Stellantis Software Day 2021

Stellantis präsentierte jetzt seine Softwarestrategie für den Einsatz von Technologieplattformen der nächsten Generation, die auf bestehenden vernetzten Fahrzeugfunktionen aufbaut.

Dabei wird die Interaktion der Kundinnen und Kunden mit ihren Fahrzeugen auf ein neues Niveau gehoben. Bis 2030 soll so ein zusätzlicher Jahresumsatz von rund 20 Milliarden Euro erzielt werden.

Diese Transformation wird die Fahrzeuge von Stellantis von den heutigen elektronischen Architekturen auf eine offene Software-definierte Plattform überführen, die sich nahtlos in das digitale Leben der Kundinnen und Kunden einfügt. Sie erweitert die Möglichkeiten der Kundinnen und Kunden erheblich, innovative Funktionen und Dienste über regelmäßige Over-the-Air-Updates (OTA) hinzuzufügen. So bleiben die Fahrzeuge noch Jahre nach ihrer Herstellung frisch, aufregend und immer auf dem neuesten Stand.

„Unsere Elektrifizierungs- und Softwarestrategien werden unseren Wandel hin zu einem führenden nachhaltigen Mobilitäts-Technologieunternehmen unterstützen. Wir nutzen das mit Over-the-Air-Funktionen und -Diensten verbundene Geschäftswachstum und bieten unseren Kundinnen und Kunden das beste Erlebnis“, sagte Stellantis-CEO Carlos Tavares: „Mit den drei brandneuen KI-basierten Technologieplattformen, die 2024 auf den Markt kommen und auf den vier STLA-Fahrzeugplattformen bereitgestellt werden, werden wir die Geschwindigkeit und Agilität nutzen, die mit der Entkopplung von Hardware- und Softwarezyklen verbunden sind.“

Stellantis plant, bis 2025 mehr als 30 Milliarden Euro zu investieren, um seine Software- und Elektrifizierungstransformation umzusetzen.

Die Softwarestrategie von Stellantis läuft Hand in Hand mit der Elektrifizierung des Fahrzeugportfolios des Unternehmens, die auf dem Electrification Day am 8. Juli 2021 detailliert vorgestellt wurde. Ziel ist es, bis 2030 mehr als 70 Prozent der Fahrzeugverkäufe in Europa und mehr als 40 Prozent der Fahrzeugverkäufe in den USA mit emissionsarmen Fahrzeugen (LEV – low emission vehicles) zu erzielen. Jede der 14 ikonischen Marken des Unternehmens ist bestrebt, erstklassige vollelektrifizierte Lösungen anzubieten.

Zusätzliche strategische Partnerschaft gegründet

  • Foxconn

Neben der für den 31. Dezember 2021 geplanten Gründung von Mobile Drive zielt die mit Foxconn unterzeichnete neue unverbindliche Absichtserklärung darauf ab, eine Familie von speziell entwickelten Mikrocontrollern zu entwickeln, um Stellantis und Drittkunden zu unterstützen. Im Rahmen der Partnerschaft sollen vier Chipfamilien entwickelt werden, die über 80 Prozent des Mikrocontroller-Bedarfs des Unternehmens abdecken und so zu einer erheblichen Vereinfachung der Lieferkette beitragen. Die Einführung und Installation in Stellantis-Fahrzeugen wird bis 2024 angestrebt.

  • Waymo

Stellantis setzt auch seine Projekte mit Waymo fort. Nachdem die Hybrid-Versionen des Chrysler Pacifica, die mit dem Waymo Driver ausgestattet sind, Tausende von vollständig autonomen Fahrten in Phoenix, Arizona (USA), geleistet haben, haben Stellantis und Waymo ihre Partnerschaft nun auf lokale Lieferdienste ausgeweitet. Aufbauend auf der Führungsrolle von Stellantis bei leichten Nutzfahrzeugen und Investitionen in die Elektrifizierung arbeiten die Partner an Arbeitsabläufen mit Schwerpunkt auf der kommerziellen Entwicklung zusammen. Ingenieurteams werden sich 2022 mit Stellantis-Prototypen befassen.

Schnellwachsendes, softwaregestütztes Geschäft

Stellantis wird sein Software- und Connected-Services-Geschäft auf fünf Säulen aufbauen:

  • Dienste und Abonnements

  • Funktionen auf Abruf (on demand Funktionen)

  • „Data as a Service“ und Flottendienste

  • Fahrzeug-Pricing und Wiederverkaufswert

  • Kundengewinnung, Serviceerhaltung und Cross-Selling

Heute verfügt Stellantis über 12 Millionen monetarisierbare, vernetzte Autos weltweit. Bis 2026 soll diese Zahl auf 26 Millionen Fahrzeuge anwachsen und rund 4 Milliarden Euro Umsatz generieren. Weiteres Wachstum auf 34 Millionen Fahrzeuge und etwa 20 Milliarden Euro Jahresumsatz wird bis 2030 erreicht. Als monetarisierbar werden dabei die ersten fünf Lebensjahren des Fahrzeugs definiert.

