Rückrufaktionen beeinflussen Kaufentscheidung

Mercedes wird derzeit am stärksten mit Rückrufen in Verbindung gebracht

Rückrufaktionen von Pkw-Herstellern aufgrund von technischen Mängeln können sich sehr negativ auf das Image der Marke auswirken und sogar vom Kauf abhalten. Zumindest kurzfristig erschüttern Rückrufe das Vertrauen von 45 Prozent der Autokäufer in die betroffene Automarke , geht aus einer aktuellen Umfrage des Nürnberger Marktforschers Puls unter 2.000 potenziellen Autokäufern hervor.

Vor allem bei Neuwagenkäufern zerschlagen Rückrufaktionen viel Porzellan. 19,3 Prozent der am Neuwagenkauf Interessierten geben an, eine Rückrufaktion schädige das Vertrauen in die betroffene Marke "sehr stark", bei weiteren 30,9 Prozent ist das Vertrauen "stark" beschädigt.

Nicht nur das Image einer Automarke leidet durch eine Rückrufaktion erheblich, selbst reale Kaufentscheidungen werden, so heißt es, ganz offensichtlich beeinflusst. Denn 5,5 Prozent der Befragten geben an, es sei "sehr wahrscheinlich", dass sie durch eine Rückrufaktion vom Kauf ihrer präferierten Automarke Abstand nehmen. Für weitere 14,5 Prozent der potenziellen Autokäufer ist dies immerhin noch "wahrscheinlich". Nur 30 Prozent halten dies für unwahrscheinlich.

"Die Automobilhersteller unterschätzen häufig die negativen Wirkungen von Rückrufaktionen", erklärte Konrad Weßner, Geschäftsführer von Puls. Es habe sich eingebürgert, Rückrufaktionen ohne weitere Zusatzerklärungen zu kommunizieren. Dabei werden die eklatanten Imageschäden zumeist jedoch übersehen. Alleine im Jahr 2004 wurden in Deutschland 1,4 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten beordert. Für das Jahr 2005 wird sich diese Zahl den Schätzungen zufolge noch einmal deutlich erhöhen.

Auf die Frage "Welche Automarke ist Ihnen im vergangenen Jahr durch Rückrufaktionen besonders aufgefallen?" antworteten 22,8 Prozent mit Mercedes. Dies führt Weßner unter anderem auf die große Rückrufaktion im März 2005 zurück, bei der Mercedes 1,3 Mio. Fahrzeuge in die Werkstätten holen musste. Mit weitem Abstand folgt VW (5,1 Prozent der Befragten) und BMW (2,2 Prozent).

auto-reporter

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