Skoda Elektroauto : Studie Octavia Green E Line feiert in Paris Weltpremiere

140 Kilometer Reichweite; Testflotte für 2011 geplant

Der Pariser Autosalon 2010 markiert für Škoda Auto den Beginn einer neuen Ära. Zum ersten Mal in der Geschichte der Marke stellt das Unternehmen die Studie eines Personenwagens mit elektrischem Antrieb vor. Das Basisfahrzeug, ein Škoda Octavia Combi, eignet sich dank seiner modularen Bodengruppe bestens für die Ausstattung mit dem Batterie-Paket, der elektronischen Steuerung sowie dem Elektromotor.

Die Škoda Designabteilung hat sich intensiv mit dem Thema Elektroantrieb beschäftigt und die Sauberkeit dieser Antriebsart optisch sehr effektvoll umgesetzt: Der Škoda Octavia Green E Line ist in der Farbe Perlweiß lackiert, die - mit Chromelementen an Front, Heck und Rädern kombiniert - optisch Klarheit und Reinheit suggeriert. Im wirkungsvollen Kontrast dazu steht die klargezeichnete, dunkle Fensterfront sowie das in glänzendem Schwarz gehaltene Dach, welches mit drei großflächigen Solarzellenmodulen ausgestattet ist.

Das klare Kontrastspiel des Exterieurs wird im Interieur des neuen Elektrofahrzeuges durchgängig weitergeführt. Das Cockpit präsentiert sich durch eine starke hell-dunkel-Kombination sehr modern und frisch: Die weißen Dekorelemente und die Mittelkonsole bieten optische Spannung in der onyxfarbenen Armaturenlandschaft. An den klar konturierten Sitzen wurden die Sitzmittelbahnen mit weißem Leder deutlich von den onyxfarbenen Seitenwangen abgesetzt. Alle Bedienelemente wurden dem neuen Elektroantriebskonzept angepasst.

Im Innenraum werden die herkömmlichen Lampen durch LED-Beleuchtungen ersetzt, das spart elektrische Energie. Das Dach mit seiner Panorama-Glasfläche bietet Platz für die Energiegewinnung mit Hilfe von Photovoltaik-Paneelen. In Position des Kombiinstruments werden Informationen über aktuelle Leistung, Verbrauch und Kapazitätsstand der Batterie, sowie Stand der Reichweite angezeigt. Auf dem Display des Navigationssystems wird dargestellt, wie der momentane Energiefluss verläuft - ob der Antriebsmotor mit Strom versorgt wird, oder ob gerade elektrischer Strom zurückgewonnen wird - beispielsweise beim Verzögern sowie im Schubbetrieb bei Bergabfahrten.

Der elektrisch angetriebene Škoda Octavia Green E Line hat eine Reichweite von 140 Kilometern. Dies erfüllt die Anforderungen der meisten Berufspendler in Europa. Etwa die Hälfte aller berufstätigen Menschen nutzt für ihren Arbeitsweg ein Auto. Wiederum die Hälfte von ihnen legt dabei einen Weg von weniger als zehn Kilometern zurück. Die auf 140 Kilometer ausgelegte Reichweite des Octavia Green E Line genügt also völlig, nach Feierabend noch weitere Fahrten - etwa zum Einkaufen oder ins Fitness-Studio - zu bewältigen. Im Fahrbetrieb gewinnt der Akku beim Motorbremsen die Energie zurück. Die Umwandlung der kinetischen Energie in elektrische statt thermischer über die Bremsscheiben speist den Akku, sobald sich das Elektrofahrzeug im Modus Schubbetrieb befindet. Die Technik ermöglicht 3 Rekuperationsstufen.

Die Batterie ist unter dem mittleren und hinteren Fußbodenteil und zum Teil auch im Kofferraum eingebaut. Sie setzt sich aus 180 einzelnen Lithium-Ionen-Zellen (Ihr Durchmesser beträgt 150 mm, die Länge 650 mm) zusammen und hat die Energie von 26,5 Kilowattstunden. Ihr Gewicht liegt bei rund 315 Kilogramm. Sie versorgt den Elektromotor, der als Dauerleistung 82 PS und 116 PS als Spitzenleistung abgibt, mit Energie. Vor allem das maximale Drehmoment von 270 Nm, das bereits direkt nach dem Anfahren bei Drehzahlen über null anliegt, verleiht dem Octavia Green E Line Anfahrstärke und Agilität. In rund zwölf Sekunden erreicht der elektrisch angetriebene Octavia Combi aus dem Stand die 100 km/h-Marke. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 135 km/h limitiert.

Funktionseinheiten, die üblicherweise vom Verbrennungsmotor angetrieben oder versorgt werden, müssen im Elektrofahrzeug rein elektrisch betrieben werden. Das gilt etwa für die Klimaanlage oder die Fahrzeugheizung. Bei extremen klimatischen Bedingungen beeinträchtigt dies die Reichweite des Elektroautos. Das Transportvolumen des Octavia Green E Line wird vom Einbau der Batterie kaum eingeschränkt. Für die Passagiere stehen fünf vollwertige Sitzplätze zur Verfügung. Sie haben die gleichen Komfortmaße wie im Octavia Combi mit Verbrennungsmotor. Der Kofferraum bietet ein Stauvolumen von wenigstens 490 Litern. Das sind 115 Liter weniger, als ein Octavia Combi aus der Serienproduktion aufweisen kann.

Geht der Energievorrat zur Neige, wird der Lithium-Ionen-Akku über eine genormte Steckverbindung, die mit allen Ladestationen in Europa kompatibel ist, wieder gefüllt. Beim Anschluss an das haushaltsübliche Stromnetz mit 230 Volt dauert der Ladevorgang ca. acht Stunden. Dies ist die übliche Standzeit während einer Nacht. Steht Kraftstrom mit 400 Volt zur Verfügung, genügen dank des leistungsfähigen Steuergerätes der Bordelektronik nur vier Stunden, um die volle Reichweite des Elektrofahrzeuges zu gewährleisten. Selbst kurze Ladezeiten während einer Kaffeepause oder dem Einkauf im Supermarkt können so die Reichweite wieder vergrößern. Die Anschlüsse für die Ladekabel finden sich in einer Aussparung im Kühlergrill hinter dem Markenzeichen von Škoda, das hierzu aufgeklappt werden kann und hinter dem herkömmlichen Tankdeckel.

Škoda Auto bekennt sich mit der Studie Octavia Green E Line klar zum Umweltschutz und zur Bereitstellung nachhaltiger Mobilität. Elektrofahrzeuge werden vor allem im städtischen Bereich zu einer erheblichen Entlastung der Umwelt und zur Steigerung der Lebensqualität beitragen. Bereits im kommenden Jahr soll eine Testflotte elektrisch angetriebener Octavia Combi auf den Straßen wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung dieser Antriebsart mit lokalen null Emissionen liefern.