75 Jahre BMW 328

Im Jahr 1936 brachte BMW mit dem BMW 328 einen der erfolgreichsten Sportwagen der 30er-Jahre auf den Markt.

Ursprünglich war der BMW 328 Roadster nur für die Rennstrecke konzipiert worden, wo er am 14. Juni 1936 beim Eifelrennen auf dem Nürburgring seine Premiere feierte. Gleich beim ersten Rennen deklassierte der Roadster die Konkurrenz und ebnete den Weg für einen Erfolg, von dem man auch 75 Jahre später noch spricht.

Der 2,0 Liter 6-Zylinder Motor hatte eine Leistung von 136 PS, konnte aber durch die Leichtbauweise und ein neues Fahrwerk wesentlich dynamischer unterwegs sein als die meisten stärkeren Kompressor-Modelle anderer Hersteller. Dank eines von BMW patentierten Rohrramens kam der BMW 328 auf nur 780 Kilogramm Gewicht.

Dabei herrschte damals die Meinung, dass nur schwere Autos sicher auf der Straße liegen und somit bei Rennen eine Chance auf den Sieg haben. BMW bewies mit dem 328 aber genau das Gegenteil. Immerhin konnte der BMW 328 bis in die 50er-Jahre hinein über 500 Siege einfahren.

Ein Jahr nach der Premiere auf der Rennstrecke brachte BMW auch eine Straßenversion des BMW 328 auf den Markt, die sportlich orientierte Fahrer abseits der Rennstrecke ansprechen sollte.

Die Ausstattung blieb aber ganz im Stil der Rennversionen, man verzichtete zum Beispiel auf Außentürgriffe, wer den BMW 328 öffnen wollte, musste die Türe von innen öffnen. Nimmt man dann auf dem Fahrersitz Platz, erblickt man das gut ablesbare Instrumentarium: Links der Drehzahlmesser, rechts daneben sitzt ein bis 180 km/h reichender Tachometer gleichen Durchmessers.

Zudem informieren drei kleinere Instrumente über den Tankinhalt, Öldruck und die Wassertemperatur. Die üblichen Knöpfe und Schalter für die Anlasserbetätigung, das Licht, den Choke und den Winker vervollständigten das Armaturenbrett.

Zur Serienausstattung der Straßenversion gehörten zudem ein Handschuhfach mit Decken, Taschen in den Türen und ein umfangreiches Bordwerkzeug.

Nachdem die Konkurrenz bei Rennen in Le Mans gezeigt hat, dass auch schwächer motorisierte Fahrzeuge durch leichte, windschlüpfrige Aufbauten enorm hohe Geschwindigkeiten erzielen können, entschied BMW Ende 1938 den Bau einer Coupé-Variante des BMW 328.

Da die Zeit zum nächsten Rennen aber knapp bemessen war, wandte man sich an die italienischen Karosseriebauer bei der Mailänder "Carrozzeria Touring" mit der Bitte, ein stromlinienförmiges Modell des BMW 328 zu liefern. So entstand der BMW 328 Touring Coupé, der gleich beim ersten Einsatz im Jahr 1939 einen Sieg feiern konnte.

Für 1940 plante BMW dann den Bau eines eigenen Coupés. Das BMW 328 Kamm-Coupé überzeugte auch mit einem CW-Wert von 0,25 und lag damit weit vor dem Touring Coupé, das einen CW-Wert von 0,35 hatte. Auf der Autobahn zwischen München und Salzburg schaffte das BMW 328 Kamm-Coupé dann eine Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h und war der bis dahin schnellste BMW.

Bei der berühmten Mille Miglia wurde der Einsatz der Techniker dann 1940 belohnt. Nachdem man schon 1939 den Sieg in der 2,0 Liter-Klasse erringen konnte, erreichte Huschke v. Hanstein im Jahr 1940 den Gesamtsieg bei der berühmten Rallye in Italien.

Bis 1940 wurden insgesamt 464 Exemplare des BMW 328 gebaut, knapp 200 haben davon bis heute überlebt und erfreuen oftmals das Publikum bei historischen Wettfahrten.

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