasnorm Euro 4 . Bei identischen Verbrauchs- und Leistungswerten sank der Ausstoß an NOx (Stickoxiden) um nochmals 50 Prozent. Beim 150 PS starken 2,5-Liter-dCi setzt Nissan darüber hinaus ab Werk einen Diesel-Partikelfilter (DPF) ein. Die Serviceintervalle blieben unverändert: Alle zwei Jahre oder - je nach Motor - 20.000 oder 30.000 Kilometer sind ein Check und ein Ölwechsel fällig.

Um das Sparpotenzial der drehmomentstarken Diesel optimal auszunutzen, rüstet Nissan nun alle Primastar und Interstar mit einem Sechsgang-Handschaltgetriebe aus. Als Alternative bleibt ein automatisiertes Schaltgetriebe, das speziell bei häufigen Fahrten in dicht befahrenen Innenstädten eine echte Komforterleichterung darstellt.

Ausgehend von Kundenwünschen macht Nissan für beide Vans eine große Zahl neuer Ausstattungsfeatures verfügbar. Dazu zählen ein Regensensor, eine "Licht-an"-Automatik, Tagfahrlicht, eine funkgesteuerte Zentralverriegelung mit drei Bedienknöpfen sowie zwei zusätzliche Verzurrösen. Dank einer Zugkraft von 625 kN (zuvor: 500 kN) erfüllen die insgesamt zehn Ösen die Anforderungen der strengen DIN-Norm 75410 zur Ladungssicherung. Für Fahrzeuge, die von mehr als zwei Mitarbeitern einer Firma genutzt werden, stellt Nissan auf Wunsch einen dritten Schlüssel bereit.

Dem Primastar vorbehaltene Extras sind Einparksensoren am Heck und ein leistungsstärkeres Bordnetz: Neben der verstärkten Lichtmaschine (150 statt 125 Ampère) ist auch eine Vorrüstung für eine zweite Batterie vorhanden, mit der bei Bedarf die Kraft der Stromquelle von 760 auf 850 Ampère erhöht werden kann. Ein Bremsassistent, das automatische Verriegeln der Türen beim Losfahren, ein für die Montage von Reboard-Kindersitzen deaktivierbarer Seitenairbag sowie neue Seiten- und Kopfairbags heben das passive und aktive Sicherheitsniveau an. Eine neue Funktion erlaubt zudem das Einprogrammieren einer festen Höchstgeschwindigkeit.

In Sachen Sicherheit steht der Interstar dem kleineren Bruder in nichts nach: Hier führt Nissan erstmals ein mit dem ABS vernetztes ESP (elektronisches Stabilitätsprogramm) ein. Dazu kommen (je nach Land) eine Tagfahrlichtfunktion, Nebelscheinwerfer, die automatische Türschließfunktion und der Tempomat mit programmierbarer Maximalgeschwindigkeit.

Die Änderungen am Exterieur-Design sind jeweils eher kosmetischer Natur. Beim Primastar hat Nissan die Zahl der verfügbaren Außenfarben erhöht; zusätzlich wurden Front- und Rückleuchten, Kühlergrill und Blinkereinsätze neu gestylt und die Stoßfänger etwas massiver ausgelegt. Ferner sind der Kastenwagen, der Kombi und der achtsitzige Bus optisch nun stärker voneinander abgesetzt. Auch der Interstar profitiert von neuen Außenfarben. Ein neu geformter Stoßfänger (mit nun serienmäßigen Nebelscheinwerfern) verbessert die Kühlluftzufuhr zum Motor.

Im Interieur der beiden Nissan-Nutzfahrzeuge fällt das insgesamt verbesserte Finish ins Auge. Es äußert sich unter anderem in neuen Stoffpolsterungen (Primastar), schmaleren Trennfugen und Chrom-Applikationen im Cockpit der Primastar Bus-Version. Insgesamt erinnert das Ambiente nun mehr an einen Pkw als an einen nüchternen Lastkraftwagen. Gleichwohl sind die Innenräume bestens für den harten Speditions-Alltag gewappnet. Aus diesem Grund hat Nissan im Interstar die Zahl der Ablagen um ein doppelstöckiges Handschuhfach und eine zusätzliche Verstaumöglichkeit in der Mittelkonsole erweitert.

Als Teil des bis 2008 reichenden Vierjahresplanes hat sich Nissan für seine globale Nutzfahrzeugsparte zwei Kernziele gesetzt: Zum einen soll der operative Gewinn im Geschäftsjahr 2007 auf acht Prozent steigen - im Vergleich zu 2004 eine glatte Verdoppelung. Zugleich soll im gleichen Zeitraum der weltweite Absatz leichter Nutzfahrzeuge auf 434.000 Einheiten (+ 40 Prozent) wachsen. Dank sorgfältiger Berücksichtigung der lokalen Marktbedingungen und Kundenvorlieben und des breiten Produkt-Portfolios sieht sich Nissan für die nächsten Jahre optimal aufgestellt. Der Optimismus liegt auch in strategischen Kooperationen mit Wettbewerbern begründet: So läuft der Nissan Primastar Seite an Seite mit seinen technisch identischen Schwestermodellen Renault Trafic und Opel Vivaro im General Motors Europe-Werk Luton (England) sowie zusätzlich auch am Nissan-Standort Barcelona vom Band. Dagegen übernimmt das ostfranzösische Renault-Werk Batilly den Bau des Trios Nissan Interstar/Renault Master und Opel Movano.

 

Kommentare