Steuerreform macht neue Autos teurer

Für die Autofahrer soll es demnächst wieder teurer werden, auch die aktuelle Regierung bedient sich zum Stopfen von Budgetlöchern wieder beim Autofahrer.

"Die aktuelle Bundesregierung ist angetreten, die Steuern nicht zu erhöhen sowie die bestehenden Steuern zu vereinfachen - beide Vorhaben wurden leider nicht realisiert", erklärt Günther Kerle, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure. "Leider hat auch diese Regierung zudem nicht den Mut für echte Veränderungen aufgebracht. Denn es wäre allerhöchste Zeit, die automotiven Steuern so zu gestalten, dass nicht der Besitz, sondern verstärkt der Gebrauch eines Fahrzeuges besteuert wird. Die Devise ‚Wer mehr fährt, stößt auch mehr CO2 aus und sollte daher mehr bezahlen‘ wäre zeitgemäß und würde dem Ökologisierungsansatz entsprechen. Stattdessen gibt es noch mehr Komplexität bei den Steuersystemen und obendrauf eine saftige Steuererhöhung", so Kerle weiter.

Da die NoVA-Formel nicht wie angekündigt aufkommensneutral angepasst wurde, haben ÖAMTC und Fahrzeughandel berechnet, dass der Staat bei unverändertem Kaufverhalten und gleichbleibendem Markt künftig rund 150 Mio. Euro mehr aus der NoVA einnehmen wird. "Die NoVA wird um durchschnittlich 20 Prozent steigen, was einer Erhöhung von 300 Euro pro Pkw entspricht", so Kerle. Dabei handelt es sich allerdings um Durchschnittsberechnungen, für manche Pkw-Modelle wird die NoVA künftig auch günstiger als bisher ausfallen.

Es handelt sich dabei schon um die zweite NoVA-Erhöhung innerhalb kürzester Zeit. Denn die NoVA ist bereits durch die Umstellung auf das neue Messverfahren WLTP im September 2018 deutlich gestiegen. Trotz Rückgang bei den Neuzulassungen konnte der Staat dadurch Mehreinnahmen in Höhe von 60,8 Mio. Euro generieren. "Wir haben dem Finanzministerium in unzähligen Gesprächen und anhand enormer Datenmengen klar nachgewiesen, dass die Verbrauchswerte - auf dem Papier - durch das neue Messverfahren WLTP um mindestens 25 Prozent steigen. Leider wurde diese Tatsache in der neuen NoVA-Formel nicht einmal ansatzweise ausreichend berücksichtigt. Dies gleicht einer Steuererhöhung für die breite Masse", sagt Günther Kerle.

An Komplexität zugenommen hat durch die aktuelle Steuerreform auch die motorbezogene Versicherungssteuer, da diese jetzt zusätzlich zur Motorleistung den Faktor CO2 berücksichtigt. "Durch die Änderungen aus der Steuerreform steigt die motorbezogene Versicherungssteuer um durchschnittlich 10 Prozent und fällt mittlerweile bis zu vier Mal höher aus als in Deutschland", so Kerle.