Porsche Modelle zeigen im Alltag immer effizientere Performance

Die neuen Porsche-Modelle zeigen, dass mehr Motorleistung und weniger Kraftstoffverbrauch sich durchaus vereinen lassen.

Mehr Motorleistung bei weiter reduziertem Kraftstoffverbrauch? Geht das überhaupt? - Nahe liegt die Schlussfolgerung, dass sich solche Erwartung nicht erfüllt und demzufolge ein Sportwagenhersteller wie Porsche ein Problem hat. Schließlich macht die zeitgemäße Forderung, die Effizienz automobiler Antriebe zu steigern, auch um eine namhafte Sportwagenschmiede keinen Bogen.

Bei einem Fahrevent und einer Pressekonferenz an einer traditionsreichen deutschen Rennstrecke, am Sachsenring, hat Porsche jetzt Einblicke in den Stand der Dinge in Sachen Spitzenleistung, Effizienz und Alltagstauglichkeit seiner derzeitigen Angebote gewährt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die V6-Modelle des Panamera und der 911er Carrera S Coupé. Auch sie dokumentieren, wie Porsche ans zentrale Thema, die schrittweise Reduktion des Durchschnittsverbrauchs, herangeht.

Schon die "Startaufstellung" der Objekte der Begierde in der Boxengasse des Sachsenrings ließ erkennen, dass Porsche beim majestätisch V8-gekrönten Panamera (4,8 Liter, 400 PS) nun vor allem auf neue wirtschaftliche 3,6-Liter-V6-Benzintriebwerke setzt und sowohl im Dieselmotor als auch im Vollhybridantrieb nützliche Entwicklungshelfer in Sachen Effizienz sieht. Je nach Modellvariante - insgesamt umfasst die Baureihe neun Modelle - stehen Hinterrad- oder Allradantrieb, Sechsganggetriebe, Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) oder Achtgang-Tiptronic zur Wahl. Der Panamera S Hybrid bringt es auf eine Systemleistung von 380 PS (davon 47 "E-PS"), die V6-Benziner präsentieren 300 PS, die Dieselvariante begnügt sich mit 250 PS, schießt aber mit einem Durchschnittsverbrauch von lediglich 6,5 l/100 km den Vogel ab, gefolgt vom Hybridtyp mit 7,1 l/100 km. Erwartungsgemäß können die Benziner da nicht mithalten. Sie verlangen im Schnitt 9,3 bzw. 9,6 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer. Immerhin: Zweistelligkeit ist vorbei.

Auf einem Rundkurs in der Sachsenring-Region ließen sich auch der Panamera Diesel und der Panamera S Hybrid als echte Gran Turismo à la Porsche erleben; anspruchsvoll und großzügig ausgestattet, fahrdynamisch begeisternd - ein beeindruckender Erlebnisbereich für vier Erwachsene. Allerdings müssen die mit reichlich Platz verwöhnten Fondpassagiere eine eingeschränkte Sicht nach draußen hinnehmen.

Natürlich zog es die Medienvertreter, die zu Porsches Sachsenring-Event kamen, auch an die Rennstrecke. Den imposanten Kurs konnten Interessierte unter "fahrdynamischer Obhut" zweier Porsche-Instrukteure live hinterm Lenkrad eines 911 Carrera S erleben. Im Laufe der Testrunden festigte sich die Vermutung, dass die Autos wohl allesamt gut gelaunt und deshalb bereit schienen, Fahrfehler sehr großzügig zu verzeihen. Jedenfalls, soweit zu beobachten war, verließ kein Sportwagen die Strecke oder landete im Kiesbett. Für die Porsche-Techniker war das offenbar kein Wunder. Sie trauen ihrem Auto und seinem Fahrwerk offenbar zu, selbst ausgesprochen verwegene Fahrmanöver klaglos wegzustecken.

Obwohl sich bestimmt niemand einen Porsche Carrera kauft, um damit Sparrekorde aufzustellen, sind auch am Carrera schrittweise diverse Detailveränderungen vorgenommen worden, um die Effizienz zu steigern; etwa durch den massiven Einsatz von Aluminium für die Karosserie. Selbst wenn es mitunter lediglich um Stellen hinter dem Komma geht, auch kleinste Beträge summieren sich. Der aktuelle Carrera ist deutlich leichter als seine Vorgänger, er beschleunigt noch besser, gibt sich aber dennoch zurückhaltender beim Kraftstoffverbrauch. Als weltweit erster Personenwagen hat der 911 Carrera serienmäßig ein manuelles Schaltgetriebe mit sieben Gängen. Der Overdrive-Charakter des siebten Ganges hilft ebenso beim Kraftstoffsparen wie die Start-Stopp-Funktion oder die Bordnetzrekuperation. Das heißt, Strom wird vorzugsweise dann erzeugt, wenn - wie beim Bremsen - ohnehin Energie abgebaut werden muss.

Um Fahrspaß, welchen die Testwagenflotte aus 911 Carrera S Coúpé- und Panamera-Modellen vermitteln sollte, ging es beim Porsche-Event eben auch, aber wohl eher nebenher. Bei der mittäglichen Pressekonferenz drehte sich die Debatte vor allem um denkbare weitere Effizienzfortschritte, um den nahen Erfolg entwickelter Betriebsstrategien. Wieder muss ein neuer Begriff verinnerlicht werden: "ACC InnoDrive". So nennt Porsche das zukünftige Assistenzsystem, von dem Entwickler, die sich intensiv damit beschäftigen, deutliche Beiträge zur weiteren Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs versprechen. Porsche dazu: "ACC InnoDrive blickt auf Basis von Navigationsdaten vorausschauend auf die Strecke und gewinnt daraus Informationen zu Steuerung von Motor, Getriebe und Bremsen für ein verbrauchsoptimiertes Fahren in verschiedenen Geschwindigkeits- und Fahrdynamikbereichen." Das System trage "in erheblichem Maße zu einer Effizienzsteigerung des Fahrzeugs bei". Unter realen Bedingungen könne ACC InnoDrive, das zum automatischen vorausschauenden Fahren die Fahrzeugsensorik und erweitere Umweltdaten nutzt, zehn Prozent Kraftstoff einsparen. Allerdings könne mit Straßenkarten, die ausreichende detaillierte Daten für konkrete Fahrstrecken enthalten, erst in zwei Jahren gerechnet werden, hieß es bei der Pressekonferenz.

auto-reporter.net/Wolfram Riedel

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