VW e-Golf - Fahrbericht des neuen Elektro-Golf

Wir konnten schon erste Testrunden mit dem neuen e-Golf mit rein elektrischem Antrieb drehen. Der Marktstart ist im Juli 2014.

Mit dem e-Golf bringt Volkswagen nach dem e-up! im Juli 2014 sein zweites rein elektrisch betriebenes Serienfahrzeug auf den Markt.

Der e-Golf soll dabei die Vorzüge des Golf mit dem umweltfreundlichen Elektroantrieb verbinden und hat sich auf unserer ersten Testfahrt schon von seiner besten Seite gezeigt.

Optisch erkennt man den e-Golf an der leicht geänderten Frontschürze mit markanten LED-Leuchten, die in den Stoßfängern integriert sind, sowie den serienmäßigen Voll-LED-Scheinwerfern.

Zudem wurde die Aerodynamik nochmals um 10% verbessert, was unter anderem durch ein spezielles Felgendesign, den Dachkantenspoiler und eine Unterbodenverkleidung erreicht wurde.

Im Innenraum präsentiert sich der e-Golf auf den ersten Blick wie jeder andere Golf auch, lediglich statt dem Drehzahlmesser ist eine Energieanzeige verbaut, die den Fahrer immer darüber informiert, wie viel Energie gerade bezogen bzw. durch Rekuperation wieder zurück gewonnen wird.

Serienmäßig verfügt der e-Golf zudem noch über das Navigationssystem Discover "Pro" mit 8"-Touchscreen, eine 2-Zonen-Klimaanlage, 7 Airbags, die Multikollisionsbremse, die Müdigkeitswarnung und "CarNet" für ein Jahr. Mit CarNet kann man via Smartphone den Ladestatus bzw. das ganze Auto überwachen und zum Beispiel auch die Klimaanlage aktivieren.

Der Preis für den schon sehr gut ausgestatteten e-Golf liegt bei 35.590 Euro und damit nur rund 3.000 Euro über dem Preis eines gleich gut ausgestatteten Diesel-Golf.

Angetrieben wird der e-Golf dabei von einem 115 PS (85 kW) starken Elektromotor, der seine Energie aus einer 24,2 kWh großen Batterie bezieht. Die 318 kg schwere Batterie ist platzsparend zwischen den Achsen untergebracht, wodurch auch der Kofferraum mit einem Fassungsvermögen von 343 Litern fast so groß bleibt wie bei den anderen Golf-Modellen.

Wie von Elektroautos gewohnt, verwöhnt auch der Golf mit einem enormen Sprintvermögen. Sein maximales Drehmoment von 270 Nm stellt der Elektromotor gleich zum Start und bis zu 3.000 U/Min zur Verfügung. So sprintet man in nur 4,2 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 50 km/h, die 100 km/h-Marke erreicht man nach 10,3 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 140 km/h elektronisch begrenzt, damit die Reichweite nicht zu sehr leidet.

Immerhin soll man zwischen 130 und 190 Kilometer mit dem Golf zurück legen können, bevor er wieder an die Steckdose muss. Man kann dabei gleich drei Möglichkeiten zur Aufladung nutzen: über eine normale Haushaltssteckdose benötigt der e-Golf 13 Stunden, bis die Batterien wieder voll sind, über eine optional erhältliche Wallbox für die Garage zu Hause ist er in 8 Stunden wieder voll einsatzbereit. Darüber hinaus kann der Golf an CCS-Ladestationen in 30 Minuten rund 80% seiner Energie aufladen.

Bei einer ersten Ausfahrt konnte der Golf schon mit einer sehr guten Reichweite glänzen. Bei einer rund 30 Kilometer langen Tour durch Berlin sind am Ende der Fahrt noch 135 Kilometer Restreichweite übrig geblieben. Dabei haben wir die Testdistanz im "Normalmodus" zurück gelegt, bei der die volle Leistung und auch Klimatisierung geboten wird.

Wer sparsamer unterwegs sein möchte, kann noch zwischen dem "Eco"- und dem "Eco+"-Modus wählen. Im "Eco"-Modus wird die Leistung auf 70 kW reduziert und die Leistung der Klimaanlage gedrosselt, im "Eco+"-Modus muss man mit 50 kW und ganz ohne Klimatisierung das Auslangen finden, womit dieser Modus vor allem dann zum Einsatz kommen wird, wenn es darum geht, noch ein paar Kilometer mehr zurück zu legen, bevor man liegen bleibt.

Die Schaltung erfolgt über ein 1-Gang-Automatikgetriebe, bei dem der Fahrer die Möglichkeit hat, drei Rekuperationsstufen zu wählen. Nimmt man den Fuß vom Gas, setzt je nach gewählter Stufe eine unterschiedliche Motorbremswirkung ein, und die Batterien werden wieder mit der zurück gewonnenen Energie versorgt.

Fahrwerk und Federung sind beim e-Golf ganz auf Komfort ausgelegt, durch den sehr niedrigen Schwerpunkt liegt der Golf nämlich ohnedies hervorragend auf der Straße und bietet jede Menge Fahrspaß. Der lautlose Elektromotor erhöht zudem den Fahrkomfort deutlich, und man ist vor allem in der Stadt extrem entspannt unterwegs.

Natürlich kann der e-Golf auch noch mit vielen Extras aufgewertet werden, vom adaptiven Tempomat bis zum hochwertigen Soundsystem kann der e-Golf mit den gleichen Optionen wie der normale Golf gewählt werden.

Der e-Golf ist sicher eine interessante Alternative für jene, denen die Umwelt am Herzen liegt und die mit der Reichweite von rund 150 Kilometern das Auslangen finden. Auch wenn der e-Golf noch eine Spur teurer als der Diesel-Golf ist, so kosten 100 Kilometer derzeit auch nur rund 3,30 Euro, die für den Strom fällig sind.

Zudem sind Wartung und Servicekosten beim e-Golf geringer als beim Diesel, womit sich der e-Golf durchaus schon schneller rechnen kann, als man es erwarten würde. Beim Thema Fahrkomfort und Spritzigkeit von unten heraus ist der e-Golf zudem von keinem seiner Brüder zu schlagen.

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