Stellantis wird seine Datenerfassungskapazitäten nutzen und 2022 ein nutzungsbasiertes Versicherungsprogramm einführen, das über die firmeneigenen Finanzierungseinheiten in Europa und Nordamerika angeboten wird. Die weltweite Expansion ist geplant.

Drei neue Technogogieplattformen kommen 2024

Die drei neuen Technologieplattformen, die 2024 eingeführt werden, sollen in den darauffolgenden beiden Jahren in großem Umfang in den vier Fahrzeugplattformen von Stellantis eingesetzt werden.

Das Herzstück der Transformation zu kundenzentrierten Services ist die neue Elektrik/Elektronik (E/E) und Software-Architektur STLA Brain.

STLA Brain ist vollständig OTA-fähig (over-the-air-updates) und mit 30 Modulen gegenüber zehn Modulen heute sehr flexibel. STLA Brain ist eine serviceorientierte Architektur, die vollständig in die Cloud integriert ist und elektronische Steuergeräte im Fahrzeug über einen Hochgeschwindigkeits-Datenbus mit dem zentralen Hochleistungscomputer des Fahrzeugs verbindet. Sie bricht die heutige Verbindung zwischen Hardware- und Softwaregenerationen und ermöglicht es Softwareentwicklern, Funktionen und Dienste schnell zu erstellen und zu aktualisieren, ohne auf eine neue Hardware-Einführung warten zu müssen. Diese OTA-Updates reduzieren die Kosten sowohl für die Kundinnen und Kunden als auch für Stellantis drastisch, vereinfachen die Wartung für den Benutzer und stützen den Restwert des Fahrzeugs.

Das auf STLA Brain aufbauende STLA SmartCockpit lässt sich nahtlos in das digitale Leben der Fahrzeuginsassen integrieren, um einen anpassbaren dritten Lebensraum zu schaffen. Studien zeigen, dass Kundeninnen und Kunden durchschnittlich vier Jahre ihres Lebens in ihren Fahrzeugen verbringen, Tendenz steigend. STLA SmartCockpit, betrieben vom Joint Venture Mobile Drive von Stellantis und Foxconn, bietet KI-basierte Anwendungen wie Navigation, Sprachunterstützung, E-Commerce-Marktplätze und Zahlungsdienste.

Die Plattform STLA AutoDrive, die in Zusammenarbeit mit BMW entwickelt wird, wird die autonomen Fahrfunktionen L2, L2+ und L3 bieten und wird kontinuierlich durch OTA-Updates aktualisiert.

Verstärkung des Kundenerlebnisses der 14 Marken

Durch Software und On-Demand-Funktionen bietet Stellantis seinen Kundinnen und Kunden die Möglichkeit, ihre Fahrzeuge durch OTA-Updates an individuelle Bedürfnisse und Wünsche anzupassen. Dadurch werden die einzigartigen Qualitäten der verschiedenen Marken von Stellantis weiter gesteigert und die Bindung zwischen Fahrzeug und Fahrerin und Fahrer gestärkt.

In diesem Jahr hat Stellantis bereits mehr als 6 Millionen Over-the-Air-(OTA)-Updates für seine Fahrzeuge bereitgestellt. Ziel ist es, bis 2026 mindestens vierteljährliche Aktualisierungen anzubieten.

Heute liefern die vernetzten Fahrzeuge von Stellantis mehr als drei Billionen Datenpunkte und generieren zeitnah umsetzbare Erkenntnisse. Die Ingenieurinnen und Ingenieure von Stellantis verwenden diese Informationen, um die Schleife der kontinuierlichen Fahrzeugverbesserung zu verkürzen, die Kundenzufriedenheit zu verbessern und gleichzeitig 1,1 Milliarden Euro an Effizienzsteigerung bis 2030 zu erzielen.

Jede der Marken von Stellantis konzentriert sich darauf, Software zum größtmöglichen Nutzen für ihre Kundinnen und Kunden zu verwenden, so wie es die jeweiligen Markenversprechen zum Ausdruck bringen.

Talent und Effizenz machen Unterschied

Um diese Transformation zu unterstützen, schafft Stellantis eine Software- und Datenakademie. Mehr als 1.000 Ingenieurinnen und Ingenieure sollen umgeschult werden, um so eine Software-Community zu entwickeln.

Das Unternehmen stellt außerdem weltweit führende Software- und KI-Talente aus der Technologiebranche und anderen Bereichen ein.

Bis 2024 strebt Stellantis an, 4.500 effizienzorientierte Software-Ingenieurinnen und -Ingenieure zu beschäftigen und Talent-Hubs auf der ganzen Welt aufzubauen. Diese Ingenieurinnen und -Ingenieure werden die perfekte Umsetzung der Software-Ambitionen von Stellantis sicherstellen und innerhalb des Ökosystems arbeiten, das durch die Partnerschaften von Stellantis geschaffen wurde.