100 Jahre Chevrolet - Teil 1

Im Jahr 2011 feiert die Marke Chevrolet ihren 100. Geburtstag. Im ersten Teil unserer 100 Jahre Chevrolet Serie erfahren Sie alles über die Anfänge der Marke bis zum zweiten Weltkrieg.

In Europa ist das Jahr 2010 für Chevrolet sehr gut verlaufen, und zum 100. Geburtstag kommen dieses Jahr noch sieben neue Modelle auf den Markt. Chevrolet-Fans dürfen sich auf den Familien-Van Orlando, die Corvette Grand Sport Coupe und Cabrio, den neuen Captiva, einen komplett neuen Aveo, die Fließheck-Variante des Cruze, die Europa-Markteinführung des Camaro und Camaro Cabrio sowie auf den Volt freuen. Wie die Geschichte von Chevrolet, dem aktuell viertgrößten Autohersteller der Welt, begonnen hat, lesen Sie im ersten Teil unserer Serie 100 Jahre Chevrolet.

Der in der Schweiz geborene Louis Chevrolet (1878-1941) war Rennfahrer, Mechaniker und zukunftsweisender Ingenieur. William C. "Billy" Durant (1861-1947) war ein visionärer Automobilvermarkter. Durant gründete General Motors 1908, während Louis Chevrolet seinem Ruf als wagemutiger Fahrer gerecht wurde. 1905 erreichte er in einem speziellen, offenen Rennwagen mit 111 Meilen pro Stunde einen Geschwindigkeitsrekord. Durant stellte Louis Chevrolet daraufhin für Hochgeschwindigkeitsrennen und Promotion-Fahrten ein.

Im Jahre 1910 musste Durant aus der Firma, die er gegründet hatte, aussteigen. Dies hielt ihn jedoch nicht davon ab, weiterhin in der boomenden Autoindustrie aktiv zu sein. Er stellte sich zusammen mit anderen Partnern - darunter auch Louis Chevrolet - neu auf, um ein neues Auto zu entwickeln. Durant glaubte, dass Chevrolets guter Ruf als Rennfahrer helfen würde, das Auto besser zu verkaufen. Folgerichtig benannte Durant das Fahrzeug nach ihm. Das Unternehmen Chevrolet wurde 1911 gegründet und das erste Auto, ein Classic Six Serie C, war ein großes, handgefertigtes Auto. Sein 4,9-Liter Sechs-Zylinder Motor brachte es auf 40 PS und ermöglichte eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 65 Meilen pro Stunde. Es wurde damals für 2.150 US-Dollar verkauft, was inflationsbereinigt einem heutigen Preis von etwa 50.000 US-Dollar entspricht.

Trotz des hohen Preises wurde dieser Chevrolet für seinen Stil, seine Präzision und seinen Komfort geschätzt. Durant hatte außerdem ein kleineres, etwas erschwinglicheres Auto namens "Little" produziert. Die Verkaufszahlen beider Modelle waren erfolgversprechend - Durant erkannte jedoch die Vorteile des Einstiegsmodelles und lenkte sein Unternehmen zukünftig in diese Richtung. Die Chevrolet C-Serie und der Little wurden noch bis Ende 1913 produziert. Die Basisplattform des Little wurde 1914 für das Chevrolet Modell L verwendet, im gleichen Jahr wurde das Modell H vorgestellt.

Die Neuausrichtung der Modell-Linie war auf Anhieb erfolgreich, nicht zuletzt dank eines exzellenten Preis-Leistungs-Verhältnisses und eines zuverlässigen 4-Zylinder-Motors. Trotz des schnellen Unternehmenserfolgs gab es hinsichtlich der Produktphilosophie Differenzen zwischen Durant und Chevrolet. Die Kluft zwischen den beiden führte dazu, dass Durant Chevrolets Anteile 1915 aufkaufte. Die Kunden bestätigten Durants Unternehmens-Vision und die Absatzzahlen von Chevrolet stiegen kontinuierlich an. Dieser Erfolg ermöglichte es Durant, 1916 eine Mehrheitsbeteiligung an General Motors zu erwerben. 1917 hatte Durant das Ruder bei GM wieder fest in der Hand mit Chevrolet als einem Geschäftsbereich.

Durant verließ General Motors 1920. Er gründete eine weitere Autofirma und machte sich einen Namen als bekannter Wall Street-Investor. Der Börsen-Crash des Jahres 1929 erwies sich als verhängnisvoll für beide Unternehmungen, 1936 war Durant pleite. Er starb 1947 und wurde auf dem Woodlawn Friedhof in New York begraben.

Mit dem Suburban brachte Chevrolet im Jahr 1935 einen Dauerläufer auf den Markt. Er war im Prinzip der erste Van mit drei Sitzreihen und großzügigem Laderaum. Im Laufe der Jahre entwickelte sich der Suburban vom geräumigen Kombi-Van zum Offroader und feiert im Jahr 2011 seinen 76. Geburtstag. Er ist damit das am längsten, kontinuierlich produzierte Fahrzeugmodell der Automobilgeschichte.

Louis Chevrolet wurde während der Weltwirtschaftskrise ebenfalls vom Glück verlassen. Er kehrte zu seinen beruflichen Wurzeln zurück und arbeitete als Mechaniker in einer Chevrolet-Fabrik in Detroit. Nach seinem Tod 1941 wurde er in Indianapolis begraben - in der Nähe der berühmten Rennstrecke, auf der er sich einen Namen als furchtloser Rennfahrer gemacht hat.

Im Jahr 1942 stoppt Chevrolet die Automobil-Fertigung und produziert Ausrüstung für den zweiten Weltkrieg. Der nächste Teil unserer "100 Jahre Chevrolet-Serie" -beschäftigt sich dann mit den Nachkriegsjahren und der Zeit bis 1980, also einer Zeitspanne wo Höhen und Tiefen sehr nahe beisammen lagen.

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