Seat Toledo 2.0 FSI - Testbericht

Kecke Stufen

Der Seat Toledo scheidet die Geister. Während der Kompaktvan Altea gleich reihenweise Design-Preise einheimste, fällt die Stufenheckvariante mit dem angesetzten "Bürzel" à la Renault Vel Satis bei manchem Betrachter durch. Dabei kombiniert er Flexibilität mit einem üppigen Kofferraum und ist optisch eigenständig. In Verbindung mit dem 2.0-Benzindirekteinspritzer (FSI) aus dem Volkswagen-Regal ist er außerdem ein flotter Familien-Begleiter.

Seat will die sportliche Marke im Volkswagen-Markenverbund geben, optisch zumindest ist das gelungen. Die typische Linie profiliert die Motorhaube, fließt zur Fahrzeugseite und verläuft leicht abfallend weiter bis zum hinteren Radkasten. Dazu kommen markant geformte Rückleuchten und die dynamische Front wie beim Altea.

500 Liter fasst das Gepäckteil , das mit einem Geheimfach unter einem doppelten Boden versehen ist. Wer die Rücksitze (40:20:40 Prozent teilbar) umlegt, kann maximal 1440 Liter zuladen und erhält eine einfache Mechanik mit glattem Ladeboden. Also durchaus familienfreundlich, auch wenn das Heck alles andere als bieder gestaltet ist. Die größere Höhe im Vergleich zum Altea (156,8 Zentimetern gegenüber 154,6) bringt Raum nach oben und auch bei der Beinfreiheit im Fond gibt es keinen Grund zur Klage. Die hinteren Sitze lassen sich um bis zu 18 Zentimeter verschieben, das erhöht die Flexibilität.

Auch Fahrer und Beifahrer dürfen sich über das bequeme Gestühl mit straffer Polsterung freuen, das auch Langstrecken nicht zur Tortur werden lässt. Die Bedienung ist einfach - hier findet sich nicht nur der VW-Fahrer jederzeit gut aufgehoben. Das mit einem Rautenmuster versehene Plastik des Armaturenträgers sieht gut aus, ist jedoch aus hartem Kunststoff und knistert auf Kopfsteinpflaster gelegentlich.

Vier Motoren hat Seat für den Toledo im Angebot. Der FSI im Testfahrzeug leistet 110 KW / 150 PS und ist eine Empfehlung wert. 206 km/h Höchstgeschwindigkeit sind genug, der Spurt auf Tempo 100 gelingt in 9,7 Sekunden. Der Verbrauch schwankt heftig - wie bei allen Benzinern je nach Fahrweise üblich. Zwischen acht und zwölf Liter teures SuperPlus genehmigt sich der Zweiliter, im Schnitt waren es 9,8 Liter. Wer es dynamisch mag, muss häufig das Sechsgang-Getriebe schalten, aber auch bummeln im sechsten Gang im Stadtverkehr ist möglich. Die Laufkultur des Motors ist gut. Das maximale Drehmoment von 200 Nm bei 3500 U/min ist für den 1,4-Tonner ausreichend. Wer viel unterwegs ist, sollte zum 2.0-Liter-TDI mit 140 PS greifen , der kräftig und sparsam ist, aber auch teurer und dazu recht kernig klingt.

Analog zum Altea stammen Fahrwerk und Lenkung des Toledo vom Golf. Das adelt den Spanier, denn er bügelt Fahrbahnunebenheiten souverän weg, neigt sich wenig in Kurven und ist trotzdem nicht zu straff. Etwas störend sind die Windgeräusche an der A-Säule , die bereits ab Tempo 130 unüberhörbar sind.

Die Ausstattung beim so genannten "Stylance"-Paket ist recht ordentlich: Nebelscheinwerfer, Klimaautomatik, elektrische Fensterheber, Bordcomputer, sechs Airbags, ESP und vieles andere sind an Bord. Echte Schwächen hat der Spanier mit VW-Technik nicht, dafür hält er viele Stärken bereit. Platzangebot, sicheres und komfortables Fahrverhalten ordentliche Flexibilität und nicht zuletzt der angemessene Preis (je nach Motorisierung und Ausstattungs-Paket zwischen 21.000 und 27.000 Euro) machen ihn zu einem interessanten Angebot. Am Design werden sich weiterhin die Geister scheiden - aber ist das nicht auch ein Argument für den Toledo.

auto-reporter

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