Supercars paris 1(Bildquelle: mid/bp, jg)
Supercars paris 2(Bildquelle: mid/bp, jg)

Supercars am Pariser Autosalon

Wir werden immer vernünftiger und haben angeblich auch von Jahr zu Jahr mehr Schulden. Dennoch gibt es sie ja immer noch, die "heiße Ware".

Sie sind die mehrzylindrigen, großvolumigen, flachen, breiten Traumobjekte auf den Autoshows. Bei den Konzepten mit geringer Aussicht auf Verwirklichung lässt es sich am leichtesten "spinnen". Der gelungenste derartige Entwurf heuer ist wohl der Jaguar C-X75 mit Elektroantrieb und zwei Gasturbinen als Reichweitenverlängerer der besonderen Art.

Supercars paris 1(Bildquelle: mid/bp, jg)

Lamborghini hält allerdings dagegen, und zwar mit dem Kohlefaser-Traumgebilde "Sesto Elemento". Der Name bezieht sich auf das an sechster Stelle im chemischen Periodensystem stehende Element Kohlenstoff, der bei geringem Gewicht besonders belastbar ist. Dank der Leichtbauweise mit Kohlefaser und Kunststoff bringt der italienische Vollblüter somit nur programmatische 999 Kilogramm auf die Waage. Aerodynamisch geformt wirkt er in der Seitenansicht wie ein ganz besonders geschärfter Keil. Das Heck wird von massivem Flügel- und Diffusorenwerk dominiert. Das Herz des Allradlers bildet der 5,2-Liter-Benzinmotor, dessen kerniger Sound durch Auspuff-Endrohre aus Glas-Keramik-Verbundstoff wandert. Der Audi-typische Zehnzylinder in diesem ersten Ausblick auf den Gallardo-Nachfolger leistet 419 kW / 570 PS, womit der Sprint von null auf 100 km/h in lediglich 2,5 Sekunden gelingt. Weiter geht es bis über die Tempo-300-Marke. Das maximale Drehmoment von 540 Nm liegt bei 6.400 Touren.

Supercars paris 2(Bildquelle: mid/bp, jg)

Mit Maserati reiht sich eine weitere Sportwagenschmiede in den Neuvorstellungsreigen ein. Der neue GranTurismo MC Stradale schöpft vergleichsweise bescheidene 330 kW / 450 PS aus seinem 4,7-Liter-V8-Triebwerk. Möglich sind damit Geschwindigkeiten über 300 km/h, nach 4,6 Sekunden wird Tempo 100 erreicht. Der 1.770 Kilo schwere Zweisitzer zieht mit Frontsplitter, langer Motorhaube, Seitenschwellern und Heckstoßfänger deutliche Anleihen aus dem Rennsport. Als Option sind Überrollkäfig und Vierpunkt-Sicherheitsgurte bestellbar, damit ist der straßenzugelassene Supersportwagen auch problemlos im Clubsport einsetzbar - und das voraussichtlich ab dem Frühjahr 2011.

Supercars paris 3(Bildquelle: mid/bp, jg)

Ein Sondermodell präsentiert Ferrari in Paris zu Ehren des 80. Geburtstages seines Haus- und Hofdesigners Pininfarina. Der zweisitzige Ferrari SA Aperta ist ein klassischer Roadster mit langer Motorhaube, einer weit hinten angeordneten Sitzposition und einem kurzen Heck. Was für wahre Puristen entscheidend ist: Statt eines Stahldaches verfügt das auf 80 Stück limitierte Modell über ein kleines Stoffkäppi. Den Antrieb übernimmt der bekannte V12-Motor, der aus sechs Litern Hubraum stolze 493 kW / 670 PS schöpft. Auch er ermöglicht Geschwindigkeiten von deutlich über 300 km/h.

Supercars paris 4(Bildquelle: mid/bp, jg)

Ebenfalls zum illustren 300 km/h-Club zählt der Lotus Elite. Das britische Topmodell wird von einem 5,0-Liter-V8-Motor mit 405 kW / 550 PS Leistung versorgt. Maximal 3,7 Sekunden soll der 1,65 Tonnen schwere Sportler brauchen, um bis auf Tempo 100 zu sprinten. Topspeed, wo erlaubt, wären dann 315 km/h. Für den wilden Hauch von Frische sorgt das faltbare Hardtop. Das wird aber erst 2014 soweit sein.

Fotos vom Pariser Autosalon 2010

mid/bp, jg