Citroen-Geschichte: Die Rosalie

Die drei Modelle 8CV, 10CV und 15CV waren mit unterschiedlichen Aufbauten und Innenausstattungen lieferbar.

Die "Rosalie" wurde erstmals im Herbst 1932 auf dem Pariser Automobilsalon präsentiert. Die drei vorgestellten Modelle Citroen 8CV, 10CV sowie 15CV machten mit dem innovativen "schwebenden" Motor auf sich aufmerksam. Ein Markenschild mit einem Schwan wies auf die neue, im Citroen Werk am Quai de Javel produzierte Motorlagerung hin. Die Floating-Power-Vorrichtung brachte die Aufhängung des Motortriebwerkes an zwei Punkten der Längsachse mit sich - das Triebwerk konnte somit frei schwingen. Für die Verminderung der Vibration sorgten spezielle Gummipuffer.

Die "Rosalies" waren mit unterschiedlichen Aufbauten und Innenausstattungen lieferbar: als offener Zweisitzer, als Limousine oder auch als Lieferwagen mit Kasten- oder Pritschenaufbau. 1934 wurden die Modelle der "Rosalie"-Serie modernisiert - sie erhielten windschnittigere Karosserien sowie den Zusatz NH (nouvel habillage) zur Modellbezeichnung. Darüber hinaus feierten sie zahlreiche Erfolge im Motorsport.

Der elegante Citroen 8CV, der unter dem Namen "Petite Rosalie" in die Unternehmensgeschichte einging, war das kleinste Fahrzeug der "Rosalie"-Serie. Ein Markenzeichen war die einteilige Karosserie, die noch steifer war als die bisherigen Ganzstahlkarosserien. Der Vierzylinder-Motor mit einem Hubraum von 1.452 cm³ verfügte über 32 PS (24 kW) - somit konnte eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h erzielt werden. 36 PS (26 kW) hatte der 1934 gebaute 8CV NH Légère. Die Kraftübertragung auf die Hinterräder erfolgte über ein Dreiganggetriebe.

Die "Petite Rosalie" ging auch auf Rekordjagd: Vom 15. März bis 27. Juli 1933 legte der Citroen 8CV unter ständiger Kontrolle des Automobilclubs von Frankreich auf dem Rundkurs von Montlhéry in 134 Tagen 300.000 Kilometer bei einer Durchschnitts- geschwindigkeit von 93 km/h zurück. Mit diesen Zahlen stellte der Citroen 8CV einen neuen Rekord auf. Firmengründer André Citroen versprach dem Konstrukteur, der diese Kilometerleistung überbieten sollte, einen Preis in Höhe von drei Millionen Franc. Von Oktober 1932 bis Jänner 1935 wurden insgesamt 38.835 Einheiten der "Petite Rosalie" gebaut.

Der Citroen 10CV war mit einer Länge von 4,57 Metern 30 Zentimeter länger als die "Petite Rosalie". Ausgestattet mit einem Vierzylinder-Motor mit 1.767 cm³ Hubraum und 36 PS (26 kW) erreichte er eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h. Für den Citroen 10CV standen mehrere Karosserie-Varianten sowie die leichtere Ausführung "Rosalie" 10CV NH Légère zur Verfügung. Bis 1935 produzierte Citroen insgesamt 49.249 Einheiten des Citroen 10CV.

In der 15CV-Ausführung verfügte die "Rosalie" über einen elastisch gelagerten Sechszylinder-Motor mit einem Hubraum von 2.650 cm³ und 56 PS (41 kW). Der größere Motor hatte zur Folge, dass der Vorderwagen um 15 Zentimeter verlängert werden musste. Auch für den Citroen 15CV waren verschiedene Karosserien und Ausstattungen verfügbar. Darüber hinaus gab es eine Légère-Version, die eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h erzielte. Von Oktober 1932 bis Jänner 1935 wurden 7.228 Exemplare des Citroen 15CV gebaut.