Der neue VW Touran - Fahrbericht

VWs Kompaktvan Touran wurde außen ans aktuelle Familiendesign angepasst und erhielt sparsamere Motoren - allesamt mit Direkteinspritzung und Turboaufladung.

Der VW Touran - immerhin bereits seit 2003 auf dem Markt - erhält ein tiefgreifendes Facelift. So tiefgreifend, dass man durchaus von einem neuen Touran sprechen kann. Außen präsentiert er sich im neuen VW-Familiendesign, mit kantigen, getönten Scheinwerfern und einem klar gezeichneten Lamellengrill samt dezenten Chrom-Applikationen. Hinten erkennt man ihn an breiten, zweigeteilten Rückleuchten. Die Silhouette wurde im hinteren Bereich via ansteigender Gürtellinie dynamisiert und auch die Dachstruktur hat man verändert - kann man den Touran doch auf Wunsch mit einem neuen Panorama-Glasschiebedach bestellen. Somit bleiben als Gleichteile gegenüber dem Vorgänger nur die vier Türen.

Viel Neues gibt es auch unter der Motorhaube: Hier kommen nur noch aufgeladene Direkteinspritzmotoren zum Einsatz. Der Einstiegsmotor mit 1,2 Litern Hubraum ist bereits aus Polo und Golf bekannt und leistet 105 PS. Gegenüber seinem Vorgänger (1,6 Liter Hubraum, 102 PS) verbraucht er als TSI "Blue Motion" im Schnitt um 2,2 Liter weniger an Benzin - eine Ersparnis von 27 Prozent. Ebenfalls auf Wunsch mit "Blue Motion"-Technologie (Start-Stopp-System, Bremsenergie-Rückgewinnung) erhältlich ist der 105-PS-TDI. Er wird in Österreich zweifellos den Löwenanteil der Kunden für sich gewinnen. Dieselseitig wird die Motorenauswahl durch den Einstiegsmotor (90 PS) und die Top-Varianten mit 140 und 170 PS abgerundet, das Benziner-Programm vervollständigen 140- und 170-PS-Versionen des 1,4 TSI. Wer Erdgas bevorzugt - man rechnet hier allerdings nur mit einem Prozent an Kundenzuspruch -, wird mit einem aufwändigen Turbo/Kompressor-Gustostückerl bedient: Der bivalente, 150 PS starke 1,4er emittiert nur 128 g CO2 pro Kilometer.

Wer nicht selbst Hand ans Getriebe legen möchte, für den stehen zwei Varianten der bewährten Doppelkupplungs-Automatik zur Wahl: Mit sieben Gängen und zwei Trockenkupplungen für die beiden starken TSI und den 105-PS-TDI, mit sechs Gängen und Kupplungen im Ölbad für den 140- und den 170-PS-TDI. Die beiden stärksten Motoren sind generell nur mit DSG erhältlich. Warum zwei Automatik-Varianten? Jene mit Trockenkupplungen ist noch sparsamer, weil sie praktisch ohne Schlupf arbeitet, sie verträgt aber nur ein Drehmoment von maximal 250 Newtonmetern. Bei den naturgemäß bulligen Dieselmotoren müssen die Kupplungen daher schonend im Ölbad laufen.

Zwei technische Highlights zauberte VW ebenfalls aus dem Zylinder: zum einen den weiterentwickelten automatischen Einparkassistenten, der nicht mehr nur Längs-, sondern jetzt auch Querparklücken erkennt. Außerdem benötigt er nur noch 40 Zentimeter vor und hinter dem Auto Platz fürs Einparken wie von Zauberhand. Bei 4,40 Meter Fahrzeuglänge also 5,20 Meter. Zum Zweiten das "maskierte Dauerfernlicht" für die Bi-Xenon-Scheinwerfer mit dynamischem Kurvenlicht. Dabei fährt man nächtens prinzipiell mit Fernlicht, eine Kamera erkennt Entgegenkommende und blendet genau die Lichtmodule kurzzeitig ab, die das Gegenüber blenden könnten. Klingt kompliziert? Ist es wohl auch. Einem Test kann man das System erst gegen Jahresende unterziehen, denn vorher ist es nicht erhältlich. Zudem ist der neue Touran auf Wunsch mit einer adaptiven Fahrwerksregelung DCC ausgestattet, welche die Dämpferkennung je nach Fahrsituation und Fahrbahnbeschaffenheit in Richtung straff oder komfortabel modifiziert.

Innen wurde der Touran ebenfalls neu designt, nunmehr herrschen elegante Chromeinfassungen sowie mattes Aluminium vor. Am Raumangebot hat sich nichts geändert, das Ladevolumen reicht von 695 bis 1.989 Liter. Ablagefächer an allen möglichen und unmöglichen Orten nehmen Krimskrams auf, die Fond-Einzelsitze sind verschieb-, umklapp sowie entfernbar. Den mittleren, etwas schmal geratenen Sitz kann man als Tisch verwenden bzw. nach seiner Entfernung die beiden äußeren weiter innen montieren. Zwei herausklappbare Sitze für die dritte Reihe sind ebenfalls erhältlich. Die Ausstattungsvarianten heißen jetzt analog zu Golf & Co. "Trendline", "Comfortline" und "Highline". Bereits in der Basisausstattung gibt es ESP mit Gegenlenkunterstützung, Klimaanlage, CD-Radio, E-Fensterheber und Fernbedien-Zentralsperre. Beim "Comfortline" kommen Lederlenkrad, Licht- und Regensensor, umklappbarer Beifahrersitz, Tempomat, akustische Einparkhilfe etc. dazu, beim "Highline" auch noch Klimaautomatik, Multifunktionslenkrad, Sportsitze mit Alcantara-Bezügen, eine feinere Soundanlage usw. Erhältlich ist der neue Touran bei uns ab Mitte September, bestellt werden kann er ab Mitte Juni. Die Preise wurden gegenüber jenen des Vorgängers eher gesenkt als erhöht. Der Einstiegspreis für den 105-PS-TDI "Trendline" lautet nunmehr 23.600 Euro anstelle von 24.250 Euro für den 102 PS starken Vorgänger. Die weiteren Preise stehen noch nicht fest.

Kommentare