Vor 60 Jahren begann VW mit der Serienproduktion

Allein vom Erfolgsmodell Käfer liefen bis 2003 über 21,5 Millionen Stück vom Band

Mit kleinsten Stückzahlen begann vor genau 60 Jahren die Erfolgsgeschichte von VW. Inmitten von Kriegstrümmern setzten die 6.033 Beschäftigten der Volkswagenwerk GmbH unter schwierigsten äußeren Bedingungen die Fertigungsbänder in Gang.

Die erste Serienlimousine lief am 27. Dezember 1945 vom Band ; bis Silvester folgten 54 weitere. Die Britische Militärregierung hatte dem Volkswagenwerk am 22. August 1945 den ersten Produktionsauftrag über 20.000 Volkswagen, 500 Sonderfahrzeuge mit Anhängern für die Post sowie 200 Anhänger für den Bedarf der Alliierten übertragen. Die Auslieferung sollte bis Juli 1946 erfolgen.

Doch der Anfang war angesichts des herrschenden Mangels schwer. Im britischen Regiebetrieb konnten die britischen Offiziere zwar manchen Versorgungsengpass überwinden helfen, jedoch war es vor allem der Hartnäckigkeit der verzweifelt um ihre Zukunftschancen ringenden Belegschaft und der Improvisationsfähigkeit des Managements zuzuschreiben, dass die Serienfertigung überhaupt aufgenommen werden konnte. Trotz Mangelwirtschaft verließen 1946 schon 10.020 Volkswagen die Werkshallen in Wolfsburg. Anfang 1947 versetzten der harte Winter und der Zusammenbruch der Verkehrsinfrastruktur die Automobilfertigung am Mittellandkanal in eine dreimonatige Zwangspause, bis der Frühling auch für Volkswagen neue Blütenträume brachte. Die Briten, die bis Oktober 1949 im Auftrag der Alliierten die Treuhänderschaft über die Fabrik ausübten, ermöglichten Volkswagen den Einstieg in das Exportgeschäft , als im August 1947 die ersten fünf Limousinen in die Niederlande geliefert werden konnten.

Nach der Währungsreform und dem Übergang in marktwirtschaftliche Verhältnisse explodierte die Fertigung. Das später liebevoll Käfer genannte Fahrzeug machte zusammen mit dem seit März 1950 gefertigten Transporter das Volkswagenwerk zum Symbolunternehmen des deutschen Wirtschaftswunders. 1955 feierte die Belegschaft in Wolfsburg den Bau des einmillionsten Käfers - das Unternehmen bekam durch den Exporterfolg seine internationale Gestalt, nicht zuletzt durch seine ausländischen Produktionsgesellschaften in Brasilien, Südafrika und Mexiko. Volkswagen wurde dank des Millionenerfolgs von Käfer und Transporter zu einem frühen Global Player der Automobilindustrie - mit den Modellen Passat, Golf und Polo überwand Volkswagen zwischen 1973 und 1975 seine Käfermonokultur und stieg alsbald zur Nummer 1 in Europa auf.

Nachdem 1974 in Wolfsburg und 1978 auch in Emden die Käferfertigung eingestellt worden war, liefen die Montagebänder zuletzt noch in Mexiko, bis auch dort am 30. Juli 2003 der letzte der 21.529.480 rundlichen Mobilitätsikonen vom Band lief. Angetrieben durch den von Ferdinand Porsche konstruierten Erfolgsmotor durchfuhr Volkswagen nach 60 Jahren jetzt sogar die Marke von 100 Millionen Fahrzeugen .

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