Erdgas-Modelle im VW-Konzern

Im VW-Konzern möchte man die mit Erdgas betriebenen Fahrzeuge weiter forcieren. Wir hatten die Gelegenheit, alle aktuellen Modelle zu fahren.

Der Erdgasantrieb zählt wohl zu den meist unterschätzten alternativen Antriebsformen, die es derzeit gibt. Dabei bietet dieser Antrieb enormes Sparpotential bei geringen Anschaffungskosten. Dennoch konnten im letzten Jahr in Österreich nur 793 Fahrzeuge mit CNG-Antrieb einen Käufer finden, dies entspricht nur 0,3 % Marktanteil. Von den 793 Autos sind dabei 542 Fahrzeuge oder 68,3% aus dem VW-Konzern gekommen, wo man schon jetzt eine breite Palette an Modellen anbieten kann.

Im Vergleich zu Elektrofahrzeugen oder Plug-in-Hybrid-Modellen kann der Erdgasantrieb mit niedrigen Anschaffungskosten und einer hohen Alltagstauglichkeit überzeugen. Dabei ist diese Antriebsform auch noch besonders effizient, da bei den CNG-Modellen der CO2-Ausstoß deutlich niedriger ist als bei Benzin- oder Diesel-Modellen und überhaupt kein Feinstaub ausgestoßen wird. Gas hat zudem eine wesentlich höhere Energiedichte, wodurch die Effizienz auch deutlich höher ist. Kein Wunder also, dass alle CNG-Fahrzeuge aus dem VW-Konzern unter 100 g CO2/km ausstoßen. Sollte man einmal keine der 180 Erdgastankstellen in der Nähe haben, kann man auch mit Benzin fahren - alle VW-Modelle verfügen über einen bivalenten Antrieb und können sowohl mit CNG als auch mit Benzin betankt werden.

Der Start in die Erdgaswelt beginnt beim VW up! Erdgas und den baugleichen Modellen Seat Mii CNG und Skoda Citigo G-TEC. Mit einem Preis von 11.860 Euro ist der Skoda Citigo vor dem Seat Mii mit 11.990 Euro und dem VW up! Erdgas mit 13.140 Euro am günstigsten.

Mit einer Leistung von 68 PS (50 kW) verhilft der Erdgasmotor den kleinen City-Flitzern zu ordentlichen Fahrleistungen für den Betrieb in der City. Die vom Werk angegebenen 16,3 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h kann man dabei locker unterbieten, und der Erdgasantrieb überzeugt auch mit einer enormen Laufruhe. Der Verbrauch von 4,4 m³ CNG pro 100 Kilometer entspricht einem CO2-Ausstoß von nur 79 Gramm pro Kilometer, wodurch man wesentlich effizienter als mit den Benzin-Brüdern unterwegs ist.

Wesentlich flotter ist man mit dem VW Golf TGI, dem Seat Leon TGI, dem Skoda Octavia G-TEC und dem Audi A3 Sportback 1,4 TFSI g-tron unterwegs, die alle von einem 110 PS (81 kW) starken 1,4 Liter TSI angetrieben werden. VW, Seat und Skoda sind zudem auch in der jeweiligen Kombi-Variante erhältlich, wodurch man auch beim Platzangebot keine Kompromisse eingehen muss.

Der Motor passt sehr gut zu den Kompaktmodellen und erweist sich als flotter und sparsamer Geselle. Im Schnitt sprintet man in 10,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ist knapp 200 km/h schnell unterwegs. Mit einem CO2-Ausstoß von 92 bis 97 Gramm pro Kilometer ist man dabei immer noch sehr sparsam, da die Kosten für einen Kilo CNG auch deutlich unter dem Preis von Benzin und Diesel liegen.

Alle Modelle bieten zudem volle Alltagstauglichkeit, und man fühlt sich auf Anhieb sehr wohl. Wie schon bei den Kleinwagen-Modellen fällt auch bei den Kompakten der ruhige Motorlauf positiv auf. Ebenfalls gut gefallen haben die Spritzigkeit und das Durchzugsvermögen, welches der CNG-Antrieb bieten.

Warum es beim CNG-Antrieb noch nicht zu so einem Hype wie damals bei den ersten TDI-Motoren gekommen ist, bleibt also ein Rätsel. Im Vergleich zum Diesel können die CNG-Modelle mit noch besserer Effizienz und geringeren Kosten aufwarten, bieten dabei aber mehr Fahrkomfort. Lediglich das Kofferraumvolumen ist durch den zusätzlichen Tank etwas eingeschränkt, und die Gasleitungen müssen nach drei Jahren und dann alle zwei Jahre überprüft werden, was mit rund 80 Euro zu Buche schlägt.

Wer auf der Suche nach einem effizienten Fahrzeug ist, sollte unbedingt einmal auch ein CNG-Modell ins Auge fassen und sich bei einer Probefahrt ein Bild von dieser effizienten und angenehmen Motorisierung machen.

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