Skoda Fabia und Roomster Facelift - Fahrbericht

Die Skoda Fabia Familie ist dank überarbeiteter Optik und modernerer Motoren hochwertig wie nie. Wir waren auf erster Testfahrt.

Die jüngere Geschichte von Skoda ist eine unglaubliche Erfolgsstory. Was vor nicht einmal 20 Jahren als typische Ost-Marke belächelt wurde, hat sich unter der Regie von Volkswagen zu einem Bestseller gemausert. In Österreich ist Skoda ganz besonders erfolgreich. Mit über 17.000 Neuzulassungen 2009 durfte sich die Mannschaft rund um Skoda Intercar Geschäftsführer Max Egger über das zweiterfolgreichste Jahr der Geschichte freuen. Allein über 14.500 Modelle von Octavia und Fabia bedeuteten im Vorjahr die Plätze vier und fünf in der Zulassungsstatistik.

Drei Jahre nach der Präsentation der zweiten Fabia -Generation wurde auf dem Genfer Autosalon vor kurzem das Facelift präsentiert, nun waren wir bereits auf erster Testfahrt mit Fabia, Fabia Combi und Roomster. Die Frontpartie erfuhr optisch eine Aufwertung, wenngleich man das Vorgängermodell schon direkt daneben stellen muss, um die Unterschiede zu erkennen. Das Interieur wurde ebenfalls aufgepeppt und legt die Latte für die Mitbewerber außerhalb des VW-Konzerns hoch. Softtouch-Materialien in tadelloser Verarbeitung erfreuen zumindest in den gehobenen Versionen. Die wesentlichsten Neuerungen sind aber nicht sicht- sondern vielmehr erfahrbar. Die Motorenpalette wurde rundum erneuert, kleine Benzinmotoren mit Turboaufladung sind nun ebenso verfügbar wie moderne Common-Rail-Turbodiesel. Im Rahmen unserer Testfahrten haben wir uns quer durch das breite Triebwerksspektrum gearbeitet. Wobei die Arbeit durchaus vergnüglich ausfiel, noch dazu bei der deutlich reduzierten Geräuschkulisse. Besonders überzeugend war der 1,2 TSI mit 105 PS. Das quirlige Aggregat gefällt mit großer Agilität und zeigt sich beim Verbrauch sehr zurückhaltend.

Mit einem Normverbrauch von nur 3,8 Litern und einem CO2-Ausstoß von 99g/km stiehlt aber der 1,2 TDI Dreizylinder mit 75 PS dem Rest die Show. Nun gelten Dreizylinder-Triebwerke als nicht gerade vorbildlich bei Laufkultur und Akustik, im Fabia wusste der sparsame Selbstzünder aber durchaus zu gefallen. Eine Start-/Stopp-Automatik war beim Fabia aus Kostengründen übrigens kein Thema. Zum Marktstart am 23. April ist dieser Motor noch nicht verfügbar, er wird aber in absehbarer Zeit nachgereicht. Bis dahin bildet der ebenfalls 75 PS starke 1,6 Liter Vierzylinder den Diesel-Einstieg, mit einem Aufpreis von rund 600 bzw. 1.000 Euro ist dieses Triebwerk auch mit 90 bzw. 105 PS zu haben. Die Basis-Benzinmotorisierung ist ein 1,2 Liter Dreizylinder mit 60 PS, darüber gibt’s auch eine 70 PS Version. Und auch die schlägt sich durchaus wacker, der Sound ist Dreizylinder-typisch kernig aber nicht unangenehm, der Durchzug kann sich in Anbetracht der Leistung durchaus sehen lassen.

Nach oben wird die Modellpalette der Benziner mit dem 1,2 TSI (105 PS) abgerundet, dieser Motor ist als einziger auch mit dem Doppelkupplungs-Getriebe DSG - zum attraktiven Aufpreis von nur 1.000 Euro - zu koppeln. Apropos attraktiver Aufpreis, der Kombi - pardon Combi - kostet lediglich 200 Euro mehr als der Fünftürer. Kein Wunder, dass deutlich mehr als die Hälfte aller Käufer zur geräumigeren Variante greift. Mit einem Laderaumvolumen zwischen 505 und 1.485 Liter lässt er den Großteil der Konkurrenz jedenfalls ziemlich alt aussehen. Und selbst im Fond ist die Beinfreiheit überraschend groß.

Etwas unter seinem Wert wird der dritte Vertreter der Fabia-Reihe geschlagen, der Roomster . Das dürfte auch an der etwas gewöhnungsbedürftigen Optik liegen. Die Tatsache, dass die Fenster der Fond-Türen weit nach unten gezogen sind erfreut zwar mitreisende Kinder, nicht aber alle Augen der Käufer.

Wie auch immer, bis zu 1.810 Liter Kofferraumvolumen sind eine starke Ansage, der Aufpreis von rund 700 Euro zum Kombi in jedem Fall eine Überlegung wert. Womit wir auch schon bei den Preisen wären. Günstigster Fabia ist der Fünftürer mit 60 PS zu einem Preis von 10.780 Euro, der Startpreis gilt bis Ende Mai 2010 und erhöht sich danach geringfügig. Interessant: Der Preissprung von 60 auf 70 PS fällt mit 1.730 Euro größer aus als der Sprung von 70 auf 105 PS mit 1.440 Euro. Die Dieselpreise liegen wie erwähnt zwischen 14.210 und 15.280 Euro, der später folgende 1,2 TDI soll nochmals etwas günstiger sein.

Die Fabia-Familie ist in den Ausstattungsvarianten "Happy", "Classic" und "Ambiente" zu haben, wobei sich die Kunden zum Großteil für die Topausstattung entscheiden. Darüber hinaus gibt es insgesamt vier Ausstattungspakete mit Features wie fernbedienbare Zentralverriegelung, Klimaanlage, Sportsitze, Leichtmetallfelgen uvm., die Preisvorteile von bis zu 55 Prozent versprechen. Mit der Modellpflege ist neben Roomster und Combi ab sofort auch der Fünftürer mit dem Scout-Paket im Offroad-Look zu haben. Erstmals ist übrigens auch das Touchscreen-Navi "Amundsen" sowie eine Media-Buchse für iPod & Co zu haben. Besonders löblich: Wie alle Skoda-Modelle verfügt auch die Fabia-Familie serienmäßig über das elektronische Stabilitätsprogramm ESP. Jene Leser, die nun nach dem Verbleib des neuen Skoda Fabia RS fragen - der sowohl als Fünftürer als auch als Combi mit 180 Turbo-PS in Genf präsentiert wurde - müssen sich noch bis Sommer gedulden, dann rollt der stärkste Fabia aller Zeiten auf die Straße.

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