Steuerreform bringt Nachteile für Firmenautos

Höherer Sachbezug für private Nutzung

Sollte jemand hohe Erwartungen an die aktuelle Steuerreform gehabt haben, so wurden diese leider wieder einmal nicht erfüllt. Einmal mehr finanziert sich ein Großteil der Bürger ihre Entlastung auf der einen Seite durch eine Mehrbelastung auf der anderen Seite.

Dazu gehören auch all jene, die auf einen Firmenwagen angewiesen sind: ihnen wird der Sachbezug für privat genutzte Fahrten erhöht. Die Bundesregierung begründet die Maßnahme mit einem ökologischen Interesse. "Im Sinne einer Förderung von umweltfreundlichen Fahrzeugen müssen zumindest alle Autos mit alternativem Antrieb vom Sachbezug ausgenommen werden und vorsteuerabzugsberechtigt sein - nicht nur Fahrzeuge mit Elektromotor", kritisiert Dr. Felix Clary, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure. "Neben Elektroautos sollte die Ausnahme für alle alternativen Antriebe analog dem Umweltbonus in § 6 Abs. 5 NoVAG gelten und somit auch für Hybridfahrzeuge und den Einsatz von Erdgas/Biogas, Flüssiggas und Wasserstoff als Kraftstoff".

"Wir erwarten, dass die Erhöhung zu einem Rückgang im Firmenkundengeschäft führen wird. Da Firmenautos deutlich schneller getauscht werden als Privatfahrzeuge, werden in weiterer Folge weniger Neuwagen auf Österreichs Straßen unterwegs sein. Aber nur neue Fahrzeuge (Abgasnorm Euro-6) entsprechen den neuesten Emissions-Vorgaben. Neben den zu erwartenden Mindereinnahmen für den Fiskus ist die Maßnahme somit auch aus ökologischer Perspektive kontraproduktiv", warnt Clary und sagt weiter: "Rund 300.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden durch den erhöhten Sachbezug nicht von der geplanten Lohnsteuersenkung profitieren, sondern sie selbst finanzieren. Dabei handelt es sich um Personen, die auf ihr Dienstauto angewiesen sind und wo dieses einen Teil der Entgeltvereinbarung darstellt. Sie haben nun eine Mehrbelastung von bis zu 100 Euro im Monat zu tragen". Firmenwagennutzer haben auch keinen Anspruch auf die Pendlerpauschale und den Pendlereuro.

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