160 Jahre Opel

2022 feiert Opel ein ganz besonderes Jubiläum: Seit 160 Jahren macht die Marke mit dem Blitz Innovationen für ein breites Publikum erschwinglich.

Die Erfolgsgeschichte beginnt Ende August 1862: Adam Opel setzt in Rüsselsheim seine erste Nähmaschine zusammen und legt damit den Grundstein für das junge Unternehmen Opel.

Schnell steigen die Produktionszahlen – nicht zuletzt, weil Opel individuellen Kundenwünschen entgegenkommt und Spezialnähmaschinen für Sonderanforderungen konzipiert.

Bereits 1868 zieht Adam Opel mit seinen Mitarbeitern in eine neue Fabrikanlage. Schon bald entwickelt sich das Unternehmen zu einem der größten Nähmaschinenproduzenten in Deutschland und exportiert nach ganz Europa.

Nach den Nähmaschinen baut sich Opel mit dem Zweirad das nächste erfolgreiche Standbein auf. 1886 entsteht in Rüsselsheim das erste Hochrad – damit zählt Opel zu den ersten Fahrradherstellern in Deutschland. Schon bald wird die Modellpalette um Dreiräder und „Sicherheits-Niederräder“ erweitert und 1888 die erste Fabrikhalle eingeweiht, die allein der Zweirad-Produktion vorbehalten ist.

Dabei setzt Opel bei seinen Fahrrädern konsequent und frühzeitig auf moderne Technik wie Luftreifen, Kugellager oder Freilaufnaben. Ab 1894 bringt Opel speziell für Frauen zugeschnittene Räder heraus. Die Erfolgsserie von Opel-Rädern zieht sich durch die Jahrzehnte. In den 1920er Jahren avanciert Opel schließlich zum weltgrößten Fahrradhersteller.

Die Automobilfertigung startet

Den entscheidenden Entwicklungsschritt in der Geschichte des Unternehmens markiert – nach dem Tod Adam Opels von den fünf Söhnen vorangetrieben – im Jahre 1899 der Beginn der Automobilfertigung.

Opel gehört damit zu den Pionieren in dieser Industrie und ist einer der traditionsreichsten Automobilhersteller weltweit. Die Automobilproduktion in Rüsselsheim startet mit dem Opel Patent-Motorwagen System Lutzmann. 1906 wird bereits das 1.000. Fahrzeug gebaut. Der endgültige Durchbruch gelingt der Rüsselsheimer Autoschmiede 1909 mit dem legendären 4/8 PS „Doktorwagen“.

Er kostet mit 3.950 Mark halb so viel wie die luxuriösen Konkurrenzmodelle und ebnet einer breiteren Bevölkerungsschicht den Weg zu einem eigenen Automobil. Dazu trägt auch die Einführung des Baukastensystems im Jahre 1910 wesentlich bei. Als erster deutscher Hersteller führt Opel die Großserienproduktion mit Fließbandtechnik ein. Der erste Wagen, der 1924 in Deutschland „vom Band läuft“, ist der stets grün lackierte 4/12 PS „Laubfrosch“.

Bereits drei Jahre später ist der Opel 4 PS mit einem Grundpreis von nur 2.980 Mark nun nicht mehr ein teures Luxusgut für Betuchte, sondern entwickelt sich zum zuverlässigen Fortbewegungsmittel für viele. Dabei wird der Wagen dank rationeller Fertigung von Jahr zu Jahr erschwinglicher – und das bei kontinuierlich steigender Leistung. So steigt die Nachfrage nach Opel weiter, und 1931 wird der 1,2 Liter zum ersten echten „Volks-Wagen“.

Die nächste Revolution in der Produktion folgt schon bald darauf: Das neue Modell Olympia erhält 1935 als erstes deutsches Großserienfahrzeug eine selbsttragende Ganzstahlkarosserie, die dank geringem Gewicht für verbesserte Fahrleistungen und geringen Kraftstoffverbrauch sorgt. Die neue Konstruktion ermöglicht erstmals die so genannte „Hochzeit“ zwischen Karosserie und Aggregaten. Der gesamte Produktionsablauf geht so schneller und effizienter vonstatten und ebnet der Sicherheitskarosserie moderner Prägung den Weg in die Großserie.

Der erste Kadett startet

Über die Jahrzehnte hinweg setzt Opel mit neuen Modellen und Fahrzeugvarianten immer wieder Trends und schafft wahre Bestseller. Die dauerhafteste und traditionsreichste Modelllinie ist dabei der Kadett, der in seiner ersten Version bereits 1936 das Licht der Welt erblickt.

Zum Millionenseller wird er dann ab 1962: Der Kadett A treibt als Kompakter das deutsche „Wirtschaftswunder“ an und sorgt in mittlerweile 12. Generation – seit 1991 unter dem Namen Astra – dafür, dass Innovationen in der Kompaktklasse Einzug halten. Dabei bleibt sich Opel seiner Tradition bewusst. So ist die seitliche „Kiemen“-Optik im neuen Astra eine Reminiszenz an frühere Kadett-Generationen.

Was heute bei Astra und Insignia als Sports Tourer bekannt ist, lief vor wenigen Jahrzehnten noch als Caravan vom Band. Auch hier spielt Opel eine Vorreiterrolle. Denn der Automobilhersteller mit dem Blitz bringt 1953 mit dem Olympia Rekord Caravan, der Mischung aus „Car and Van“, den ersten Großserien-Kombi eines deutschen Herstellers heraus. Doch auch bei den „ganz Großen“ mischt Opel früh mit. Schon 1946 verlässt der erste Nachkriegs-Opel, ein 1,5 Tonner Blitz-Lkw, das Werk.

Opel Corsa wird zum Erfolg

Bei den „Kleinen“ verzeichnet Opel über die Jahrzehnte hinweg ebenfalls große Erfolge. Allen voran der Kleinwagen Corsa, der in diesem Jahr bereits sein 40. Jubiläum feiert. Er wird vom Start weg schnell zum meistverkauften Fahrzeug in seinem Segment und fährt auch in der Folgezeit in der Erfolgsspur.

Eine neue Fahrzeugklasse begründet Opel auch 1991: Auf dem Genfer Automobilsalon debütiert mit dem Frontera ein „allradgetriebenes Freizeit-Automobil“. Der kompakte Opel Frontera Sport zeigt als Erster, was heute als SUV in aller Munde ist, und der fünftürige Frontera mit langem Radstand wird zum Vorreiter der modernen Gelände-Limousine. So wird er vor rund 30 Jahren auf Anhieb Marktführer und löst europaweit einen wahren Allradboom aus.

Wie Opel Herz und Verstand mit innovativen Lösungen verbindet, zeigt der Hersteller einmal mehr 1999. Mit dem Zafira und dessen hochvariablem Flex7-Konzept definiert Opel das neue Segment der siebensitzigen Kompaktvans. Erstmals lässt sich auf kompakten Maßen ein Siebensitzer im Handumdrehen zum Zweisitzer mit großer Ladefläche verwandeln – ohne dabei Sitze ausbauen zu müssen.

Auf jeden Fall kann Opel auf eine sehr lange Tradition zurückblicken. Mit den neuen Modellen kommt Opel zudem aus einem größeren Tief wieder gestärkt heraus und kann somit auch wieder freudig in die Zukunft blicken.