Neuer Subaru Legacy - Fahrbericht

Subaru will mit dem Legacy auf die Premium-Überholspur und setzt dabei exklusiv auf den Boxer-Diesel.

Im Jänner 2010 wird der neue Subaru Legacy auf der Vienna Autoshow der österreichischen Öffentlichkeit vorgestellt. Seine Weltpremiere erlebte er im April in New York. Und wo es bis vor nicht allzu langer Zeit gar keinen Dieselmotor bei Subaru gab, gibt’s beim neuen Legacy nun nichts anderes mehr.

Ausschließlich mit dem 150 PS starken 2,0 Liter-Boxer-Turbodiesel wird der Legacy hierzulande offeriert, denn die Anzahl an verkauften Benzinern war im letzten Jahr marginal (die Finger zweier Hände würden zum Aufzählen vollends ausreichen). Österreich, das Dieselland! Der Benzin-Sechszylinder bleibt, ebenso wie ein Automatikgetriebe, dem Outback vorbehalten. Mit Preisen ab 35.990 Euro geht der neue Legacy auf Kundenjagd. Neben Dieselmotor und Schaltgetriebe mit sechs statt bisher fünf Fahrstufen ebenfalls immer dabei ist der markentypische permanente Allradantrieb. Ebenfalls bemerkenswert: Das Basismodell der Reihe ist ein Kombi, nämlich der Legacy 2.0D Touring Wagon. In der Version "Sport" gibt es neben dem Kombi dann auch die viertürige Limousine. "Sport" bedeutet ein entsprechend aufgerüstetes Fahrwerk, 18-Zoll-Räder statt der standardmäßigen 16-Zöller und dezentes Aero-Tuning. Mehr Leistung gibt es um den sportlichen Aufpreis von 3.000 Euro nämlich nicht.

Riesenschritt

Das äußere Design zeigt Mainstream-Kompetenz unter Beibehaltung von markentypischen Schlüsselreizen (Rallyefreunde wissen: Lufthutze = Subaru!). Die neue Generation gefällt als eleganter Power-Keil, ohne groß mit kontroversiellen Styling-Experimenten aufzuwarten. Die weitere Popularisierung der Modellreihe soll also auch an der Form nicht scheitern.

Subaru hatte mit dem Legacy samt Boxer-Diesel zuletzt einen Selbstzünder nach Stand der Technik in einem nicht mehr frischen Auto. Der Vorgänger kam im Jahr 2003 auf den Markt, das merkte man ihm gegen Ende seiner Karriere auch bereits an, vor allem im Innenraum. Rein atmosphärisch ist der neue Legacy hier ein großer Schritt vorwärts. "Domo arigato" sagen wir in Richtung Japan für den verbesserten Arbeitsplatz: Auch Kleiner- und Größergewachsene können jetzt endlich Sitze und Lenkrad ideal justieren. Das Interieur ist immer noch dem japanischen Stil verpflichtet, aber geschmackvoll ausgeführt; die Materialien muten hochwertig an. Das Carbondekor der Sport-Version wird auch konservative Gemüter nicht verschrecken.

Dass der nunmehr 4,8 Meter lange Wagen gegenüber dem Vorgängermodell gewachsen ist, merkt man im Passagierraum positiv. Auch die Sitze in Reihe zwei bieten ausreichenden Platz, die Kopffreiheit ist tadellos - das Werk verweist auf 40 Millimeter Höhenzuwachs. Ein großer Stauraum ohne Ladekante wartet auf Fracht, die Rücksitze lassen sich per Hebelzug vom Heck aus umlegen, die entstandene Fläche ist brettleben. In der Limousine ist die Heckbank übrigens fix, es gibt nur eine Schisack-Durchreiche. An Sicherheitsfeatures werden ABS, ESP und Front-, Seiten- sowie Vorhangairbags aufgeboten. Die Ausstattung bringt Zwei-Zonen-Klimaautomatik, CD/MP3-Radio mit Sechsfach-Wechsler, Bluetooth-Freisprecher, Tempomat, Sitzheizung vorne, Licht- und Regensensor. Features wie integrierte Navigation oder Parkassistent werden übrigens auch als Option ab Werk nicht erhältlich sein, hier verweist Subaru auf den Zubehörkatalog.

Tourenwagen

Wir fuhren den Kombi "Touring Wagon" in der Version Sport. Das straffere Sportfahrwerk setzt auf feste Hand statt Kuschelkurs, ohne dabei jedoch rabiat zu werden. Auf Lenkbefehle reagiert der Wagen präzise, die Lenkung erweist sich als feinfühlig.

Dazu kommt die bereits bekannte Drehfreude des Motors, der Schubkraft bereits unterhalb 1.500 Touren ausliefert und dann bei Bedarf bereitwillig die Drehzahlleiter erklimmt. Im Alltag muss man mit Ausnahme der Autobahn kaum je über die 2.000er-Marke; das 1,6-Tonnen-Auto wird vom Motor quasi spielerisch in Schwung gehalten. Bei all dem bleibt die Maschine zumeist praktisch unhörbar; ein beherzter Pedaltritt entlockt dem Diesel-Boxer ein Grollen, das bei allen metallischen Obertönen seinem Benzin-Cousin doch etwas nahekommt. Die Schaltung zeigt Handschlagqualität, sie verlangt herzhaftes Zupacken und kann mit der Reaktionsschnelligkeit des restlichen Fahrzeuges nicht ganz mithalten. Umso besser, dass das Triebwerk zur Schaltfaulheit einlädt.

Neu ist unter anderem auch die elektrische Handbremse, ihren Schalter hat man allerdings nicht ideal platziert. Auch der bislang hydraulische Hill Holder ist durch eine elektrische Funktion ersetzt; die muss man bei jedem Starten extra aktivieren - für langjährige Subaru-Fahrer, die sich an die Funktion der Berganfahrhilfe gewöhnt haben, nicht ganz nachvollziehbar. Die werksseitig avisierten Fahrleistungen lassen sich subjektiv nachvollziehen: 9,6 Sekunden von Null auf Tempo 100 und eine Höchstgeschwindigkeit von 203 km/h glaubt man dem flotten Großen von Subaru sozusagen ung'schauter. Die Souveränität des Fahreindruckes bleibt auch beim Blick auf die Verbrauchsanzeige erhalten: Der Hersteller spricht von 6,1 Liter Diesel auf 100 km im Mischbetrieb, wir blieben bei unserem kleinen Herbstausflug unterhalb der 7-Liter-Marke.

Die Österreich-Preise des Subaru Legacy (ab Mitte Jänner 2010): Subaru Legacy 2.0D Limousine Sport 36.990 Euro (inkl. 9% Nova und 20% MwSt.), Subaru Legacy 2.0D Touring Wagon 35.990 Euro (inkl. 8% Nova und 20% MwSt.), Subaru Legacy 2.0D Touring Wagon Sport 38.990 Euro (inkl. 9% Nova und 20% MwSt.). Aufpreisoptionen: Metalliclackierung: 490 Euro (exkl. Nova und MwSt.) Lederausstattung: 1.990 Euro (exkl. Nova und MwSt.) Glas-Schiebedach: 1.190 Euro (exkl. Nova und MwSt.)

Kommentare