Das neue Porsche Museum beginnt zu "schweben"

Rohbau in Stuttgart weitgehend fertig - Eröffnung in der zweiten Jahreshälfte 2008 geplant

450 Tage nach dem ersten Spatenstich ist der Rohbau des neuen Porsche Museums in Stuttgart-Zuffenhausen weitgehend fertiggestellt. Damit endet eine wichtige Bauphase: Tiefgarage, Erdgeschoss, erstes Obergeschoss und zentrale Träger, die sogenannten Kerne, aus Stahlbeton sind errichtet. Insgesamt 21.000 Kubikmeter Beton wurden verbaut. Die rund 100 Arbeiter konnten - auch Dank des milden Wetters der vergangenen Wochen - das Projekt selbst in der kalten Jahreszeit zügig vorantreiben. Immer wieder wurden Nachtschichten eingelegt, um Großteile der Konstruktion per Autokran einzuheben.

In den drei Kernen des Gebäudes liegen Aufzugschächte, Treppenhäuser und Versorgungskanäle. Gleichzeitig dienen sie als hochbelastbare Stützen für den künftigen 5.600 Quadratmeter großen Ausstellungsbereich , der als eigener Baukörper über dem ersten Obergeschoss schweben wird. Durch eine der Stützen in Y-Form ziehen Arbeiter derzeit acht daumendicke Stahllitzen. Die jeweils 22 Meter langen Stränge sind an Widerlagern befestigt und müssen mit Spezialgerät bei einer Zugkraft von 300 Tonnen vorgespannt werden. Die Technik stammt aus dem Brückenbau und ist aus statischen Gründen erforderlich, damit die kühne Architektur des neuen Porsche-Museums ausreichend Halt bekommt. Schließlich wird der Ausstellungsbereich nach Fertigstellung 35.000 Tonnen wiegen , inklusive 80 wertvoller Museumsfahrzeuge sowie 200 weiterer Exponate aus der Geschichte des Zuffenhausener Autoherstellers.

Inzwischen nimmt das futuristische Museum mit seinen markanten Konturen erste Formen an. Der eigentliche Ausstellungsbereich wird als Stahlskelett errichtet. 500 von insgesamt 6.000 Tonnen Stahl sind bereits verbaut. Die imposante Spantenkonstruktion - ähnlich wie im Schiffs- und Flugzeugbau - skizziert die künftige Silhouette des Museums, das in direkter Nachbarschaft zum Stammwerk liegt und in der zweiten Jahreshälfte 2008 fertiggestellt werden soll.

"Die Stahlträger haben Spannweiten von bis zu 60 Metern, die zwischen den Stützen überbrückt werden. Optisch versetzt diese Konstruktion die Ausstellung in einen Schwebezustand ", sagt Christina Becker, Projektleiterin für das neue Museum. Die Stahlbauarbeiten werden abschnittweise von Ost nach West fortgesetzt und sollen im Herbst 2007 beendet sein. Dann steht die Fassade und der Innenausbau kann beginnen.

Im neuen 24.000 Quadratmeter großen Museumsgebäude , das vom Wiener Architekturbüro Delugan Meissl entworfen wurde, finden auch das Porsche-Archiv und eine Spezialwerkstatt für historische Fahrzeuge Platz. Die Werkstatt steht neben den 300 Oldtimern aus dem Porsche-Depot auch Privatkunden offen, die ihre wertvollen Fahrzeuge restaurieren oder warten lassen möchten. Neben Kaffeebar, Museumsrestaurant und Konferenzbereich wird ein exklusives Restaurant unabhängig vom Museumsbetrieb geöffnet haben.
 
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