Neu: Porsche Panamera mit Dieselmotor

Porsche ergänzt nun auch seine Panamera-Baureihe um einen 3,0 Liter V6-Turbodiesel.

Der Sportwagenhersteller Porsche und der Dieselmotor sind längst keine Feinde mehr. Spätestens seitdem der V6-3,0-Liter-Turbodiesel im Cayenne eingebaut wird, ist diese Technologie auch im Hause Porsche ein fester Bestandteil der Motorenpalette. Wenn auch nicht unbedingt freiwillig: Schließlich konnte Porsche die vehemente Nachfrage der Kundschaft nach einem sparsamen Dieselmotor nicht überhören. Wenn auch die Sportwagenschmiede keinen eigenen Dieselmotor entwickelte, so wurde der V6-Turbodiesel vom heutigen Konzernbruder Audi übernommen. Porsche hat ihn natürlich speziell nach seinen Wünschen modifiziert.

Die Wende hin zum Dieselmotor war sicherlich für den ein oder anderen eingefleischten Porsche-Ingenieur ein Zerwürfnis von jahrelanger Überzeugung - Diesel nein danke. So gilt im Hause Porsche, dass sportliches Fahrverhalten ganz wesentlich von den für die Fahrdynamik relevanten Kriterien, Beschleunigungsverhalten, Drehfreudigkeit und Höchstgeschwindigkeit bestimmt wird. "Da die Nenndrehzahlen von Dieselmotoren mit rund 4.000 Umdrehungen pro Minute unter den von Porsche-Triebwerken angebotenen Nenndrehzahlen liegen, kann mit Dieselmotoren das gewünschte emotionale Fahrerlebnis nicht realisiert werden", so das Statement eines leitenden Porsche Entwicklungsexperten aus längst vergangenen Zeiten.

Nur gut, dass sich mittlerweile in der Entwicklungsarbeit einiges verändert hat. Auch die Kombinationen von Technologien, die vor Jahren noch undenkbar waren, sind heute längst selbstverständlich. Die eiserne Gegenwehr einen Dieselmotor in einen Porsche einzubauen, bröckelte schneller als gedacht und der Erfolg des Cayenne Diesel gab den Befürwortern Recht. Der Markt bestimmt das Kaufverhalten und in Europa ist eben ein Cayenne Diesel ein sehr gefragter Porsche. Dies wird mit dem neuen Panamera Diesel sicherlich nicht anders sein, so schätzen die Produktstrategen den Anteil für Deutschland mit 40 Prozent ein. Mittlerweile gibt es acht Panamera Varianten, "damit ist der Voll-Ausbau abgeschlossen", bestätigt Dr. Michael Steiner, Leiter Baureihe Panamera, während der Fahrvorstellung. Glaubt man Porsche, so wartet die Panamera Kundschaft schon ungeduldig auf den Diesel.

Der Panamera Diesel (3,0-Liter-V6 mit 250 PS/184 kW) kostet in Österreich 90.160 Euro, und ist serienmäßig mit einer Achtstufen-Automatik ausgerüstet. Dass der Panamera S Hybrid (V6 mit 333 PS/245 kW) 26.000 Euro teurer ist als die V6-Modelle sei ebenso erwähnt. Mit 204.960 Euro schließt der Panamera Turbo S (4,8-Liter-V8 mit 550 PS/404 kW) die Preisskala. Allerdings lassen sich die Grundpreise mit Hilfe der üppigen Liste an Option weiter in die Höhe treiben. Dass für die Sechszylinder-Panamera die empfehlenswerten Bi-Xenon-Scheinwerfer 1.188 Euro extra kosten, ist nur ein Beispiel. Den Allradantrieb wird es in Verbindung mit dem Dieselmotor nicht geben, hierfür ist die Einbaulage des Triebwerks verantwortlich.

Der modifizierte Audi-Diesel leistet im heckgetriebenen Porsche Panamera 250 PS (184 kW). Das Drehmoment von 550 Nm kann sich sehen lassen, der Spurt von 0 auf 100 km/h ist in 6,8 Sekunden erreicht. Die konventionelle 8-Stufen-Automatik harmoniert gut mit dem Turbodiesel, der dank seines sparsamen Dieselkonsums (6,3 Liter/100 km) die Langstreckenqualitäten genauso ausspielen kann als beim Thema Fahrdynamik zu glänzen.

Porsche zeigt mit diesem Panamera, dass die hauseigene Kernkompetenz von Performance und Fahrdynamik auch ein anderes Gesicht haben kann. Die knapp fünf Meter lange viertürige Porsche-Sportlimousine ist mit dem 250 PS-Diesel ein genügsamer Cruiser, der nicht auf besonderes sportliche Gangart getrimmt ist und sein eigenes emotionales Fahrerlebnis bietet - die Diesel-Kundschaft wird ihn lieben. Dagegen werden eingefleischte Porsche-Fahrer, die vielleicht vom kompakten 911 auf den geräumigen Panamera umsteigen, weiterhin den V8 mit oder ohne Turbo wählen.

auto-reporter.net/peter hartmann

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