Toyota Prius Plug-in Hybrid - Fahrbericht

Der Prius Plug-In komplettiert das Trio der Prius-Modellreihe und fährt bis zu 25 Kilometer rein elektrisch. Wir konnten den sparsamen Japaner schon fahren.

Toyota kann als Pionier in Sachen Hybridantrieb bezeichnet werden. Die erste Generation des Prius ist im Jahr 1997 auf den Markt gekommen, zu einem Zeitpunkt, wo viele Hersteller nicht einmal noch mit der Forschung in Sachen alternativer Antriebe begonnen haben.

Während der Prius zu Beginn nur in den USA erfolgreich war, ist er im Laufe der Jahre auch in der restlichen Welt immer beliebter geworden. Die seit 2009 erhältliche Prius-Generation hat sich bereits 1,35 Millionen mal verkauft, der Vorgänger kam in sieben Produktionsjahren nur auf 1,25 Millionen Stück.

Nach dem Prius+ reicht Toyota daher jetzt mit dem Prius Plug-in die nächste Evolutionsstufe des Hybrid-Modells nach. Optisch unterscheidet sich das Plug-In-Modell nur marginal vom normalen Prius.

Zu erkennen ist der noch sparsamere Kompaktwagen an einem geänderten Frontgrill mit Chrom-Leiste, geänderten LED-Rückleuchten, einer Chrom-Zierleiste am Heck und dem Deckel für die Strom-Lademöglichkeit am hinteren Kotflügel auf der Beifahrerseite.

Im Innenraum erkennt man den Prius Plug-in dann an den drei Drive-Mode-Schaltern, mit denen der Fahrer den gewünschten Fahrmodus wählen kann. So kann man zwischen dem HV- und EV-Modus wechseln, den EV-City-Modus und den Eco-Mode wählen.

Technisch präsentiert sich der Toyota Prius Plug-in Hybrid noch aufwändiger ausgeführt. Statt den bisherigen Nickel-Metallhybridbatterien des Prius kommen im Plug-in Modell Lithium-Ionen Batterien zum Einsatz, die jedoch kein billiger Spaß sind. Müssen die Batterien nach der Garantiezeit erneuert werden, sind rund 7.500 Euro fällig.

Die 4,4 kWh großen Batterien sorgen für eine rein elektrische Reichweite von 25 Kilometer. Im Rahmen eines Feldversuchs hat Toyota festgestellt, dass diese 25 Kilometer für rund 70% der Alltagsstrecken ausreichen.

Bei der Entwicklung mussten die Ingenieure den Spagat zwischen Reichweite, Kosten und Mehrgewicht schaffen, wodurch man auf eine Batterielösung gekommen ist, die eine rein elektrische Reichweite von 25 Kilometern ermöglicht. Das Kofferraumvolumen ist mit 443 Liter wie im normalen Prius, was ebenfalls ein Entwicklungskriterium war.

Bei einer Testfahrt in Brüssel konnten wir erste Fahreindrücke sammeln. Auf der ersten Testfahrt konnten wir 20 Kilometer elektrische Reichweite realisieren, was den Werksangaben somit schon recht nahe kommt.

Die Aufladung über eine normale 230V Steckdose erfolgt bei leeren Batterien innerhalb von 90 Minuten. Während man rein elektrisch unterwegs ist, ist es im Prius natürlich flüsterleise, man merkt aber auch kaum, wenn sich der Verbrennungsmotor hinzu schaltet.

Erst, wenn man auf Autobahntempo beschleunigt, steigt der Geräuschpegel durch das CVT-Getriebe welches kontinuierlich ein hohes Drehzahlniveau hält, unangenehm an.

Dabei vermittelt die Kombination aus 1,8 Liter 4-Zylinder-Benzinmotor mit 99 PS (73 kW) und 82 PS (60 kW) Elektromotor durchaus viel Fahrspaß. Mit einer Systemleistung von 136 PS (100 kW) schafft der Prius Plug-in den Sprint von 0 auf 100 km/h in 10,8 Sekunden und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h.

Im Vergleich zum normalen Prius ist das Plug-in-Modell auch nur 38 Kilogramm schwerer geworden, wodurch auch das Fahrverhalten fast gleich geblieben ist. Durch den niedrigen Schwerpunkt liegt der Prius Plug-In dabei ebenso gut auf der Straße wie auch der bisherige Prius.

Nutzt man die volle Batterieleistung aus, ergibt sich ein Verbrauch von nur 2,1 Liter auf 100 Kilometer, fährt man ausschließlich im Hybrid-Modus kommt man auf 3,7 Liter Verbrauch - beides sind sehr hervorragende Werte, und auch die Umwelt freut sich bei einem CO2-Ausstoß von nur 49 g/km bzw. 85 g/km bei leeren Batterien.

Die Gesamtreichweite des Prius Plug-in liegt bei 1.240 Kilometer, womit er mit seinem 45 Liter-Tank weiter als die meisten Diesel-Fahrzeuge kommt.

So viel Technik hat aber auch seinen Preis. In Österreich kommt der Prius Plug-in, für den keine Nova fällig wird, in der Comfort-Ausstattung auf 37.500 Euro. Mit an Bord sind da schon ein Tempomat, eine Klimaautomatik, Nebelscheinwerfer, Smart Entry und das Toyota Touch-System.

Gegen Aufpreis gibt es auch das Touch & Go-System mit einfachem Navi, oder das Touch & Go Plus mit hochwertigem Navi und JBL SoundSystem.

Das JBL Sound System, LED-Scheinwerfer und ein Regensensor sind beim Prius Plug-in Hybrid Premium serienmäßig dabei, dieser kommt dann aber auch schon auf 39.300 Euro.

Gegen Aufpreis gibt es für den steckdosentauglichen Prius aber auch noch weitere Highlights wie einen adaptiven Tempomaten, das Pre-Crash-System, oder eine automatische Einparkhilfe, die das Rangieren in enge Parklücken übernimmt.

Mittlerweile gibt es auch in Österreich schon Förderungen, die für den Toyota Prius Plug-in anwendbar sind. Neben einer Bundesförderung in der Höhe von 400 Euro gibt es auch - je nach Bundesland - verschiedene Förderungen. So kann es auf ein Prius Plug-in Taxi in der Steiermark bis zu 5.000 Euro Förderung geben.

Aber auch Nicht-Taxi-Betreiber kommen in manchen Bundesländern in den Genuss der Förderung, Niederösterreich ist dabei mit 2.000 Euro Förderung ein sehr lobend zu erwähnendes Bundesland, in Salzburg gibt es immerhin noch 1.000 Euro Förderung zu holen.

Erhältlich ist der Prius Plug-in Hybrid ab sofort, wie bei allen anderen Modellen gibt es auch für das neue Hybridmodell die 5-Jahres-Garantie.

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