Der neue VW Caddy - Fahrbericht

Der VW Caddy wurde nach sieben Jahren Bauzeit rundum erneuert und kann sowohl optisch als auch technisch mit vielen Neuerungen aufwarten.

Seit 1979 gibt es die Modell- bezeichnung "Caddy" in den USA, erst 1983 kam der praktische Lieferwagen auf Golf 1-Basis auch nach Europa. Die zweite Generation wurde dann im Jahr 1995 präsentiert, die Basis bildete damals aber der Seat Inca. Mit der dritten Generation ist im Jahr 2003 schließlich der heutige Besteller vorgestellt worden. In nur wenigen Jahren hat der Caddy den Markt aufgerollt und ist in Österreich die Nr. 1 unter den kleinen Lademeistern.

Die jetzt präsentierte Caddy-Generation wurde optisch vor allem an der Front gründlich überarbeitet und zeigt nun eine gelungene Mischung des vom T5 bekannten VW-Nutzfahrzeug-Gesichts und des VW Golf VI. Rückwärts ist der neue Caddy an geänderten Leuchten zu erkennen. Auch im Innenraum glänzt der Caddy mit einem neuen Armaturenbrett, neuem Lenkrad und vielen Komfortextras, bis hin zum Touch-Screen-Navi.

Viele Änderungen gibt es aber auch unter der Haube. Sechs neue Benzin- und Dieselmotoren sorgen für mehr Sparsamkeit, aber auch für mehr Fahrspaß und Laufruhe. So wurden die bisherigen Pumpe-Düse-Dieselmotoren gegen die neuen Common Rail Diesel ersetzt. Zur Wahl stehen zwei 1,6 Liter-Varianten, mit 75 PS (55 kW) oder 102 PS (75 kW), oder zwei 2,0 Liter CR Diesel mit 110 PS (81 kW) oder 140 PS (103 kW). Der 102 PS-Diesel kann auch mit dem neuen 7-Gang-DSG-Automatikgetriebe kombiniert werden, die 140 PS-Version gibt es auch in Kombination mit dem 6-Gang-DSG. Der 2,0 Liter mit 110 PS ist jedoch nur in Kombination mit dem 4Motion-Allradantrieb erhältlich, hier aber auch als "Maxi", der 47 cm länger ist und somit auch Platz für sieben Sitzplätze + Reisegepäck bietet. Ende des Jahres soll es aber auch ein 4Motion-Modell mit DSG-Automatikgetriebe geben. Bei den Benzinmotoren kann der Kunde zwischen zwei 1,2 Liter TSI-Motoren wählen. Die Leistung beträgt 85 PS (63 kW) oder 105 PS (77 kW).

Natürlich gibt es auch wieder die Wahl zwischen einer Nutzfahrzeug- und einer PKW-Variante. Der Liebling der Handwerker startet dabei als 1,6 Liter-TDI in der Entry+ Ausstattung um 15.588 Euro inkl. Nova und Ust., bei der PKW-Version ist man mit der Startline-Ausstattungslinie und dem 1,2 Liter-TSI mit 85 PS ab 15.884 Euro mit von der Partie. Serienmäßig gibt es dabei schon für alle Modelle ESP und ABS. Sonst unterscheiden sich die Nutzfahrzeug- und die PKW-Versionen bei der Ausstattung recht stark, da hier natürlich auch die Anforderungen unterschiedlich sind. Während der Caddy Kastenwagen nur mit einem Fahrerairbag auskommen muss, gibt es bei der PKW-Version Fahrer- und Beifahrerairbag, ab Trendline auch Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer. Die PKW-Version gibt es zudem in vier verschiedenen Ausstattungsvarianten: Startline, Trendline, Comfortline und Country.

Serienmäßig haben alle Modelle neben den bereits erwähnten Sicherheitskomponenten eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung, Tagfahrlicht, Radio RCD210 mit MP3 fähigem CD-Player und eine Mittelkonsole mit 4 Becherhaltern. Ab Trendline (erhältlich ab 18.872 Euro) gibt es dann noch unter anderem elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber vorne, ein abschließbares Handschuhfach mit Deckel, die Klimaanlage "Climatic" und Nebelscheinwerfer. Bei der Comfortline wird man dann noch zusätzlich mit einem Tempomat, Stoßfängern in Wagenfarbe, Licht und Regensensor, einer Mittelarmlehne vorne, dem Radio RCD310 mit sechs Lautsprechern und Leichtmetallrädern verwöhnt. Aber nicht nur die Komfortausstattung stimmt, auch der Nutzwert und viele Detaillösungen sind sehr gut. So kann nun bei allen Modellen die zweite Sitzreihe herausgenommen werden, um noch mehr Stauraum zu bieten. Das Gesamtvolumen beträgt so bis zu 3.030 Liter bzw. 3.880 Liter beim Maxi.

Unsere erste Testfahrt hat aber auch gezeigt, dass der Caddy nicht mehr der Lastesel alleine ist, sondern auch PKW-Komfort bietet. Die Geräuschdämmung wurde im Vergleich zum Vorgänger stark verbessert. Selbst bei Autobahntempo bleibt es noch angenehm ruhig im Caddy. Die neuen Sitze und Stoffe sowie das neue Armaturenbrett vermitteln zudem einen sehr hochwertigen Eindruck und haben das LKW-Feeling vergangener Generationen völlig abgestreift. Auch in puncto Handling hat sich der Caddy eindeutig Richtung PKW bewegt. Bei den stärken Motorvarianten kommt auch der Fahrspaß nicht zu kurz, und man hat auf keinen Fall das Gefühl, in einem Lieferwagen unterwegs zu sein.

Erhältlich ist der neue Caddy ab Ende September, weitere Motorvarianten werden zu einem späteren Zeitpunkt noch hinzukommen. Ebenso der "Tramper", eine günstige Variante eines Campingmobils für zwei Personen.

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