Beim Auto-Leasing immer auf die Gesamtkosten achten

Eine niedrige Monatsrate in der Werbung muss nicht unbedingt ein Schnäppchen sein.

Jedes dritte neu gekaufte Auto in Österreich wird per Leasing finanziert. Doch die vermeintlich günstigen Raten entpuppen sich bei näherer Prüfung oft als größere Belastung, als angenommen. Vor allem für Privatkunden, die Leasingkosten nicht von der Steuer absetzen können, halten sich die finanziellen Vorteile in Grenzen. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) informiert in der aktuellen Oktoberausgabe des Testmagazins KONSUMENT über Probleme, die sich durch komplexe Leasingkonstruktionen ergeben können und was Konsumenten bei der Autofinanzierung beachten sollten.

Leasingangebote zu vergleichen, ist nicht immer einfach. In der Werbung liegt der Fokus meist auf niedrigen Monatsraten, diese sind in der Praxis aber wenig aussagekräftig. Setzt etwa der Händler den vertraglichen Restwert hoch an, scheinen die monatlichen Kosten zunächst überschaubar. Was Konsumenten dabei entgehen kann: Der Restwert entspricht nicht dem Zeitwert. Das geleaste Fahrzeug muss - je nach Vertrag - am Ende der Laufzeit geschätzt werden. Liegt der ermittelte Verkaufswert dann unter dem vereinbarten Restwert, können hohe Nachzahlungen fällig werden. "Grundsätzlich sind Leasingverträge komplexer als Kreditabschlüsse und bergen daher auch ein höheres Risiko und mehr Konfliktpotenzial", erklärt VKI-Finanzexperte Bernd Lausecker. "Wer sich für Leasing entscheidet, sollte auf jeden Fall darauf achten, dass der Anbieter die Gesamtkosten klar ausweist. Dazu gehören neben dem Restwert zum Beispiel Vertrags- und Bearbeitungsgebühren. Nicht zu unterschätzen sind auch Ausgaben für die meistens verbindliche Vollkaskoversicherung. Oft sind diese im Angebot nicht berücksichtigt."

Der VKI hat bei insgesamt acht Online-Rechnern stichprobenartig Angebote sowohl für eine Leasing- als auch für eine Kreditfinanzierung erstellen lassen. Die Vorgaben: Finanziert werden sollte ein VW Golf 1.4 TSI für rund 25.000 Euro, ohne Anzahlung, Laufzeit 48 Monate. Die Kostenspanne der Angebote reichte von 26.919 Euro bis 28.864 Euro, wobei das günstigste Leasingangebot 112 Euro unter dem niedrigsten Kreditangebot lag. Die teuerste Leasingvariante lag dagegen fast 1.200 Euro über dem teuersten Kredit. "Bei den ermittelten Preisen handelt es sich um unverbindliche Angebote, mögliche Rabatte sind darin nicht berücksichtigt", erklärt VKI-Experte Lausecker. "Hierin liegt ein weiterer Unterschied zwischen Leasing und Kredit: Wer mit einem Kredit von außerhalb kommt, wird vom Händler als Barzahler eingestuft - und Barzahler haben die beste Verhandlungsposition."

Quelle: VKI

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