Opel Zafira OPC - Neuvorstellung

Ausgewogenstes Mitglied der bisherigen OPC-Familie

Beim Opel Zafira aus dem Opel Performance Center leistet sich Opel einen Superlativ: Der Opel Zafira OPC sei der weltweit schnellste Van aus einer Serienproduktion. Die Kombination aus Fahreigenschaften eines Sportwagens mit der Flexibilität des Siebensitzers sei ebenfalls einmalig. Bei so vollmundigen Erklärungen lohnt sich die Frage, ob Opel nun seinen zweifellos guten Familienwagen zu einem Krawallbruder verkommen lässt oder tatsächlich den Startschuss für eine neue, attraktive Fahrzeugklasse gegeben hat.

Äußerlich jedenfalls ist Krawalliges oder gar Prolliges nicht zu erkennen. Zwar ordneten die Designer auch den Zafira der Formensprache der OPC-Familie unter. Doch die neue Frontpartie mit großem zentralem Lufteinlass in der sportlichen Bugverkleidung mit Nebelscheinwerfern, die Seitenschweller, die großen 18-Zoll-Räder in dem für OPC typischem Sechs-Speichen-Design mit 225/40 ZR 18 Y-Reifen sowie das neue Heck mit Spoiler und zwei trapezförmigen Auspuffenden, signalisieren Kraft und die Zuversicht, sich so in einer neuen Marktlücke gut behaupten zu können.

Der Innenraum unterstreicht diesen Anspruch zum Beispiel mit den beiden Recaro-Sitzen vorn mit Stoff-Leder-Bezug, einem Sportlenkrad mit dickem, lederbezogenem Kranz und Bedienelementen, mit der Aluminiumpedalerie und dem Leder-Schalthebel der serienmäßigen Sechs-Gang-Schaltung. Auch die Gestaltung der Rundinstrumente soll zum sportlichen Gesamtbild beitragen. Letztere erleichtern allerdings mit blauen und roten Rändern sowie mit vielen Teilstrichen nicht gerade das Ablesen. Aber angesichts der sonst guten Gestaltung des Fahrerarbeitsplatzes nimmt man das in Kauf.

Vom 15 Millimeter Tiefer gelegten Fahrwerk darf man sich einiges erwarten. Denn schon das "normale" Fahrwerk ließ bei sportlichen Fahrern kaum Wünsche offen. Und auch diese werden jetzt erfüllt mit der neuesten Weiterentwicklung des Interaktiven Dynamischen Fahrsystems (IDS) , bei dem alle Fahrassistenz-Funktionen wie ESP plus, Traktionskontrolle, Funktionen der Bremse und die elektronisch Kontrolle der Dämpfer mit einander vernetzt sind und sich deswegen sofort an die aktuelle Situation des Fahrzeugs anpassen. Zusätzlich kann der Fahrer per Knopfdruck sein Fahrwerk sportlicher abstimmen. Von den großen Bremsen mit innen belüfteten 32-Zentimeter-Scheiben vorn und 28-Zentimeter-Scheiben hinten erwartet Opel vorbildliche Verzögerungswerte.

Der Zwei-Liter-Vierzylinder erreicht dank Turboaufladung und diverser innenmotorischer Maßnahmen seine maximale Leistung von 177 kW / 240 PS bei 5600 Umdrehungen pro Minute (U/min). Sein maximales Drehmoment von 320 Newtonmeter hält der Motor zwischen 2400 U/min und 5000 U/min bereit. Bei einem Leergewicht von 1665 Kilogramm verhilft das zu ansehnlichen 7,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h und einer Spitzengeschwindigkeit von 231 km/h.

Der Opel Zafira OPC macht es seinem Fahrer leicht, bringt von allen OPC die beste Traktion auf die Straße und liebt Kurven, die er lange neutral angeht, bevor sich der Frontantrieb mit Untersteuern meldet und dann das ESP bei Lastwechsel der Hinterachse einen leicht Schwenk nach außen gestattet, bevor es weich eingreift. Dies alles geschieht bei nur leichter Seitenneigung des Aufbaus. Von einem hoch bauenden Van hätte man Schlimmeres erwartet und wird angenehm eines Besseren belehrt.

So kommt der Opel Zafira OPC als ausgewogenstes Fahrzeug der bisherigen Mitglieder der OPC-Familie daher. Er ist schnell und lässt sich sportlich bewegen. Seine Abstimmung ist straff, aber nicht hart. Seine Passagiere werden deswegen den Ritt auch über schlechte Pisten nicht als Zumutung empfinden, sondern an dem Spaß des Fahrers an seinem Fahrzeug ungestraft teilhaben können.

auto-reporter

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