Blue-E-Motion : VW Golf mit Elektromotor

Erstmals präsentiert dieser Tage in Berlin - in drei Jahren soll der VW Golf Blue-E-Motion dann als Serienfahrzeug auf den Markt kommen.

VW war bisher in Sachen E-Mobilität hinten nach, jetzt hat der Konzern zwei emissionsfrei fahrende Modelle angekündigt, zumindest für Deutschland (dann sollte eine Österreich-Version also nicht weit sein). Das erste in der Öffentlichkeit präsentierte Modell wurde von Honoratioren und solchen, die es bei unseren Nachbarn noch werden wollen, regelrecht umzingelt; Bilder des Autos sind deshalb Mangelware. Das ist aber auch das gute am E-Golf: Er schaut aus wie jeder andere Golf. Damit wird wohl manchem Skeptiker in Zukunft die Angst vorm alternativen Antrieb genommen. Den Antrieb des E-Golf übernimmt ein 85 kW / 115 PS starker Elektromotor. Sein E-typisch ab der ersten Umdrehung zur Verfügung stehendes Drehmoment von 270 Nm verspricht flottes Vorankommen in der Stadt, maximal sollen 140 km/h möglich sein.

Der Strom stammt aus Lithium-Ionen-Akkus mit einer Speicherkapazität von 26,5 Kilowattstunden, was für eine Fahrtstrecke von 150 Kilometern reichen soll. Beim Stromsparen hilft ein "Segelmodus": Geht der Fahrer vom Gas, wird der Elektromotor ausgekuppelt, der Wagen rollt mit minimalem Reibungswiderstand. Dabei wird über einen Generator ein Teil der Energie zurückgewonnen. Platz finden die Akkus im Mitteltunnel des Unterbodens, unter den Rücksitzen und im Kofferraum. Das Ladevolumen sinkt von 350 Liter auf 237 Liter, das Gewicht nimmt zu: 1 545 Kilogramm machen ihn zur schwersten Version der Modellreihe - ein Golf mit Dieselmotor wiegt über 200 Kilogramm weniger. Auf ausgedehnte Testfahrten soll der VW Golf Blue-E-Motion bereits im kommenden Jahr gehen. 500 Erprobungsfahrzeuge sind geplant. Ähnliche Tests führt die deutsche Konkurrenz von BMW und Daimler mit den E-Versionen von Mini und Smart bereits seit längerem durch.

VW will aber nicht nur nachziehen, sondern die Elektromobilität mit Bestsellern wie dem Golf aus dem Bereich der Nischenmodelle bringen. Neben dem Kompakt-Klassiker soll ab 2013 auch die Stufenhecklimousine Jetta Blue-E-Motion sowie der kleine Up Blue-E-Motion auf den Markt kommen. In China startet im gleichen Zeitraum ebenfalls ein elektrisches Kompaktmodell. Ob das gelingen wird, hängt nicht zuletzt vom Preis ab. Hier äußert sich VW noch nicht, allerdings dürften die Preise deutlich über denen konventionell motorisierter Modelle liegen. Mit preislich attraktiven Elektroautos rechnet der Konzern erst in der zweiten Generation der Technik, die ab 2020 erhältlich sein könnte. Als Überbrückung für alle Strom-Fans mit eigener Ladestation dient der Hybrid-Antrieb; 2012 soll eine mit dem Doppelmotor ausgerüstete Version des VW Jetta auf den Markt kommen, 2013 folgen Hybrid-Golf und Hybrid-Passat.

mid/hh, jg

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