Hiobsbotschaften bei SAAB: Hohe Verluste, SAAB-Chef Jonsson geht

Schlechte Nachrichten für Saab. Nicht nur, dass im vergangenen Jahr ein Millionen-Euro-Verlust geschrieben wurde, jetzt verliert die schwedische Marke auch noch ihren Chef.

Mitte Mai verlässt Jan Ake Jonsson das Unternehmen SAAB, übergangsweise soll Spyker-Chef Victor Muller das Unternehmen leiten. Der Niederländer hatte die Traditionsmarke im vergangenen Jahr von General Motors gekauft und unter das Dach des Sportwagenbauers Spyker geholt.

Im ersten Jahr unter neuem Eigner verkauften die Schweden mit 32.000 Fahrzeugen zwar 53 Prozent mehr als im allgemeinen Krisenjahr 2009 unter der Flagge von GM, doch stand am Ende des Jahres ein Verlust von 218 Millionen Euro in den Büchern. Fürs laufende Jahr sind 80.000 Autos prognostiziert. Ein Ziel, das man in der Branche als recht ambitioniert ansieht. Für unrealistisch hält es auch der russische Finanzier Wladimir Antonow , der gern als Investor bei Saab einsteigen würde und den mit Spyker-Chef Muller schon einige Geldtransaktionen verbinden. So wäre ohne ihn die Übernahme von Saab finanziell nicht zu stemmen gewesen. Aus seinem Interesse an Saab hat Antonow nie einen Hehl gemacht. Allerdings hatte General Motors beim Verkauf der Marke dessen Beteiligung ausdrücklich ausgeschlossen. US-Behörden werfen ihm Beziehungen zu Mafiakreisen vor. Im Februar hatte der Russe über seine Investment-Firma CPP Global Holdings das Sportwagengeschäft von Spyker für 15 Millionen Euro übernommen.

Jonssons Abgang ist für Saab mehr als eine belanglose Personalie, immerhin kannte Jonsson das Unternehmen wie seine Westentasche, hatte er doch 40 Jahre seines Berufslebens dort verbracht. Seit sechs Jahren stand er an der Spitze der Firma. Aber nicht nur Jonsson steht in Kürze nicht mehr zur Verfügung. Gesucht wird auch ein neuer Vize-Chef, nachdem der avisierte Nils-Johan Andersson es sich einen Tag vor dem angekündigten Rücktritt Jonssons noch einmal anders überlegt hatte und absprang.

Jetzt ist eine strategisch kluge Führungscrew gefragt, die nicht zuletzt auch ein Händchen für künftige Kooperationspartner hat. Denn allein wird Saab seine Zukunft nicht bewerkstelligen können. Spätestens nach den künftigen Modellen 9-4X und dem 9-5-Kombi mit GM-Technik ist neues Investment für Entwicklungen gefragt. Und das wird teuer. (Auto-Reporter.NET/arie)

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