Renault reaktiviert die Marke Gordini

Am 25. November wird der Renault Twingo Gordini RS erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Er war einer der großen Tuner der Autogeschichte: Amédée Gordini wurde im Jahr 1899 in der Emilia-Romagna geboren, zwanzig Jahre später wurde er französischer Staatsbürger.

Als Rennfahrer war er in den 1920ern für Fiat bei den Grands Prix am Start, später begann er mit der Motorenentwicklung für Simca. Diese Verbindung endete schließlich im Jahr 1956, und Gordini wechselte als Tuningspezialist zur Règie Renault. Unter eigenem Namen baute er auch Rennwagen, am bekanntesten sind aber vermutlich seine Kreationen auf Basis der kleinvolumigen Massenautos der Marke Renault. Die Leistungssteigerungen, die Gordini aus den Motoren der R8 oder R12 herauskitzeln konnte, brachten ihm den Spitznamen "Le Sorcier" (der Zauberer) ein. Am bekanntesten ist wahrscheinlich die "gordinisierte" Variante des Renault 8. Der Vierzylinder-Motor im R8 Gordini des Jahres 1964 produzierte aus 1.108 ccm dank höherer Verdichtung, Hochleistungs-Nockenwellen, Alu-Zylinderkopf, hemisphärischen Brennräumen, neuem Ansaug- und Auspuffsystem etc. 95 PS. Das war ein Leistungszuwachs von 50 PS, oder mehr als 100 %, gegenüber dem "konventionellen""R8 Major. Von dieser Variante entstanden 2.626 Exemplare.

Der Nachfolger mit 1300er-Motor brachte es von 1966 bis 1970 auf 8.981 Stück. Mit ihm wurde auch ein Markenpokal ausgetragen, quasi der Vorgänger der Renault-Cups von heute. In den 1970ern verdrängte die Marke Alpine dann Gordinis Status als Sport-Prädikat im Katalog von Renault. Der Renault 5 Alpine Turbo wurde aus markenrechtlichen Gründen noch in Großbritannien als Gordini verkauft. In Kontinentaleuropa hatte der R5 als erster wichtiger Kleinwagen der Marke seit Jahrzehnten keine Gordini-Version mehr, damit endete der Gebrauch des Namens. Amédée Gordini starb im Jahr 1979.

Am 25. November gibt es eine "Vorpremiere" des Twingo Gordini RS , im Frühjahr 2010 kommt das Modell auf den Markt; ein Clio Gordini RS soll folgen - alle selbstverständlich in der französischen Motorsport-Nationalfarbe Blau und mit den charakteristischen zwei weißen Längsstreifen. Bis dahin machen uns die Franzosen mit allerlei schmackhaften Bildern des klassischen R8 Gordini Appetit auf mehr.

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