Nissan Qashqai: Vergleich der Generationen

Vor 15 Jahren hat die erste Generation des Nissan Qashqai ihre Premiere gefeiert, heute trifft sie bei uns die nagelneue dritte Generation zum Vergleich.

Ende 2006 hat der Nissan Qashqai seine Premiere gefeiert, erhältlich war er ab Frühling 2007. Mit dem Qashqai hat Nissan das Segment der kompakten SUV als einer der Ersten betreten.

Er hat damit Nissan auch gleich zu neuen, bis dahin ungeahnten Höhenflügen verholfen. Schon vom Start weg war der kompakte SUV mit seinem modernen Design und der guten Ausstattung ein Renner.

Das musste auch der Nissan-Fan Helmut Winkelbauer feststellen. Seit den frühen 80er-Jahren ist er Fan der Marke und besitzt einige Nissan-Oldtimer. Der Qashqai sollte als Neufahrzeug seine Automobilflotte erweitern.

Gleich nach dem Bestellstart erfolgte auch die Bestellung für seinen Qashqai 2,0 Liter Benziner mit 141 PS (104 kW). Eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik oder Ledersitze waren damals oft nur in der Luxusklasse zu finden, der Qashqai von Helmut Winkelbauer hat aber alles an Bord, was er sich damals so gewünscht hat.

Die Lieferzeit von rund sechs Monaten sorgte aber für Ernüchterung, immerhin wollte der Nissan-Fan so schnell wie möglich in seinem neuen Qashqai sitzen. Glücklich hat er seinen Wagen dann im August 2007 übernommen und ist seither über 200.000 Kilometer damit gefahren.

Grund genug, ihn mit seinem Erfahrungsschatz über den ersten Qashqai zu einem Treffen mit der neuen Generation einzuladen. Optisch gefällt auch die dritte Generation dem Nissan-Fan, wenngleich er dennoch nicht die Begeisterung von damals verspürt.

Bedienung war früher einfacher

Der „Willhaben“-Faktor ist eindeutig nicht mehr vorhanden, sagt er uns im Gespräch: „Nach wie vor fasziniert mich bei meinem Qashqai die einfache und übersichtliche Bedienung. Wenn er piepst, weiß man sofort warum und was man falsch gemacht hat. Zudem kündigt er einem alles, was nicht passt, frühzeitig an. So hatte ich in den über 200.000 Kilometern keinen außerplanmäßigen Werkstattaufenthalt, lediglich Verschleißteile waren fällig“.

Dank der guten Pflege wirkt der 14 Jahre alte Qashqai auch noch fit wie am ersten Tag. Selbst die Ledersitze zeigen sich nach den vielen Kilometern noch besser als bei so manchem Neuwagen nach 20.000 Kilometern.

Im direkten Vergleich mit dem neuen Qashqai stört den Nissan-Fan vor allem die überbordende Elektronik: „Ich sehe keinerlei Vorteil in den ganzen riesigen Touchscreens und elektronischen Fahrhilfen, die meist mehr verwirren als helfen. Zudem hat man dem neuen Qashqai seinen ganzen Charakter weggedämmt. Mein Alter hat noch eine Seele, und man ist mit der Straße und der Umgebung verbunden, im Neuen hat man das Gefühl, nur noch Passagier zu sein“, sagt uns Helmut im Gespräch.

Karosserie bei der 1. Generation noch mit besserer Verarbeitung

Auch wenn der neue Qashqai gegenüber der ersten Generation „nur“ um 11 Zentimeter gewachsen ist, so ist er doch unübersichtlicher und weniger handlich als sein „Großvater“. Zudem zeigt sich die Verarbeitung der Karosserie beim Alten noch deutlich besser als beim Neuen. Die Heckklappe schließt beim 14 Jahre alten Qashqai, der schon über 200.000 Kilometer am Buckel hat, noch immer millimetergenau mit der Karosserie ab, beim neuen sind hier ein paar Millimeter Spielraum zu erkennen.

Unsere Frage an den Nissan-Sammler, ob ein Tausch in Frage kommt, wird mit einem schnellen, deutlichen und sehr bestimmten „Nein“ beantwortet: „So schön der neue Qashqai auch ist, es fehlt ihm einfach der Charakter, den meiner hat, da bleibe ich dem Ur-Qashqai lieber treu und schaue, ob er nochmals 200.000 Kilometer so problemlos schafft“.

Der Ur-Qashqai hatte auch noch 2,0 Liter Hubraum und 141 PS, der neue kommt mit 1,3 Liter Hubraum auf 158 PS. Beim Verbrauch hat der neue, deutlich schwerere Qashqai dennoch die Nase vorne. Statt 7 bis 8 Liter im 2,0 Liter-Qashqai von 2007 fließen heute nur noch knapp 7 Liter pro 100 Kilometer vom Tank Richtung Motor. Ober der aufgeladene 1,3-Liter aber auch über 200.000 Kilometer ohne Probleme schaffen wird, steht auf einer anderen Karte.

Wir danken Helmut Winkelbauer für das Treffen, und beim Anblick seines gut erhaltenen und noch immer wie neu wirkenden Qashqai können wir seine Entscheidung auch sehr gut nachvollziehen.