Der neue Saab 9-5 auf Kurzbesuch in Wien

Erste Eindrücke des neuen Top-Modells

Das erste Halbjahr verlief für die Traditionsmarke Saab äußerst turbulent. Nicht zuletzt wegen des großen Verlustes in den letzten Jahren hatte sich GM dazu entschlossen, Saab abzustoßen. Im Februar wurde dann zu allem Überfluss seitens der schwedischen Regierung eine Finanzspritze abgelehnt, die Erlösung kam dann im Juni 2009 mit der Übernahme durch ein Konsortium rund um den schwedischen Edel-Sportwagen-Hersteller Koenigsegg. Mittlerweile arbeitet man mit Hochdruck an Strategien für die Zukunft und an den so dringend benötigten neuen Produkten. So war es mehr als an der Zeit, das Flaggschiff 9-5 abzulösen, das Modell hat zwar im Laufe seines Lebens einige Facelifts erfahren, ist in seinen Grundzügen aber stolze 12 Jahre alt. Entgegen des ursprünglichen Plans wird das neue Modell übrigens ausschließlich im Heimatwerk Trollhättan produziert.

Der neue Saab 9-5 wurde auf der IAA in Frankfurt enthüllt und basiert auf dem Opel Insignia, optisch ist den Designern aber ein durchaus eigenständiger Auftritt gelungen. Im Zuge einer Road-Tour durch ganz Europa hat der 9-5 auch in Wien Station gemacht. Die gesamte Saab-Mannschaft zeigt sich in Aufbruchsstimmung, man kann den im Frühjahr erfolgenden Startschuss des Flaggschiffs gar nicht mehr erwarten. Nimmt man den neuen 9-5 näher unter die Lupe, so stellt sich schnell heraus, dass diese Euphorie durchaus berechtigt ist. Optisch eindeutig als Saab zu identifizieren, wirkt das Topmodell aber alles andere als altbacken oder langweilig. Der Plan, den etablierten Kontrahenten der gehobenen Mittelklasse vom Schlag eines Audi A6, BMW 5er oder Mercedes E-Klasse den ein oder anderen Kunden abspenstig zu machen, könnte durchaus aufgehen.

Im Innenraum überrascht zunächst das großzügige Platzangebot, vor allem die Beinfreiheit im Fond ist deutlich größer als erwartet. Etliche Features wurden vom Insignia übernommen, die technologische Zusammenarbeit macht für die Schweden aber durchaus Sinn, schließlich wäre man aufgrund der Größe nicht in der Lage, große Budgets für eigene Entwicklungen aufzustellen. Wichtig ist aber die markeneigene DNA, der Saab 9-5 ist deutlich mehr als ein Abklatsch des Rüsselsheimer Erfolgsmodells, er ist durch und durch ein echter Saab, wie auch die fahrerorientierte Armaturenlandschaft bezeugt. Zum Einsatz kommen übrigens ausschließlich Turbomotoren , vom Zweiliter-Turbodiesel mit 160 PS bis hin zum 2,8 Liter Turbo mit satten 300 PS. Dazwischen liegt ein neuer, dem Downsizing-Trend entsprechender 1,6 Liter Turbobenziner mit 180 PS sowie ein Zweiliter-Turbobenziner mit 220 PS. Dieser ist ebenso wie der Turbodiesel auf Wunsch auch mit Automatikgetriebe zu haben, im Topmodell ist dieses ebenso serienmäßig verbaut wie der Allradantrieb. Die Basismotoren sind mit Frontantrieb ausgestattet, beim Zweiliter-Turbobenziner hat man die Wahl.

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